Yellowstone-
Nationalpark

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Leben in extremer Hitze

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Leben in extremer Hitze

Die hydrothermalen Besonderheiten des Yellowstones sind ein prächtiger Beweis der vulkanischen Aktivitäten der Erde. Erstaunlicherweise sind sie auch Lebensräume, in denen mikroskopische Organismen, so genannte Thermophilen („thermo“ steht für Hitze, „phile“ für Liebe) überleben und gedeihen.

NPS-Foto: Grand Prismatic SpringDer „Grand Prismatic Spring“ im „Midway Geyser Basin (Foto rechts) ist ein herausragendes Beispiel dieser dualen Charakteristik. Besucher bestaunen seine Größe und seine strahlenden Farben. Entlang dem Holzsteg (rechts unten im Foto), passiert man einen großen Lebensraum für Thermophile. Erhalten durch die Energie und die chemischen Bausteine der heißen Quellen, bauen die Mikroben herrlich gefärbte Gemeinschaften. Zusammen mit den mikroskopischen Lebensformen leben dort auch größere Lebensformen, die an das Leben in extremen Umgebungen angepasst sind, wie Milben, Fliegen, Spinnen und Pflanzen.

Menschen wunderten sich seit Tausenden von Jahren über diese extreme Lebensräume. Die Farben der heißen Lebensräume des Yellowstones veranlassten den Geologen Walter Harvey Weed anzuhalten und nachzudenken. 1889 schrieb er:

Es gibt einen guten Grund zu Glauben, dass das Vorhandensein von Algen und anderer Farben, besonders die pinken, gelben und roten Formen in den Wassern des Yellowstones, übersehen wurden oder fälschlicherweise für Ablagerungen rein mineralischen Ursprungs gehalten.

Jedoch konnte man sich nicht vorstellen, welche fantastische Welt wirklich in diesen Wassern des Schwefels existieren. Arten, noch nicht von Menschen gesehen, gedeihen in einem Wasser, das so sauer ist, wie die Flüssigkeit in Autobatterien und so heiß, dass es die Haut verbrennt. Einige bilden Schichten, die aussehen wie geschmolzenes Wachs auf der Oberfläche von Kalzium-reichen Dampfbecken. Noch andere, sind für uns offenkundig durch die Gerüche, die sie bilden, existieren nur in dunkeln, schwefelsauren Kesseln, die schlimmer stinken wie verrottende Eier.

Heutzutage studieren viele Wissenschaftler die Thermophilen des Yellowstones. Einige dieser Mikroben sind ähnlich der ersten Lebensformen, die zur Fotosynthese fähig waren – verwendeten das Sonnenlicht um Wasser und Kohlendioxid zu Sauerstoff, Zucker und andere Nebenprodukte umzuwandeln. Diese Lebensformen, genannt Cyanobakterien, begannen eine Atmosphäre zu bilden, die schließlich das menschliche Leben unterstützen. Cyanobakterien wurden in einigen der farbenprächtigen Matten und Bändern der heißen Quellen des Yellowstones gefunden.

Andere Lebensformen sind die Archaea, die Vorläufer der Cyanobakterien und andere Fotosynthesierer. Archaea können in den heißesten, säurehaltigsten Bedingungen im Yellowstone überleben, ihre Verwandten werden als die frühesten Lebensformen auf der Erde betrachtet.

Die Thermophilen des Yellowstones und ihre Umgebungen bieten ein lebendiges Laboratorium für Wissenschaftler, die diese außergewöhnlichen Organismen erforschen wollen und wie sie mit ihrer Umgebung zusammenhängen. Es gibt noch viele Geheimnisse der extremen Umgebungen des Yellowstones, die es gilt noch aufzudecken gilt.

Ungeachtet der wissenschaftlichen Vorteile, Besucher und Forscher des Yellowstones können eine Beziehung zu etwas weiteren haben, was Mr. Weed über den Yellowstone vor über einem Jahrhundert sagte:

Das Pflanzenwachstum in dem sauren Wasser ist eine seltene, auffällige Besonderheit der Quellen. Aber in den alkalihaltigen Wassern, die die Geysir-Bassins charakterisieren und in dem kohlensäurehaltigen, kalkhaltigen Wassern der Mammoth Hot Springs, ist der Fall anders und die roten und gelben Farbtöne der Algen, kombiniert mit dem eigenartigen Weißheit des Sinters und das abwechslungsreiche blau und grün des heißen Wassers formen eine Szene, die zweifellos eine der schönsten und eine der seltsamsten Sehenswürdigkeiten der Welt ist.

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