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175. An GoetheJena den 27. Juni 1796. Herzlichen Dank für die Sendung. Sie trifft mich bei heiterm Sinne, und ich hoffe, sie mit ganzer Seele zu genießen. Der Abschied von einer langen und wichtigen Arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich. Das ausgespannte Gemüth sinkt zu schnell zusammen, und die Kraft kann sich nicht sogleich zu einem neuen Gegenstand wenden. Eigentlich sollten Sie jetzt etwas zu handeln bekommen, und einen lebendigen Stoff bearbeiten. Von den Xenien sende ich durch den Boten was fertig ist. Noch achtzig sind ohngefähr zurück1), die das Botenmädchen bringen soll. Ich bin eben daran, diese, es sind gerade die freundlichen, mit einigen neune zu vermehren, die eine glückliche Stimmung mir dargeboten hat. Überhaupt hoffe ich, daß der Schluß sehr gut ausfallen soll. Sie werden unter den hier folgenden gegen hundert neue Bekannte finden, und einige ältere vermissen. Warum ich diese wegließ, läßt sich mündlich sagen. Streichen Sie nun ohne Schonung alles, was Ihnen aus irgend einer Rücksicht anstößig ist, weg. Unser Vorrath leidet eine strenge Wahl. In das Manuscript lassen Sie Ihren Spiritus nichts schreiben. Ich schicke dasselbe gern an Humboldt, der durch die Verschiedenheit der Handschrift dem Verfasser nicht auf die Spur geführt werden soll. Fallen Ihnen Überschriften ein, so bitte ich sie mit dem Bleistift zu bemerken. Um die Zahl der poetischen und gefälligen Xenien zu vermehren, wünschte ich Sie zu veranlassen, daß Sie durch die wichtigsten Antiken und die schönern2) italienischen Malerwerke eine Wanderung anstellten. Diese Gestalten leben in Ihrer Seele, und eine gute Stimmung wird Ihnen über jede einen schönen Einfall darbieten. Sei sind um so passendere Stoffe, da es lauter Individua sind. Leben Sie recht wohl, freuen Sie sich des Lebens und Ihres Werks. Wer hätte denn in der Welt sonst Ursache zur Freude? Meine Frau grüßt Sie herzlich und schmachtet recht nach dem achten Buche. Sch. |
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