www.wissen-im-Netz.infoWolfram von Eschenbach - Biografie |
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Homepage Literatur Eschenbach Biografie 1. Wolframs Heimat 2. Stand 3. Vermögen 4. Wolfram u. Walther 5. W. Nachbarschaft 6. Eheliches Leben 7. Wolframs Werke 8. W. und Gottfried 9. Kiot 10. Flegetanis 11. Mythos vom Gral 12. Deutung 13. Anklänge Mythen 14. Chronik Anjou 15. Parzivals Abent. 16. Parzival Peridur 17. Kritik Mabinogi 18. Ursprung Fortb. 19. Templerorden 20. Loherangrin 21. Klinschor 22. Priester Johannes 23. Verchristlichung 24. Jüngere Titurel 25. Albrecht und Kiot Anmerkungen |
19. TemplerordenDas wir in der Gralssage nicht mit Görres eine kirchliche Überlieferung von alten druidischen Priesterdynastien, deren Symbol der Gral gewesen, anzunehmen haben, geht wohl aus § 12 hervor. Den etwaigen Zusammenhang mit der Geheimlehre des Templerordens müssen wir künftigen Forschungen überweisen. Doch scheint es unsere Pflicht, was für diese Ansicht geltend gemacht worden ist, hier noch anzuführen. Fauriel, der in dem Templeisentum, d.h. in der Ritterschaft des Grals, nur eine Anspielung auf die Tempelritter findet, beruft sich auf die Macht und die Reichtümer, welche der Orden schon früh im südlichen Frankreich und nordöstlichen Spanien, namentlich aber in den Pyrenäen gewann, wo, seit dem Tempelhause, das Roger III, Graf von Foir, 1136, als das erste in Europa, dort gestiftet habe, die Schlösser, Kirchen und Kapellen der Templer sich sehr vervielfältigt hätten. St. Marte legt auch auf die Übereinstimmung des Namens Gewicht, so wie auf die mehrerer Ordensregeln und Gebräuche, indem z.B. die Templer beim Abendmahl sich, abweichend von der römischen Liturgie, der Anfangsworte des Evangeliums des Johannes bedient hätten, die auch bei der Taufe des Feirefiß vorkommen; hauptsächlich gründet er sich aber auf die bekannten den Templern Schuld gegebenen Ketzereien, die Verehrung gewisser Idole, so genannter Baffomete, von welchen sie Reichtümer und alle Früchte der Erde überflüssig erhofft und vor welchen sich die Novizen, wie Parzival vor dem Gral, drei Mal verehrend zur Erde geworfen hätten; dann den Glauben an Geister und Dämonen, was allerdings an die himmlische Schar und jene andern Engel erinnert, welche nach Trevrezents Vorgeben den Gral dienend umschweben sollten. Dabei bleibt es ihm jedoch unentschieden, ob die Ankläger diese Inkriminationsartikel aus den Romanen vom Gral oder aus erhorchten Brocken der wirklichen Geheimlehre der Templer entnommen; es ließe sich auch umgekehrt denken, und dies scheint Fauriels Ansicht, dass die Verfasser der Gralsromane den Templerorden im Auge gehabt, und manche Züge von ihm entliehen hätten. Am stärksten spricht für einen Zusammenhang, dass im Mabinogi, § 16 oben, noch das blutige Haupt auf der Schüssel liegt, und die Templer angeklagt wurden, ein Haupt zu verehren, von welchem sie Reichtum usw. erflehten. diesen Punkt übergeht S. Marte, weil er in dem Mabinogi noch keinen Bezug auf den Gral erkennt. Es ist aber oben ausgeführt, wie dies Haupt auf Johannes den Täufer weist, dessen Kapelle die Genueser auch die kostbare Schale weihten, die bei der Einnahme von Cäsarea, 1101, erbeutet, ihnen bei der Teilung zu sehr hohem Preise angerechnet wurde, wohl ebenso sehr der Heiligkeit Cäsareas wegen, wo der Apostel Paulus gefangen gesessen und Petrus ein Haus gehabt haben sollte, das man den Kreuzfahrern zeigte, als der Kostbarkeit der Schüssel selbst, obgleich auch diese sehr hervorgehobne wird. Vorgeblich bestand sie aus einem einzigen Stück Smaragd, während sich neuerdings ergeben hat, dass sie von Glasfluss ist. Helinand (Chron. p. 92) scheint sie im Sinne zu haben, indem er de catino illo paropside spricht, den er für die Abendmahlsschüssel hält und Gradalis (Gral) nennt. Wahrscheinlich hatten die Genueser, um ihrer Reliquie größeren Wert zu verleihen, sie für beides ausgegeben. Vgl. San Marte Wolfram II, 415 und Jonckbloet Geschiedenis S. 356. |
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Jürgen Kühnle
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