Johann Wolfgang von Goethe @ www.Wissen-im-Netz.info
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            Zweiter Teil

Gretchens Stube

Gretchen (am Spinnrad, allein).
      Meine Ruh’ ist hin,
   Mein Herz ist schwer;
   Ich finde sie nimmer
   Und nimmermehr.
      Wo ich ihn nicht hab’,
   Ist mir das Grab,
   Die ganze Welt
   Ist mir vergällt.
      Mein armer Kopf
   Ist mir verrückt,
   Mein armer Sinn
   Ist mir zerstückt.
      Meine Ruh’ ist hin,
   Mein Herz ist schwer;
   Ich finde sie nimmer
   Und nimmermehr.
      Nach ihm nur schau’ ich
   Zum Fenster hinaus,
   Nach ihm nur geh’ ich
   Aus dem Haus.
      Sein hoher Gang,
   Sein’ edle Gestalt,
   Seines Mundes Lächeln,
   Seiner Augen Gewalt,
      Und seiner Rede
   Zauberfluss,
   Sein Händedruck,
   Und ach, sein Kuss!
      Meine Ruh ist hin,
   Mein Herz ist schwer;
   Ich finde sie nimmer
   Und nimmermehr.
      Mein Busen drängt
   Sich nach ihm hin.
   Ach dürft’ ich fassen
   Und halten ihn,
      Und küssen ihn,
   So wie ich wollt’,
   An seinen Küssen
   Vergehen sollt’!

Ü   Þ

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