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506. An GoetheJena den 18. September 1798. Ich habe mich gleich nach meiner Zurückkunft an den Prolog gemacht und ihn noch einmal aus der Rücksicht, daß er für sich allein stehen soll, betrachtet. Hiebei ergab sich nun, daß um ihn zu diesem Zweck geschickter zu machen, zweierlei geschehen muß: 1) muß er als Charakter- und Sittengemälde noch etwas mehr Vollständigkeit und Reichthum erhalten, um auch wirklich eine gewisse Existenz zu versinnlichen, und dadurch wird auch das 2)te erreicht, daß über der Menge der Figuren und einzelner Schilderungen dem Zuschauer unmöglich gemacht wird, einen Faden zu verfolgen und sich einen Begriff von der Handlung zu bilden, die darin vorkommt. Ich sehe mich also genöthigt, noch einige Figuren hinein zu setzen, und einigen die schon da sind etwas mehr Ausführung zu geben; doch werde ich unser Weimarisches Personale immer vor Augen haben. Auf den Sonnabend sollen Sie den Prolog erhalten. Cotta schreibt mir, daß ihm der Herzog ein neues Zeitungsprivilegium gegeben, und daß er durch Verlegung des Zeitungscomptoirs nach Stuttgart gegen 3500 fl. erspare. Ob Posselt auch diese neue Zeitung herausgiebt, schreibt er nicht; doch zweifle ich nicht daran. 1)Er scheint einmal sein ganzes Heil in diese Zeitungsfabrikation zu setzen2). Ich lege hier wieder einen Bogen bei. Wenn es Ihnen recht ist, so will ich Ihr Gedicht an die Herzogin bloß: Stanzen überschreiben. Noch einmal meinen besten Dank für alles was Sie mir in Weimar Schönes und Gutes erwiesen. Sobald der Prolog weg ist, werde ich an nichts anders mehr denken als das Stück fürs erste in dem Theatersinne zu vollenden, und werde von Ihren Rathschlägen und Bemerkungen allen Gebrauch machen der mir möglich ist. Meyern grüße schönstens. Zugleich bitte ich ihn, einen größern und zwei kleiner Schlüssel, die ich in meiner Commode oder sonst irgendwo habe liegen lassen, zu suchen und mir durch die Botenfrau zu schicken. Leben Sie recht wohl. Meine Frau empfiehlt sich aufs beste. Sch. |
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