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Wolfram von Eschenbach - Biografie

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            1. Wolframs Heimat
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            18. Ursprung Fortb.
            19. Templerorden
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            21. Klinschor
            22. Priester Johannes
            23. Verchristlichung
            24. Jüngere Titurel
            25. Albrecht und Kiot
            Anmerkungen

Anmerkungen von Karl Simrock

Der Parzival ist nicht wie der Titurel in Strophen gedichtet, aber etwas Strophenähnliches ergibt sich daraus, dass gewöhnlich, wenigstens vom fünften Abschnitt an, dreißig Zeilen näher zusammengehören und ein kleines Gemälde für sich bilden. Davon verschieden sind noch die sechzehn größeren Abschnitte, in welche das ganze Werk zerfällt. Der Dichter hat sie selbst angeordnet; nur ihre Bezifferung und Benamung, so wie die der beiden Bruchstücke des Titurel, rührt von mir her. Bei der Benamung ging ich nur darauf aus, dem Gedächtnis zu Hilfe zu kommen, wozu mir Eigennamen am tauglichsten schienen. Freilich ließ sich nicht immer der Hauptinhalt des Abschnitts an einen Namen knüpfen; wenn aber z.B. der letzte Loherangrin heißt, so ist dieser zar nicht die Hauptperson desselben, so wichtig er auch für die Sage geworden ist, aber dem Gedächtnis bezeichnet sein Name den Schlussabschnitt unfehlbar. Bücher habe ich diese Abschnitte nicht nennen wollen, weil der Dichter, vielleicht aus einem frühen ritterlichen Hass der Buchmacherei, seien Erzählung kein Buch genannt wissen wollte, da er keinen Buchstaben kenne, und sein Gedicht sage, nicht lese, wie andere, die das Buch erst vor sich nehmen müssten. Will sie der Leser dennoch Bücher nennen, so mag er zusehen, wie er es bei dem Dichter verantwortet; ich zürne ihm deshalb nicht.

Möge auch mir der Leser nicht zürnen, dass ich Wolframs Gedichte nicht in eine moderne Form umgegossen, vielmehr mit Beibehaltung des Versmaßes Zeile für Zeile in unserer Sprache so wiedergegeben habe, wie er sie in der seinigen erfand. Wohl weiß ich wie viel ich wage, indem ich Werke des dreizehnten Jahrhunderts in ihrer ursprünglichen Gestalt dem neunzehnten biete; aber das Wagnis wäre größer gewesen, wenn ich sie dieser eigentümlichen Gestalt entkleidet hätte, denn schwerlich würde ich ihnen eine dem Inhalt gemäßere geliehen haben. Lange hielt ich selbst eine Übersetzung des Parzival nach den hier befolgten Grundsätzen, denselben, die mich bie den Nibelungen, dem armen Heinrich, dem Walther von der Vogelweide und seitdem noch bei andern, geleitet haben, nicht für tunlich, ja andere haben sie geradezu für ein Ding der Unmöglichkeit erklärt, wenn eine genießbare Lektüre zu Tage gefördert werden solle. Ob dies hier dennoch geschehen ist, darüber muss ich freilich erst das Urteil der Lesewelt abwarten; fällt es aber wider mich aus, so darf ich doch hoffen, es werde mir zur Entschuldigung gereichen, dass ich einen Dichter wie Wolfram lieber selber reden lassen wollte, als seinen Erfindungen meine schwache Stimme leihen. Umdichtungen halte ich nur dann für erlaubt, wenn der neue Dichter dem alten an poetischer Kraft überlegen ist, und so durfte wohl Wolfram den Chrestien, aber weder St. Marte noch K. Simrock den Wolfram umdichten wollen.

Noch mehr als die Übersetzung bedürfen die Anmerkungen der Nachsicht. Für einen vollständigen Kommentar der Gedichte Wolframs ist die Zeit noch nicht gekommen, nicht einmal das Bedürfnis erwacht. Selbst die Meister vom Stuhle gestehen: "Erklärende Anmerkungen zu Wolframs Gedichten werden freilich auch Kenner wünschen; aber ihnen ist wohl bekannt, was uns noch alles an Hilfsmitteln und Kenntnissen fehlt, um das Nötige zu leisten." Erläuterungen einzelner Stellen scheinen aber immer zu der Frage zu berechtigen, warum nicht auch das Nebenstehende erklärt sei, das der Erklärung vielleicht ebenso sehr, wo nicht noch mehr bedurft hätte. Sonach wäre es denn allerdings am Besten gewesen, ganz zu schweigen. Wenn ich gleichwohl gegeben habe was ich hatte, und was mir der Raum mitzuteilen erlaubte, so geschah es nicht ohne Scheu vor der Klippe, dem aufmerksamen Leser, der selten eine Nachhilfe braucht, lästig zu werden. Bei denen, die nur zur Unterhaltung lesen, und es gerne bequemer gehabt hätten, darf ich mich wohl darauf berufen, dass es auch eben keine Annehmlichkeit ist, Noten unter oder hinter dem Texte durchzustöbern, die gewöhnlich nur von der Sache abführen, während die Übersetzung in sich der kürzeste Kommentar ist, da man nicht richtig und deutlich übersetzen kann, ohne Sinn und Meinung der Urschrift wiederzugeben. Endlich wird auch die jedem Abschnitt vorausgeschickte Übersicht des Inhalts manches ins Licht zu stellen dienen.

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