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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 152. 153. 154. 155. 156. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
160. NachtDrei Tage nachdem mir dieses Unglück begegnet war, sah ich mit Erstaunen einen Trupp Polizeidiener und den Kaufmann, der mich fälschlich als den Dieb des Halsbandes mit Perlen verklagt hatte, zu mir ins Haus treten. Ich fragte sie, was sie zu mir führte, aber anstatt mir zu antworten, banden und knebelten sie mich, indem sie mich mit Schimpfreden und mir sagten, dass das Halsband dem Befehlshaber von Damask gehörte, der es seit länger als drei Jahren verloren hätte, und dass zu derselben Zeit eine seiner Töchter verschwunden wäre. Stellt euch den Zustand vor, in welchen mich diese Nachricht versetzte! Ich fasste jedoch einen Entschluss. "Ich werde dem Befehlshaber die Wahrheit sagen," sagte ich zu mir selbst. "Es wird von ihm abhängen, mir zu verzeihen, oder mich töten zu lassen." Als man mich vor ihn brachte, bemerkte ich, dass er mich mit einem mitleidigen Auge ansah, und das war eine gute Vorbedeutung. Er ließ mich entfesseln, und sagte hierauf, indem er sich an den Juwelenhändler, der mein Ankläger war, und an meinen Hausherrn wandte: "Ist das der Mensch, der das Perlenhalsband zum Verkauf ausgeboten hat?" Sie hatten ihm kaum mit ja geantwortet, als er fort fuhr: "Ich bin überzeugt, dass er das Halsband nicht gestohlen hat, und ich bin sehr erstaunt, dass man ihm eine so große Ungerechtigkeit hat widerfahren lassen." Durch diese Worte ermutigt, rief ich aus: "Herr, ich schwöre euch, dass ich in der Tat sehr unschuldig bin. Ich bin sogar überzeugt, dass das Halsband meinem Ankläger, den ich niemals gesehen habe, und dessen Treulosigkeit an meiner unwürdigen Behandlung schuld ist, nie gehört hat. Es ist wahr, dass ich den Diebstahl eingestanden habe, aber ich habe dieses Geständnis wider mein Gewissen, von Qualen bedrängt und aus einer Ursache abgelegt, die ich euch zu sagen bereit bin, wenn ihr die Güte haben wollt, mich anzuhören." - "Ich weiß bereits genug," sagte der Befehlshaber, "um euch sogleich einen Teil der Gerechtigkeit, den ich euch schuldig bin, widerfahren zu lassen. Man führe," fügte er hinzu, "den falschen Ankläger fort, und lasse ihn dieselbe Strafe erleiden, die er diesen jungen Mann, dessen Unschuld mir bekannt ist, hat erleiden lassen." Man vollstreckte diesen Befehl auf der Stelle: Der Juwelenhändler wurde abgeführt und nach Verdienst bestraft. Nachdem hierauf der Befehlshaber alle Gegenwärtigen hatte hinausgehen lassen, sagte er zu mir: "Mein Sohn, erzählt mir ohne Furcht, wie dies Halsband in eure Hände gekommen ist, und verschweigt mir nichts." Hierauf entdeckte ich ihm alles Vorgefallene, und gestand ihm, dass ich lieber für einen Dieb gelten würde, als dieses traurige Abenteuer kund machen wollen. "Großer Gott," rief der Befehlshaber, als ich meine Erzählung beendet hatte, aus, "deine Ratschlüsse sind unerforschlich, und wir müssen uns ihnen ohne Murren unterwerfen! Ich empfange mit vollkommener Unterwerfung den Streich, welcher mich nach deinem Gefallen getroffen hat." Hierauf sagte er, seine Worte an mich richtend: "Mein Sohn, nachdem ich nun von dir die Ursache deines Unglücks, welches mich sehr betrübt, erfahren habe, will ich dir auch das meinige erzählen. Wisse, dass ich der Vater der beiden Frauen bin, von welchen du mir eben erzählt hast." |
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