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Wolfram von Eschenbach - Biografie

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            24. Jüngere Titurel
            25. Albrecht und Kiot
            Anmerkungen

10. Flegetanis

Wir steigen nun, von Wolframs Angabe über Kiot, deren Wert nun gewürdigt ist, ausgehend, eine Stufe weiter hinauf und fragen nach des angeblichen Kiot Quelle. Hierüber gibt Wolfram Folgendes an: Flegetanis, eine Heide von Vaterseiten, von der Mutter ein Jude aus Salomons Geschlecht, schrieb zuerst von des Grales Aventüre. Er kannte der Sterne Kommen und Gehen, und ihren geheimen Einfluss auf menschliche Geschicke, und so las er im Gestirne den Namen des Grals, und dass eine schar ihn auf der Erde zurückgelassen und getaufter Frucht, d.h. Christen, zur Hut übergeben habe, selbst aber wieder hoch über die Sterne hinaufgefharen sei. "So schreib davon Flegetanis, und zwar in heidnischer, d.h. arabischer, Schrift, die Kiot zu Toledo verworfen liegen fand." Dies berichtet unser Dichter selbst; was er weiterhin (471, 10 ff.) dem Trevrezent in den Mund legt: Diejenigen Engel, welche bei Luzifers Kampf gegen die Dreieinigkeit untätig zugesehen hätten, müssten des Grales pflegen, widerruft derselbe 798 und erklärt, er habe es nur vorgegeben, um den Parzival von dem Grale abzuleiten, den noch niemand erstreiten könne. Diese Engel, von welchen Trevrezent fälschlich vorgegeben hatte, sie müssten noch jetzt den Gral dienend umschweben, sind schwerlich einerlei mit der Schar, die den Gral nach Flegetanis zuerst auf die Erde brachte und sich dann wieder über die Sterne schwang.

Es scheint nicht, dass Flegetanis mehr als dies, und etwa noch von der wunderbaren Kraft und Natur des Grals, berichtet habe: Von seinen Hütern, von Parzival und Titurel, von Sigunen und Schionatulander usw. wird ihm keine Kenntnis zugeschrieben, denn der Dichter lässt den obigen Worten: "So schrieb davon Flegetanis," unmittelbar folgen, Kiot habe darauf in lateinischen Büchern nachgeforscht, wo ein Volk gewesen wäre, das den Gral zu pflegen gewürdigt worden. Wenn an einer andern Stelle dem Dichter der Ausdruck entschlüpft, Kiot habe der Provenzale geheißen, der die Märe von Parzival heidnisch geschrieben sah, so kann er sich hier nicht genau ausgedrückt haben. Nur die Aventüre von dem Gral, nicht jene von Parzival usw. soll das toledanische Manuskript enthalten haben: Sonst hätte Kiot nicht nötig gehabt, in lateinischen Büchern darnach zu suchen.

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