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54. An Goethe

Jena den 8. März 1795              

   Meine Hoffnung, Sie diese Woche hier zu sehen, war vergebens; doch hoffe ich, daß sie mir bloß durch Ihren Eifer zu arbeiten vereitelt worden ist. Aber weder von Ihnen zu hören noch zu sehen, ist etwas, wozu ich mich kaum mehr gewöhnen kann.

   Ich bin sehr erwartend, von Ihrer gegenwärtigen Beschäftigung zu hören1). Mir ist gesagt worden, daß Sie den dritten Band von Meister schon auf Johannis würden drucken lassen. Das ginge schneller als ich dachte; aber so sehr es mich für den Meister freut, so leid sollte es mir thun, daß Sie dadurch auf eine so lange Zeit den Horen entführt werden.

   Über das Schicksal des zweiten Stücks habe ich noch kein Urtheil einziehen können; vielleicht haben Sie in Weimar etwas lustiges gehört.

   Ist unser Freund Meyer mit seinem Aufsatze zufrieden? Ich wünschte, er wäre es. Dieser Aufsatz, schreibt mir Cotta, hat vielen sehr gefallen, und ich zweifle gar nicht, daß wir Ehre damit einlegen.

   Hier sende ich Ihnen noch vier Horenstücke, worunter eins für Hrn. Meyer ist. Sollten Sie, anstatt der Schreibpapier-Exemplare, noch eins oder zwei auf Postpapier brauchen, so sind Sie so gütig es zu bemerken und mir die auf Schreibpapier zurückzusenden. Alles empfiehlt sich Ihnen bestehns.

Sch.

Ü   Þ

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