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               Anh. 1: Goethe an Ch. Schiller
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177. An Schiller

   Herzlich froh bin ich, daß wir auch endlich diese Epoche erreicht haben und daß ich Ihre ersten Laute über das achte Buch vernehme. Unendlich viel ist mir das Zeugniß werth daß ich, im Ganzen, das was meiner Natur gemäß ist, auch hier, der Natur des Werks gemäß hervorgebracht habe. Ich schicke hier das siebente Buch und werde, wenn ich Ihre Gesinnungen erst1) umständlicher weiß, mich mit Lust nochmals ans achte begeben.

   Etwa acht Tage wird meine Zeit durch äußere Geschäfte aufgezehrt werden, welches auch recht gut ist2), denn man würde zuletzt über die Märchen selbst zur Fabel. Alsdann sollen die Xenien, Cellini und der Roman den übrigen Juli in sich theilen. Ich habe beinah Ihre Lebenswart erwählt und geh' auch kaum aus dem Hause.

   Die neuen Xenien von der würdigen, ernsten3) und zarten Art sind Ihnen sehr glücklich gerathen; ich habe zur Completirung dieser Sammlung, auch von meiner Seite, allerlei Aussichten, wenn sich nur die Stimmung dazu findet.

   Es ist mir doch lieb daß Sie Richtern gesehen haben; seine Wahrheitsliebe und sein Wunsch etwas in sich aufzunehmen, hat mich auch für ihn4) eingenommen. Doch der gesellige Mensch ist eine Art von theoretischem Menschen, und wenn ich es recht bedenke, so zweifle ich ob Richter im praktischen Sinne sich jemals uns nähern wird, ob er gleich im Theoretischen viele Anmuthungen zu uns zu haben scheint.

   Leben Sie recht wohl und lassen uns diesen Monat viel an einander schreiben, denn das, was geschehen soll verlangt viel Aufmunterung.

   Weimar den 29. Juni 1796.

G.

Ü   Þ

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