www.wissen-im-Netz.infoWolfram von Eschenbach - Biografie |
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Homepage Literatur Eschenbach Biografie 1. Wolframs Heimat 2. Stand 3. Vermögen 4. Wolfram u. Walther 5. W. Nachbarschaft 6. Eheliches Leben 7. Wolframs Werke 8. W. und Gottfried 9. Kiot 10. Flegetanis 11. Mythos vom Gral 12. Deutung 13. Anklänge Mythen 14. Chronik Anjou 15. Parzivals Abent. 16. Parzival Peridur 17. Kritik Mabinogi 18. Ursprung Fortb. 19. Templerorden 20. Loherangrin 21. Klinschor 22. Priester Johannes 23. Verchristlichung 24. Jüngere Titurel 25. Albrecht und Kiot Anmerkungen |
22. Priester JohannesDen Priester Johannes, welchen Wolfram nur kurz erwähnt, mag er zuerst in die Gralssage eingeführt haben. Alle andern uns erhaltenen Darstellungen derselben, den jüngern Titurel, der aus Wolfram geschöpft haben wird, ausgenommen, kennen ihn nicht. Der Gedanke lag nahe, das fabelhafte Priesterkönigtum des Grals mit diesem nicht ganz gefabelten Priesterkönige in Verbindung zu bringen. Die neuern Untersuchungen, namentlich Ritters, haben ergeben, dass die im Mittelalter verbreiteten, allerdings sehr übertriebenen Gerüchte von einem großen christlichen Reiche im innern Asiens, dem dieser Johannes, der seinen Namen von Geschlecht zu Geschlecht vererbe, in der doppelten Würde als Priester und König vorstehe, nicht ganz unbegründet waren. Da dies zur Erläuterung unseres Dichters genügt, so verweise ich wegen des Nähern auf Ritters Erdkunde, die ich nicht ausschreiben mag, und erwähne nur noch, dass die christlichen Völker, welche jenes Reich bildeten, Nestorianer waren, d.h. Anhänger des auf der Synode zu Ephesus (431) verdammten Häresiarchen Nestorius, und dass sie als solche zur syrischen Kirche gehörten, deren Patriarch zu Seleucia sich den Titel Primas und Catholicus anmaßte. Vgl. oben § 11. |
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Jürgen Kühnle
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