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Wolfram von Eschenbach - Biografie

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         Biografie
            1. Wolframs Heimat
            2. Stand
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            16. Parzival Peridur
            17. Kritik Mabinogi
            18. Ursprung Fortb.
            19. Templerorden
            20. Loherangrin
            21. Klinschor
            22. Priester Johannes
            23. Verchristlichung
            24. Jüngere Titurel
            25. Albrecht und Kiot
            Anmerkungen

21. Klinschor

Klinschors Name, eigentlich auch seine Sage, taucht bei unserm Dichter zuerst auf. Zwar ist das Wunderbette und die Spiegelsäule, die er aus Indien entführt hat, auch anderwärts nachzuweisen, nicht aber seine eigene Geschichte. In Sizilien wird er entmannt: Das könnte allerdings orientalische Abkunft andeuten, da bekanntlich auch diese Insel halb von Sarazenen bevölkert war. Wenn aber Terre de Labour (Kalabrien) sein Land, Kapua seine Hauptstadt heißt, so müsste dies unter jener Voraussetzung nur der Anknüpfung an den in Neapel heimischen Zauberer Virgilius wegen erdacht sein, dessen Enkel er genannt wird; wirklich heimisch wird seine Sage hier nicht sein, wo neben seinem Ahnherrn kein Platz für ihn war. Mit der Gralssage kann er ursprünglich nicht zusammenhängen, da Parzival sein Abenteuer von sich abweist, und Artusens Neffe Gawan es besteht; aber auch der britischen Sage scheint er fremd, da diese in Merlin einen andern Zauberer besitzt. Da uns Kiots Werk problematisch bleibt, so könnte ihn Wolfram selber erfunden oder aus deutscher Überlieferung aufgenommen haben. Ein Zusammenhang mit der eddischen Sage von Kwasir, die mit der von Adonis und dem entmannten Attys, also auch mit der von Johannes und Pharaildis verwandt ist, wäre auch hier nicht undenkbar; die Entscheidung darüber muss aber einer Vergleichung der Klinschorssage mit der von den Zauberern Merlin und Virgilius vorbehalten bleiben. Die französischen Bearbeitungen der Gralssage kennen zwar das Abenteuer von Chatelmerveil, vermeiden aber, den Namen des Zauberers zu nennen. Über den in der Aventüre Krone vgl. § 9. Die Worte: "Un clerc bon negromancien et bien saige en Astrologie" stimmen zu Wolframs erster Erwähnung desselben (66, 4): "Ein Pfaffe, der wol zouber las." Der Vermutung St. Martes, dass er den Zauber ja für ein Werk Merlins hätte ausgeben können. Freilich unterscheidet sich Klinschor, als Repräsentant der arglistigen Magie, wesentlich von dem gutmütigern Merlin; aber die Bosheit, die aus seiner Entmannung entspringt, tritt in dem Abenteuer von Chatelmerveil nicht so entschieden hervor, dass es sich nicht als Merlins Werk hätte motivieren lassen, besonders da die entführten Frauen bei Chrestien in keiner Beziehung zu Artus stehen, wie bei Wolfram und Heinrich. In der später angeknüpften deutschen Sage von Wartburgkriege ist Klinsor zwar ein Schwarzkünstler, der Teufel bannt, aber als boshaft wird er nicht geschildert und seine Entmannung ist vergessen. Dass diese ihn zum Zaubern brachte, stimmt mit dem Mythos von Attys.

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