Yellowstone-
Nationalpark

www.Wissen-im-Netz.info

Vegetation

Homepage
   Freizeit
      Reisen
         Yellowstone
            Vegetation
               Einheim. Pflanz.

Drehkiefer

Wissenschaftlicher Name: Pinus contorta
Englischer Name: lodgepole pine

Die Drehkiefer ist der am weitesten verbreitete Baum im Yellowstone. Frühe botanische Entdecker sind dieser Art entlang der Westküste zum ersten Mal begegnet, wo sie oft durch den Wind in einen verdrehten Baum verzogen wurden, und so den Namen Pinus contorta var. contorta erhielten. Die Rocky Mountain Varietät, die sehr gerade wächst, wird mit Pinus contorta var. latifolia bezeichnet. Zahlreiche Stämme der amerikanischen Ureinwohner verwendeten diesen Baum, um die Rahmen ihrer Tipis oder Hütten zu machen, daher auch der englische Name „lodgepole“ (Hüttenpfosten)-Kiefer. Die typische Drehkiefer im Yellowstone sind selten höher wie 23 Meter. Die Arten tolerieren keinen Schatten und alle Zweige im Schatten der Beschirmung verdorren und fallen ab. Einzeln stehende Drehkiefern haben oft Zweige bis zum Boden, da das Sonnenlicht den ganzen Baum erreichen kann.

Drehkiefern sind die einzigen Kiefern im Yellowstone, deren Nadeln in Zweiergruppen wachsen. Die Rinde ist typisch braun bis gelblich, aber grau-schwarze Pilze wachsen oft an den schattigen Teilen der Rinde, wodurch sie dem Baum einen dunklen Anstrich geben.

Wie alle Nadelbäume haben die Drehkiefern sowohl männliche wie weibliche Zapfen. Die männlichen Zapfen produzieren riesige Mengen gelber Pollen in Juni und Juli. Dieser gelben Pollen wird oft in Wasserpfützen im Park oder an den Rändern der Seen und Tümpeln gesehen. Die weiblichen Zapfen der Drehkiefer benötigen zwei Jahre zum Reifen. Im ersten Sommer sehen die Zapfen aus wie winzige, rubinrote Miniaturzapfen am Ende der Zweige. Im nächsten Jahr, nach der Befruchtung, wächst der Zapfen sehr stark und haben bald ein auffälliges grün. Die weiblichen Zapfen öffnen sich, sobald sie reif sind und setzen ihre Samen frei oder sie bleiben geschlossen – ein Zustand der sich Serotinität nennt – bis sie großer Hitze, wie einem Waldbrand, ausgesetzt werden. Diese Zapfen bleiben geschlossen und hängen am Baum für Jahre, bis die richtigen Bedingungen sie öffnen. Innerhalb kurzer Zeit, nachdem der Baum in Flammen aufgegangen ist, öffnen sich die Zapfen und setzen den Samen über die verbrannte Erde frei, eine effektive Verbreitung von Samen nach Waldbränden. Bäume ohne serotinische Zapfen (wie Engelmann-Fichte, Felsen-Tannen und Douglasien) müssen sich auf den Wind, Tiere oder andere Mittel verlassen, um Samen in verbrannte Bereiche zu tragen.

Drehkiefern bevorzugen einen leicht saueren Boden und wachsen schnell in Mineralböden, wie sie Feuer oder Menschen (wie ein Straßeneinschnitt). Ihre Wurzeln breiten sich seitlich aus und dringen nicht sehr tief – ein Vorteil im Yellowstone, wo die obere Bodenschicht nur ungefähr 15 bis 30 cm tief ist, aber ein Nachteil bei starken Winden. Drehkiefern sind anfällig bei Sturmwinden, besonders einzeln stehende Bäume.

Neben der effektiven Samenausbringung nach Naturkatastrophen, können Drehkiefern unter Bedingungen wachsen, die von einem sehr nassen Untergrund bis sehr nährstoffarmen Böden reichen, die in der Yellowstone-Caldera weit verbreitet sind. Diese Flexibilität ermöglicht Arten in Lebensräumen aufzutreten, die sonst nicht bewaldet werden könnten.

Da die Jungpflanzen der Drehkiefer von sonnigen Standorten zum Wachsen und Überleben abhängen, vermehren sich die Bäume nicht sehr gut, bis das Unterholz nicht deutlich gelichtet wird. In der Yellowstone-Region erlaubt dies, dass der Drehkieferwald durch schatten liebende Jungpflanzen der Felsen-Tannen und Engelmann-Fichten ersetzt wird, wo der Boden gut genug entwickelt ist, um eine dieser Arten wachsen zu lassen. In nährstoffarmen Böden, wo Felsen-Tannen und Engelmann-Fichten zu kämpfen haben, werden Drehkiefern eventuell durch noch mehr Drehkiefern ersetzt, wenn der Wald sich weit genug öffnet, um jungen Drehkiefern das Wachstum zu ermöglichen.

© 1999-2009 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.