www.wissen-im-Netz.infoWolfram von Eschenbach - Biografie |
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Homepage Literatur Eschenbach Biografie 1. Wolframs Heimat 2. Stand 3. Vermögen 4. Wolfram u. Walther 5. W. Nachbarschaft 6. Eheliches Leben 7. Wolframs Werke 8. W. und Gottfried 9. Kiot 10. Flegetanis 11. Mythos vom Gral 12. Deutung 13. Anklänge Mythen 14. Chronik Anjou 15. Parzivals Abent. 16. Parzival Peridur 17. Kritik Mabinogi 18. Ursprung Fortb. 19. Templerorden 20. Loherangrin 21. Klinschor 22. Priester Johannes 23. Verchristlichung 24. Jüngere Titurel 25. Albrecht und Kiot Anmerkungen |
14. Die Chronik von AnjouWir kommen jetzt zu Kiots anderer Quelle. Nach Wolfram (455, 2 ff) hat er in lateinischen Büchern nach den Hütern des Grals geforscht, die Landeschroniken von Britannien, Frankreich und Irland durchlesen und endlich in Anschau die Mären gefunden. Man kann dies allerdings so verstehen, als habe er in den Chroniken der andern Länder nichts gefunden, wohl aber in jener von Anjou. Allein wenn er die übrigen vergebens durchlesen hätte, so stände die Meldung von ihnen müßig da. Dazu kommt, dass sein Gedicht so manches enthaltne haben muss, das aus den Chroniken der andern Länder, z.B. Britanniens, entnommen sein könnte. Indes wird man zugeben müssen, dass die Chronik von Anjou, die wir nicht mehr vergleichen können, auch schon britische Sagenbestandteile enthalten mochte. Seit der Vermählung des Grafen Heinrich Plantagenet von Anjou mit Mathilden, der Tochter Heinrich I. von England, deren Sohn schon 1154 unter dem Namen Heinrich II. den englischen Thron bestieg und einen großen Teil des südlichen Frankreichs an England brachte, konnten sich schon britische und romantische Sagen verbinden. Hören wir also weiter was Kiot in der Chronik von Anjou gelesen haben soll. Er las, heißt es ferner:
Hiernach hätte die Chronik von Anjou drei Geschlechtsregister enthalten, von denen zwei, die der Könige von Anjou und Britannien, durch einen gemeinschaftlichen Stammvater verbunden waren. Sollte sie aber weiter nichts enthalten haben, namentlich nicht Parzivals Abenteuer, so würden wir auf diesem Wege wenig über den Ursprung und die Geschichte unserer Sage erfahren. |
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Jürgen Kühnle
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