Johann Wolfgang von Goethe @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Johann Wolfgang von Goethe
         Gedichte
            1. Lieder
            2. Gesellige Lieder
            3. Balladen
            4. Elegien
            5. Episteln
            6. Epigramme
            7. Weissagungen des Bakis
            8. Vier Jahreszeiten
            9. Sonette
            10. Kantaten
            11. Vermischte Gedichte
            12. Aus Wilhelm Meister
            13. Antiker Form sich nähernd
            14. An Personen
            15. Kunst
            16. Parabolisch
            17. Gott, Gemüt und Welt
            18. Sprichwörtlich
            19. Epigrammatisch
            20. Lyrisches
            21. Loge
            22. Gott und Welt
            23. Aus fremden Sprachen
            24. Zahme Xenien
            25. Inschriften, D.-, S.-Blätter

10. Kantaten

Deutscher Parnass

   Unter diesen
Lorbeerbüschen,
Auf den Wiesen,
An den frischen
Wasserfällen
Meines Lebens zu genießen,
Gab Apoll dem heitern Knaben;
Und so haben
Mich im stillen
Nach des Gottes hohem Willen,
Hehre Musen auferzogen,
Aus den hellen
Silberquellen
Des Parnassus mich erquicket
Und das keusche reine Siegel
Auf die Lippen mir gedrücket.

   Und die Nachtigall umkreiset
Mich mit dem bescheidnen Flügel.
Hier in Büschen, dort auf Bäumen
Ruft sie die verwandte Menge,
Und die himmlischen Gesänge
Lehren mich von Liebe träumen.

   Und im Herzen wächst die Fülle
Der gesellig edlen Triebe,
Nährt sich Freundschaft, keimet Liebe,
Und Apoll belebt die Stille
Seiner Täler, seiner Höhen.
Süße laue Lüfte wehen.
Alle, denen er gewogen,
Werden mächtig angezogen,
Und ein Edler folgt dem andern.

   Dieser kommt mit munterm Wesen
Und mit offnem, heitrem Blicke;
Diesen seh' ich ernster wandeln;
Und ein andrer, kaum genesen,
Ruft die alte Kraft zurücke;
Denn ihm drang durch Mark und Leben
Die verderblich holde Flamme,
Und was Amor ihm entwendet,
Kann Apoll nur wieder geben:
Ruh' und Lust und Harmonien
Und ein kräftig rein Bestreben.

   Auf, ihr Brüder!
Ehrt die Lieder!
Sie sind gleich den guten Taten.
Wer kann besser als der Sänger
Dem verirrten Freunde raten?
Wirke gut, so wirkst du länger,
Als es Menschen sonst vermögen.

   Ja! Ich höre sie von weiten;
Ja! Sie greifen in die Saiten,
Mit gewalt'gen Götterschlägen
Rufen sie zu Recht und Pflichten
Und bewegen,
Wie sie singen, wie sie dichten,
Zum erhabensten Geschäfte,
Zu der Bildung aller Kräfte.

   Auch die holden Phantasien
Blühen
Rings umher auf allen Zweigen,
Die sich balde,
Wie im holden Zauberwalde,
Voller goldnen Früchte beugen.

   Was wir fühlen, was wir schauen
In dem Land der höchsten Wonne,
Dieser Boden, diese Sonne
Locket auch die besten Frauen.
Und der Hauch der lieben Musen
Weckt des Mädchens zarten Busen,
Stimmt die Kehle zum Gesange,
Und mit schön gefärbter Wange
Singet sie schon würd'ge Lieder,
Setzt sich zu den Schwestern nieder,
Und es singt die schöne Kette,
Zart und zärter um die Wette.

   Doch die eine
Geht allein
Bei den Buchen,
Unter Linden,
Dort zu suchen,
Dort zu finden,
Was im stillen Myrtenhaine
Amor Schalk sich ihr entwendet,
Ihres Herzens holde Stille,
Ihres Busens erste Fülle.
Und sie träget in die grünen
Schattenwälder,
Was die Männer nicht verdienen,
Ihre leiblichen Gefühle;
Scheuet nicht des Tages Schwüle,
Achtet nicht des Abends Kühle
Und verliert sich in die Felder.
Stört sie nicht auf ihren Wegen!
Muse, geh ihr still entgegen!

   Doch was hör' ich? Welch ein Schall
Überbraust den Wasserfall?
Sauset heftig durch den Hain?
Welch ein Lärmen, welches Schrein?
Ist es möglich, seh' ich recht?
Ein verwegenes Geschlecht
Dringt ins Heiligtum herein.

   Hier hervor
Strömt ein Chor!
Liebeswut,
Weinesglut
Rast im Blick,
Sträubt das Haar!
Und die Schar,
Mann und Weib -
Tigerfell
Schlägt umher -
Ohne Scheu
Zeigt den Leib.
Und Metall,
Rauer Schall,
Grellt ins Ohr.
Wer sie hört,
Wird gestört.
Hier hervor
Drängt das Chor;
Alles flieht,
Wer sie sieht.

   Ach, die Büsche sind geknickt!
Ach, die Blumen sind erstickt
Von den Sohlen dieser Brut!
Wer begegnet ihrer Wut?

   Brüder, lasst uns alles wagen!
Eure reine Wange glüht.
Phöbus hilft sie uns verjagen,
Wenn er unsre Schmerzen sieht;
Und uns Waffen
Zu verschaffen,
Schüttert er des Berges Wipfel,
Und vom Gipfel
Prasseln Steine
Durch die Haine.
Brüder, fasst sie mächtig auf!
Schloßenregen
Ströme dieser Brut entgegen
Und vertreib' aus unsern milden
Himmelreinen Lustgefilden
Diese Fremden, diese Wilden!

   Doch was seh' ich?
Ist es möglich?
Unerträglich
Fährt es mir durch alle Glieder,
Und die Hand
Sinket von dem Schwunge nieder.
Ist es möglich?
Keine Fremden!
Unsre Brüder
Zeigen ihnen selbst die Wege!
O die Frechen!
Wie sie mit den Klapperblechen
Selbst voraus im Takte ziehn!
Gute Brüder, lasst uns fliehn!

   Doch ein Wort zu den Verwegnen!
Ja, ein Wort soll euch begegnen,
Kräftig wie ein Donnerschlag.
Worte sind des Dichters Waffen.
Will der Gott sich Recht verschaffen,
Folgen seien Pfeile nach.

   War es möglich, eure hohe
Götterwürde
Zu vergessen! Ist der rohe
Schwere Thyrsus keine Bürde
Für die Hand, auf zarten Saiten
Nur gewöhnet hinzugleiten?
Aus den klaren Wasserfällen,
Aus den zarten Rieselwellen
Tränket ihr
Gar Silens abscheulich Tier?
Dort entweiht es Aganippen
Mit den rohen breiten Lippen,
Stampft mit ungeschickten Füßen,
Bis die Wellen trübe fließen.

   O wie möcht' ich gern mich täuschen!
Aber Schmerzen fühlt das Ohr;
Aus dem keuschen
Heil'gen Schatten
Dringt verhasster Ton hervor.
Wild Gelächter
Statt der Liebe süßem Wahn!
Weiberhasser und Verächter
Stimmen ein Triumphlied an.
Nachtigall und Turtel fliehen.
Das so keusch erwärmte Nest,
Und in wütendem Erglühen
Hält der Faun die Nymphe fest.
Hier wird ein Gewand zerrissen,
Dem Genusse folgt der Spott,
Und zu ihren frechen Küssen
Leuchtet mit Verdruss der Gott.

   Ja, ich sehe schon von weiten
Wolkenzug und Dunst und Rauch.
Nicht die Leier nur hat Saiten,
Saiten hat der Bogen auch.
Selbst den Busen des Verehrers
Schüttert das gewalt'ge Nahn,
Denn die Flamme des Verheerers
Kündet ihn von weiten an.
O vernehmt noch meine Stimme,
Meiner Liebe Bruderwort!
Fliehet vor des Gottes Grimme,
Eilt aus unsern Grenzen fort!
Dass sie wieder heilig werde,
Lenkt hinweg den wilden Zug!
Vielen Boden hat die Erde,
Und unheiligen genug.
Uns umleuchten reine Sterne,
Hier nur hat das Edle Wert.

   Doch wenn ihr aus rauer Ferne
Wieder einst zu uns begehrt,
Wenn euch nichts so sehr beglücket,
Als was ihr bei uns erprobt,
Euch nicht mehr ein Spiel entzücket,
Das die Schranken übertobt;
Kommt als gute Pilger wieder,
Steiget froh den Berg heran!
Tiefgefühlte Reuelieder
Künden uns die Brüder an,
Und ein neuer Kranz umwindet
Eure Schläfe feierlich.
Wenn sich der Verirrte findet,
Freuen alle Götter sich.
Schneller noch als Lethes Fluten
Um der Toten stilles Haus
Löscht der Liebe Kelch den Guten
Jedes Fehls Erinnrung aus.
Alles eilet euch entgegen,
Und ihr kommt verklärt heran,
Und man fleht um euren Segen;
Ihr gehört uns doppelt an!


Idylle

(Es wird angenommen, ein ländliches Chor habe sich versammelt und stehe im Begriff, seinen Festzug anzutreten.)

Chor
Dem festlichen Tage
Begegnet mit Kränzen,
Verschlungenen Tänzen,
Geselligen Freuden
Und Reihengesang!

Damon
Wie sehn' ich mich aus dem Gedränge fort!
Wie frommte mir ein wohl verborgner Ort!
In dem Gewühl, in dieser Menge
Wird mir die Flur, wird mir die Luft zu enge.

Chor
Nun ordnet die Züge,
Dass jeder sich füge
Und einer mit allen,
Zu wandeln, zu wallen
Die Fluren entlang!

(Es wird angenommen, der Chor entferne sich; der Gesang wird immer leiser, bis er zuletzt ganz, wie aus der Ferne, verhallt.)

Damon
Vergebens ruft, vergebens zieht ihr mich;
Es spricht mein Herz; allein es spricht mit sich.

   Und soll ich beschauen
Gesegnetes Land,
Den Himmel, den blauen,
Die grünenden Gauen,
So will ich allein
Im stillen mich freun.

   Da will ich verehren
Die Würde der Frauen,
Im Geiste sie schauen,
Im Geiste verehren;
Und Echo allein
Vertraute soll sein.

Chor (aufs leiseste, wie aus der Ferne, mischt absatzweise in Damons Gesang die Worte:)

Und Echo - allein -
Vertraute - soll sein.

Menalkas
Wie, find' ich dich, mein Trauter, hier?
Du eilest nicht zu jenen Festgesellen?
Nun zaudre nicht und komm mit mir,
In Reih' und Glied auch uns zu stellen.

Damon
Willkommen, Freund! Doch lass die Festlichkeit
Mich hier begehen, im Schatten alter Buchen.
Die Liebe sucht die Einsamkeit;
Auch die Verehrung darf sie suchen.

Menalkas
Du suchest einen falschen Ruhm
Und willst mir heute nicht gefallen.
Die Liebe sei dein Eigentum;
Doch die Verehrung teilest du mit allen!

Wenn sich Tausende vereinen
Und des holden Tags Erscheinen
Mit Gesängen,
Freudeklängen
Herrlich feiern,
Dann erquickt sich Herz und Ohr;
Und wenn Tausende beteuern,
Die Gefühle sich erschließen
Und die Wünsche sich ergießen,
Reißt es kraftvoll dich empor.

(Es wird angenommen, der Chor kehre nach und nach aus der Ferne zurück.)

Damon
Lieblich hör' ich schon von weiten,
Und es reizet mich, die Menge;
Ja sie wallen, ja sie schreiten
Von dem Hügel in das Tal.

Menalkas
Lass uns eilen, fröhlich schreiten
Zu dem Rhythmus der Gesänge!
Ja sie kommen, sie bereiten
Sich des Waldes grünen Saal.

Chor (allmählich wachsend)
Ja wir kommen, wir begleiten
Mit dem Wohlklang der Gesänge
Fröhlich im Verlauf der Zeiten
Diesen einzig schönen Tag.

Alle
Worauf wir zielen,
Was alle fühlen,
Verschweigt, verschweiget!
Nur Freude zeiget!
Denn die vermag's;
Ihr wird es glücken,
Und ihr Entzücken
Enthält die Würde,
Enthält den Segen
Des Wonnetags!


Johanna Sebus

Zum Andenken der siebzehnjährigen schönen Guten aus dem Dorf Brienen, die am 13. Januar 1809 bei dem Eisgang des Rheins und dem großen Bruch des Dammes von Cleverham, Hilfe reichend, unterging.

Der Damm zerreißt, das Feld erbraust,
Die Fluten spülen, die Fläche saust.

   "Ich trage dich, Mutter, durch die Flut,
   Noch reicht sie nicht hoch, ich wate gut." -
   "Auch uns bedenke, bedrängt wie wir sind,
   Die Hausgenossin, drei arme Kind!
   Die schwache Frau! ... Du gehst davon!" -
   Sie trägt die Mutter durchs Wasser schon.
   "Zum Bühle da rettet euch! Harret derweil;
   Gleich kehr' ich zurück, uns allen ist Heil.
   Zum Bühl' ist's noch trocken und wenige Schritt;
   Doch nehmt auch mir meine Ziege mit!"

Der Damm zerreißt, das Feld erbraust,
Die Fluten spülen, die Fläche saust.

   Sie setzt die Mutter auf sichres Land,
   Schön Suschen, gleich wieder zur Flut gewandt.
   "Wohin? Wohin? Die Breite schwoll,
   Des Wassers ist hüben und drüben voll.
   Verwegen ins Tiefe willst du hinein!"
   "Sie sollen und müssen gerettet sein!"

Der Damm verschwindet, die Welle braust,
Eine Meereswoge, die schwankt und saust.

   Schon Suschen schreitet gewohnten Steg,
   Umströmt auch, gleitet sie nicht vom Weg,
   Erreicht den Bühl und die Nachbarin -
   Doch der und den Kindern kein Gewinn!

Der Damm verschwand, ein Meer erbraust's,
Den kleinen Hügel im Kreis umsaust's.

   Da gähnet und wirbelt der schäumende Schlund
   Und zieht die Frau mit den Kindern zu Grund;
   Das Horn der Ziege fasst das ein',
   So sollten sie alle verloren sein!
   Schön Suschen steht noch, strack und gut:
   Wer rettet das junge, das edelste Blut!
   Schön Suschen steht noch, wie ein Stern;
   Doch alle Werber sind alle fern.
   Rings um sie her ist Wasserbahn,
   Kein Schifflein schwimmet zu ihr heran.
   Da nehmen die schmeichelnden Fluten sie auf.

Kein Damm, kein Feld! Nur hier und dort
Bezeichnet ein Baum, ein Turm den Ort.

   Bedeckt ist alles mit Wasserschwall,
   Doch Suschens Bild schwebt überall. -
   Das Wasser sinkt, das Land erscheint,
   Und überall wird schön Suschen beweint -
   Und dem sein, wer's nicht singt und sagt,
   Im Leben und Tod nicht nachgefragt!


Rinaldo

Chor
Zu dem Strande! Zu der Barke!
Ist euch schon der Wind nicht günstig,
Zu den Rudern greifet brünstig!
Hier bewähre sich der Starke:
So das Meer durchlaufen wir.

Rinaldo
O lasst mich einen Augenblick noch hier!
Der Himmel will es nicht, ich soll nicht scheiden.
Der wüste Fels, die Wald umwachsne Bucht
Befangen mich, sie hindern meine Flucht.
Ihr wart so schön, nun seid ihr umgeboren,
Der Erde Reiz, des Himmels Reiz ist fort.
Was hält mich noch am Schreckensort?
Mein einzig Glück, hier hab' ich es verloren!

   Stelle her der goldnen Tage
Paradiese noch einmal,
Liebes Herz! Ja schlage, schlage!
Treuer Geist, erschaff' sie wieder!
Freier Atem, deine Lieder
Mischen sich mit Lust und Qual.

   Bunte, reich geschmückte Beete,
Sie umzingelt ein Palast;
Alles webt in Duft und Röte,
Wie du nie geträumet hast.

   Rings umgeben Galerien
Dieses Gartens weite Räume;
Rosen an der Erde blühen,
In den Lüften blühn die Bäume.

   Wasserstrahlen! Wasserflocken!
Lieblich rauscht ein Silberschwall;
Mit der Turteltaube Locken
Lockt zugleich die Nachtigall.

Chor
Sachte kommt! Und kommt verbunden
Zu dem edelsten Beruf!
Alle Reize sind verschwunden,
Die sich Zauberei erschuf.
Ach, nun heilet seine Wunden,
Ach, nun tröstet seine Stunden
Gutes Wort und Freundes Ruf.

Rinaldo
   Mit der Turteltaube Locken
Lockt zugleich die Nachtigall;
Wasserstrahlen, Wasserflocken
Wirbeln sich nach ihrem Schall.

   Aber alles verkündet:
"Nur sie ist gemeinet!"
Aber alles verschwindet,
Sobald sie erscheinet
In lieblicher Jugend,
In glänzender Pracht.

   Da schlingen zu Kränzen
Sich Lilien und Rosen;
Da eilen und kosen
In lustigen Tänzen
Die laulichen Lüfte,
Sie führen Gedüfte,
Sich fliehend und suchend,
Vom Schlummer erwacht.

Chor
Nein! Nicht länger ist zu säumen,
Wecket ihn aus seinen Träumen,
Zeigt den diamantnen Schild!

Rinaldo
Weh! Was seh' ich, welch ein Bild!

Chor
Ja, es soll en Trug entsiegeln.

Rinaldo
Soll ich also mich bespiegeln,
Mich so tief erniedrigt sehn?

Chor
Fasse dich, so ist's geschehn.

Rinaldo
Ja, so sei's! Ich will mich fassen,
Will den lieben Ort verlassen
Und zum zweiten Mal Armiden. -
Nun so sei's! So sei's geschieden!

Chor
Wohl, es sei! Es sei geschieden!

Teil des Chors
Zurück nur! Zurücke
Durch günstige Meere!
Dem geistigen Blicke
Erscheinen die Fahnen,
Erscheinen die Heere,
Das stäubende Feld.

Chor
Zur Tugend der Ahnen
Ermannt sich der Held.

Rinaldo
Zum zweiten Male
Seh' ich erscheinen
Und jammern, weinen
IN diesem Tale
Die Frau der Frauen.
Das soll ich schauen
Zum zweiten Male?
Das soll ich hören,
Und soll nicht wehren
Und soll nicht retten?

Chor
Unwürd'ge Ketten!

Rinaldo
Und umgewandelt
Seh' ich die Holde;
Sie blickt und handelt
Gleichwie Dämonen,
Und kein Verschonen
Ist mehr zu hoffen.
Vom Blitz getroffen
Schon die Paläste;
Die Götterfeste,
Die Lustgeschäfte
Der Geisterkräfte,
Mit allem Lieben
Ach, sie zerstieben!

Chor
Ja, sie zerstieben!

Teil des Chors
Schon sind sie erhöret,
Gebete der Frommen!
Noch säumst du, zu kommen?
Schon fördert die Reise
Der günstige Wind.

Chor
Geschwinde, geschwind!

Rinaldo
Im Tiefsten zerstöret,
Ich hab' euch vernommen;
Ihr drängt mich, zu kommen.
Unglückliche Reise!
Unseliger Wind!

Chor
Geschwinde, geschwind!

Chor
Segel schwellen.
Grüne Wellen,
Weiße Schäume!
Seht die grünen
Weiten Räume
Von Delphinen
Rasch durchschwommen!

Einer nach dem andern
Wie sie kommen!
Wie sie schweben!
Wie sie eilen!
Wie sie streben!
Und verweilen
So beweglich,
So verträglich!

Zu zweien
Das erfrischet
Und verwischet
Das Vergangne
Dir begegnet
Das gesegnet
Angefangne.

Rinaldo
Das erfrischet
Und verwischet
Das Vergangne.
Mir begegnet
Das gesegnet
Angefangne. (Wiederholt zu dreien.)

Alle
Wunderbar sind wir gekommen,
Wunderbar zurück geschwommen,
Unser großes Ziel ist da!
Schalle zu dem heil'gen Strande
Losung dem gelobten Lande:
Godofred und Solyma!

Ü   Þ

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de