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Kunst1347. Zum Schönen wird erforderte
in Gesetz, das in die Erscheinung tritt. 1348. Die Unmöglichkeit,
Rechenschaft zu geben von dem Natur- und Kunstschönen: Denn 1349. Schönheit der Jugend aus Obigem abzuleiten. Alter stufenweises Zurücktreten aus der Erscheinung. Inwiefern das Alternde schön genannt werden kann. 1350. Beharren eines jeden im Charakter, bis zum Gipfel des menschlichen Daseins, ohne an die Rückkehr zu denken. 1351. Die Schönheit zeigt milde, hohe Übereinstimmung alles dessen, was unmittelbar, ohne Überlegen und Nachdenken zu erfordern, gefällt. 1352. Vollkommene Künstler haben mehr dem Unterricht als der Natur zu danken. 1353. Die höchste Absicht der Kunst ist, menschliche Formen zeigen, so sinnlich bedeutend und so schön, als es möglich ist. 1354. Friedrich der Zweite zu
Pferd nach Chodowiecky ist in Zinn gemalt in Nürnberg zu haben; gewöhnlich
führt er die Soldaten der Kinder an und ist auch da noch ehrwürdig. 1355. Zeichnet doch eure
patriotischen Gegenstände! Ein König, der auf einer Brunnenröhre sitzt und
denkt. Ja, wenn ihr seine Gedanken zeichnen könntet! 1356. Zeichnet, stecht in Kupfer, bezahlt, verkauft, belohnt immer in offenbarer Stille, und wenn euch ein tadelnd Wort trifft, so lasst’s ja hingehn; aber reizt nur niemanden, diese Armseligkeiten immer lauter und lauter vor den Ohren der Welt auszulachen. 1357. Wenn ihr sagt: „Wir machen
so“, da hat kein Mensch was dagegen; sagt ihr aber: „Ihr sollt’s auch so
machen, euch nach unserer Beschränkung beschränken“, da kommt ihr um
vieles zu spät. 1358. Paris ist offen; Italien wird’s auch werden; solang’ uns der Atem bleibt, werden wir den Künstler in das Weite der Welt und Kunst und in die Beschränktheit seiner selbst weisen. 1359. Sich in seiner Beschränktheit gefallen, ist ein elender Zustand; in Gegenwart des Besten seine Beschränktheit fühlen, ist freilich kein Glück, aber es kann zum Glück führen – – ängstlich, aber diese Angst erhebt. 1360. Indem das Heil. römische Reich dem verdienten Helden eine Statue setzen will, setzt es in corpore in eine Lotterie. Es ist zu fürchten, dass es eine Kunstniete zieht. 1361. Das Menschlich-Liebenswürdige, Zarte unter der Form einer imaginierten bildenden Kunst. Klosterbruder, Sternbald. 1362. Bei Betrachtung von Kunstwerken, sowohl dichterischen als bildnerischen, des 3. und 4. Jahrhunderts lässt sich bemerken, wie lange die Künstler noch am alten guten Sinne festgehalten haben, da schon alles um sie her dafür erstorben war. Erklärungsart der Kunstwerke auf diesem Wege. Sie sind keineswegs abstrus, sondern plastisch zu nennen. S. das Kapitolinische Basrelief mit dem Prometheus pp. 1363. Organische Natur: Ins Kleinste lebendig; Kunst: Ins Kleinste empfunden. 1364. Konflikte. Sprünge der Natur und Kunst. Eintretender Genius zur rechten Zeit. Element genugsam vorbereitet. Nicht roh und starr. Auch nicht schon verbraucht. Ebenso mit der Organisation. Hier springt die Natur auch nur, insofern alles vorbereitet ist, als ein Höheres, in die Wirklichkeit Tretendes zur eminenten Erscheinung gelangen kann. 1365. Perspektivische Gesetze: Die mit so großem Sinn als Richtigkeit die Welt auf das Auge des Menschen und seinen Standpunkt beziehen und dadurch möglich machen, dass jedes sonderbare, verworrene Gedräng’ von Gegenständen in ein reines, ruhige Bild verwandelt werden kann. 1366.
Poetische Metamorphosen. |
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