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Entworfenes und UnvollendetesAllgemeines. Ethisches. Literarisches1283.
Religion: Alte; 1284. Die Natur ist immer Jehova. 1285. Dass Christus auf eine Hamletische Weise zugrunde ging, und schlimmer, weil er Menschen um sich berief, die er fallen ließ, da Hamlet bloß als Individuum perierte. 1286.
Anthropomorphism, 1287. Reine Naturgesinnung in
fremdem Zustande. 1288. Der grenzenlose Verstand, dem jeder Verstand zusagt, dem die Vernunft nichts anhaben kann, wenn auch das Gefühl nicht immer beistimmt. 1289. Es ist nicht wahr, dass das
Leben ein Traum sei; nur dem scheint es so, der 1290. Man hat den Epikur, der ein armer Hund war wie ich, sehr missverstanden, wenn er das Höchste in die Schmerzlosigkeit legte. 1291. Besonderes Vergnügen, sich mit Personen, die man liebt, über Dinge zu erklären und weitläufig zu sein, Empfinden rege zu machen, wenn man gleich weiß, dass, was man sagt, nicht wahr ist. 1292. Die Menschen wundern sich, dass ich es besser weiß wie sie, und es ist kein Wunder, sie halten sehr oft für falsch, was ich denke. 1293. Man muss nicht fürchten, überstimmt zu werden, wenn uns widersprochen wird. 1294. Das Falsche (der Irrtum) ist meistens der Schwäche bequemer. 1295. Wenn sie wüssten, wo das liegt, was sie suchen, so suchten sie ja nicht. 1296. Die Güte des Herzens nimmt einen weiteren Raum ein als der Gerechtigkeit geräumiges Feld. 1297. Je uneigennütziger der Mensch ist, desto mehr ist der … unterworfen den Eigennützigen. 1298. Das, was man für sie tut, ist nicht genug, das, was man für sie getan hat, ist nichts: Die ganze Existenz, die man ihnen geschaffen hat, nehmen sie von Gottes Gnaden, und so ist man, als wenn man nicht wäre, nicht gewesen wäre. 1299. In weltlichen Dingen sind nur zu betrachten die Mittel und der Gebrauch. 1300. Rasches Vorschreiten zum Zweck, ohne die Mittel zu bedenken. 1301. Als wenn man, um dem Sohn, der in der Wiege liegt, beizeiten Vorteil zu bringen, den Vater totschlagen wollte. 1302. Gedankenlosigkeit, die uns den Wert des Augenblicks verkennen lässt. 1303. Charakter, der, dargestellt, kein Bild, pragmatisiert, kein Resultat gibt. 1304. Drei Dinge werden nicht
eher erkannt als zu gewisser Zeit: 1305. Drei Klassen von Narren: 1306. Toll ist: 1307. Wer muss Langmut üben? 1308. Ein Deutscher war schon absurd, solang’ er hoffte; da er nun überwunden war, so war gar nicht mehr mit ihm zu leben. 1309. Vorschlag zu einem polemischen Purism in Schulen. 1310. Stoffartige Hilfe, die sich die Poesie der letzten Zeit gibt durch bedeutende Motive, Religion und Ritterwesen. 1311. Beispiele, wie sich die
Menschen über das Unerwartete, ja Unerträgliche durch poetische Formen
begütigen: 1312. Identität rasenden Enthusiasmus’ und unbarmherziger Kritik schwer ins ich zu erzielen. 1313. Wirkung namhafter, gründlich arbeitender Autoren. Gegenwirkung journalistisch anonymer. 1314. Ein geistreicher Humorist als quasi Poet, der, der Fülle seines Wissens und Empfindens gedenkend, sich in Tropen auszusprechen genötigt fühlt. 1315. Trübe Stellen, wo die Intention des Dichters uns nicht klar entgegentritt, die man sich, weil man ihn liebt, erst auslegt, und auf die man, zurückkehrend, immer eine gewisse Unbehaglichkeit empfindet. 1316. Es kommt mir wunderbar vor, eine so tragische Schuld zu sehen, dass eine Tragödie gar nicht darauf zu folgen brauchte. 1317. Abstumpfen des Geistes durchs Geistreiche. 1318.
Englische Stücke: 1319. Hersilie sagte von der Pilgernden Törin: „Wenn ich närrisch werden möchte, wie mir manchmal die Lust ankommt, so wäre es auf diese Weise.“ 1320. Das Erhabene, für uns Übererhabene, höchst Verehrungswerte, doch, genau besehen, mit einem absurden, ja infamen Empirischen Verbundene macht uns stutzig, und man entschließt sich schwer. 1321. Wie das Unbedingte sich selbst bedingen und so das Bedingte zu seinesgleichen machen kann. 1322. Dass das Bedingte zugleich unbedingt sei. Welches unbegreiflich ist, ob wir es gleich alle Tage erfahren. 1323. Der Empirismus, zur Unbedingtheit { erhöht, / erweitert, } ist ja Naturphilosophie. (Schelling.) 1324. Dass es dem Menschen selten gegeben ist, in dem einzelnen Falle das Gesetz zu erkennen. Und doch, wenn er es immer [?] in Tausenden erkennt, muss er es ja wieder in jedem Einzelnen finden. Die großen Umwegen [?] erspart sich der Geist. 1325. Alle Verhältnisse der Dinge wahr. Irrtum allein in dem Menschen. An ihm nichts wahr, als dass er irrt, sein Verhältnis zu sich, zu andern, zu den Dingen nicht finden kann. 1326. Wissen: Das Bedeutende der Erfahrung, das immer ins Allgemeine hinweist. 1327.
Geschichte der Wissenschaft: 1328. Niederträchtigkeit der mittlern Zeit bis ins sechzehnte Jahrhundert, treffliche Menschen wie Aristoteles, Hippokrates durch dumme Märchen lächerlich zu machen. 1329. Unglücklich ist immer derjenige, der sich in Korporationen einlässt. V. Humboldt darf von allem nichts melden, als was in Paris gilt. Was soll denn da aus dem werden, was wir Wissen und Wissenschaft nennen? In hundert Jahren wird es ganz anders aussehen. 1330. Bei den Kontroversen darauf zu sehen, wer das punctum saliens getroffen. 1331. Voltaire kommt mir immer vor wie ein Zauberer, der einen Hexenkessel abschäumt; es ist nur Schaum, was sein Löffel schöpft; aber ein verteufelter Schaum, aus einem Kessel voll unendlicher Ingredienzien aufsiedend. |
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