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646. An Schiller

   Nach Überlegung und Berechnung aller Umstände fühle ich mich gedrungen Ihnen zu melden daß ich in den nächsten Tagen nicht kommen kann, um so mehr aber wünschte ich Sie hier zu sehen, besonders wegen des Quartiers.

   Es verhält sich damit folgendermaßen: Frau von Kalb1) scheint mit Bergrath Scherer abgeschlossen zu haben, daß er in ihre Miethe treten solle. Wenigstens lassen es die Umstände vermuthen. Der Hausherr aber Perückenmacher Müller braucht sich, wenn er nicht will, diese Sublocation nicht gefallen zu lassen und will auf mein Zureden Ihnen das Quartier geben, jedoch wünscht er daß Sie es auf ein Paar Jahr nähmen, welches man gar wohl thun kann, weil man immer wieder jemanden hier findet der es wieder abnimmt. Die Hauptsache wäre nun daß Sie das Quartier sähen, daß man sich bespräche und entschlösse. Sie brächten Ihr Stück mit und ich hätte von meiner Seite wohl auch was mitzutheilen. Ich wohne noch im Garten und Sie könnten nur gerade bei mir anfahren; Meyer wird schon für Ihr Unterkommen sorgen. Es ist das nöthige deshalb bestellt; das übrige würde2) sich finden.

   Ich schicke diesen Brief mit der Post und sage heute nichts mehr. Leben Sie recht wohl.

   Weimar am 27. August 1799.

G.

Ü   Þ

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