| Johann Wolfgang von Goethe @ www.Wissen-im-Netz.info | |
|
Homepage Literatur Johann Wolfgang von Goethe Briefe Goethe an Schiller Inhaltsverzeichnis Vorwort An König von Bayern Briefe 1794 Briefe 1795 Briefe 1796 Briefe 1797 Briefe 1798 Briefe 1799 Briefe 1800 Briefe 1801 ... 807. An Schiller 808. An Goethe 809. An Schiller 810. An Goethe 811. An Schiller 812. An Schiller 813. An Goethe 814. An Schiller 815. An Schiller 816. An Schiller 817. An Goethe 818. An Schiller 819. An Schiller 820. An Schiller 821. An Goethe 822. An Schiller 823. An Goethe 824. An Schiller 825. An Goethe ... Briefe 1802 Briefe 1803 Briefe 1804 Briefe 1805 Anh. 1: Goethe an Ch. Schiller Anh. 2: Herzog K.-A. an Schiller Anh. 3: Schiller an Prof. Süvern Zusammenstellung Band 1 Zusammenstellung Band 2 Register Goethe Register Schiller Register Personen Sach-Register Orts-Register |
816. An SchillerEhe ich von Göttingen scheide muß ich Ihnen doch ein Lebenszeichen geben. Es ist mir bisher sehr wohl gegangen, ich habe die merkwürdigsten Anstalten gesehen und den größten Theil der Professoren kennen lernen; man begegnet mir mit viel Neigung und gutem Willen und ich gestehe, daß ich mich lange nicht so wohl und heiter befunden habe. Die Anstalten sind höchst respectabel, doch werden Sie darüber, so wie über die Menschen erst mündlich von mir hören. Leider scheinen meine Acten auf dieser Reise nicht so anzuschwellen, wie auf der letzten nach der Schweiz; damals war ich freilich im Falle meine Kräfte an der Welt zu versuchen, jetzt will ich zufrieden sein wenn ich sie an ihr wieder herstelle. Kann ich indessen nicht zum Anschauen der Totalität des Göttingischen Zustands gelangen, so wird mir diese Reise von außerordentlichem Nutzen sein; schon jetzt fühl' ich, wie sich mein Geist bei Betrachtung dieser Zustände aufheitert. Mein Reisegefährte August, welcher Karln schönstens grüßen läßt, ist auch Schuld an meinem mindern Fleiß, indem er mich zerstreut und manche Betrachtung ableitet; doch ist er sehr glücklich, er gewinnt in manchem Sinne und auch mein Verhältniß gegen die Menschen wird durch ihn gelinder und heiterer, als es vielleicht außerdem hätte sein können. Leben Sie recht wohl, grüßen Sie Ihre liebe Frau und erfreuen Sie mich, wenn ich wieder komme, mit Früchten Ihres Fleißes. Göttingen am 11. Juni 1801. G. |
|
© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle |
|