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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 342. 343. 344. 345. 346. 347. 348. 349. 350. 351. 352. 353. 354. 355. 356. 357. 358. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
350. NachtSobald die beiden Sklavinnen sich in ein benachbartes Zimmer, wohin der junge Kaufmann sie gewiesen, begeben hatten, setzte er sich zu Herzenspein aufs Sofa, jedoch in gehöriger Entfernung von ihr, um ihr seine Ehrerbietung an den Tag zu legen. Er brachte das Gespräch wieder auf seine Liebe, und sagte ihr die rührendsten Dinge in Beziehung auf die unüberwindlichen Hindernisse, die ihm jede Hoffnung benähmen. "Ich wage selbst nicht einmal zu hoffen," fuhr er fort, "durch alle meine Zärtlichkeit auch nur den schwächsten Funken von Teilnahme in eurem Herzen zu wecken, welches für den mächtigsten Fürsten der Erde bestimmt ist. Ach, in meinem Unglück würde es ein Trost für mich sein, wenn ich mir schmeicheln dürfte, dass ihr meine unendliche Liebe zu euch nicht mit gleichgültigen Augen angesehen hättet!" - "Herr," erwiderte Herzenspein... "Ach, gnädige Frau," unterbrach sie Ganem bei diesem Wort, "Ihr erweist nun schon zum zweiten Mal mir die Ehre, mich mit dem Wort Herr anzureden. Beim ersten Mal hinderte mich die Anwesenheit der Sklavinnen, euch meine Gedanken hierüber zu sagen. Allein, um Gottes willen, edle Frau, gebt mir nicht mehr diesen Ehrentitel, der mir nicht zukommt. Behandelt mich, ich bitte euch darum, ganz wie euren Sklaven. Ich bin es ja, und werde nie aufhören, es zu sein." "Nein, nein," unterbrach ihn jetzt Herzenspein, "ich werde mich wohl hüten, einen Mann, dem ich mein Leben verdanke, so zu behandeln. Ich wäre undankbar, wenn ich etwas spräche oder täte, was für euch nicht angemessen wäre. Lasst mich also den Gefühlen meiner Dankbarkeit folgen, und fordert nicht von mir, dass ich zum Lohn für eure Wohltaten unhöflich mit euch umgehe. Ich werde dies niemals tun. Ich bin zu sehr von eurem ehrerbietigen Betragen gerührt, als dass ich es je missbrauchen könnte, und ich gestehe euch, dass ich eure zarte Sorgfalt keineswegs mit gleichgültigen Augen ansehe. Mehr kann ich euch nicht sagen. Ihr kennt ja die Gründe, welche mir zu schweigen gebieten." Ganem wurde von diesen Äußerungen ganz bezaubert. Er weinte vor Freude darüber, und da er nicht Worte finden konnte, um ihr seinen Dank genügend ausdrücken zu können, so begnügte er sich, ihr zu sagen: Wenn sie wisse, was sie dem Kalifen schuldig sei, so wisse er seinerseits ebenfalls, dass, "was dem Herrn gehöre, dem Sklaven verboten sei." Da er die Annäherung der Nacht bemerkte, stand er auf, um Licht zu holen. Er brachte es selber und zugleich einen kleinen Imbiss, der zu Bagdad bestehenden Sitte gemäß, wo man, nachdem man eine gute Mittagsmahlzeit genossen, des Abends bloß etwas Wein und Früchte zu sich nimmt, und sich bis zum Schlafengehen mit angenehmen Gesprächen unterhält. Sie setzten sich nun beide zu Tisch. Anfangs sagten sie einander in Bezug auf die Früchte, die sie sich gegenseitig darreichten, allerlei Artigkeiten. Hierauf ladete die Vortrefflichkeit des Weines sie allmählich zum Trinken ein, und kaum hatten sie zwei bis drei Mal getrunken, als sie es sich auch schon zum Gesetz machten, nicht mehr zu trinken, ohne zuvor ein Lied gesungen zu haben. Ganem sang einige Verse, die er aus dem Stehgreif dichtete und welche die Stärke seiner Liebe ausdrückten. Herzenspein, durch sein Beispiel aufgemuntert, dichtete und sang ebenfalls Leider, die auf ihr Abenteuer Bezug nahmen und in denen stets etwas lag, das Ganem zu seinen Gunsten auslegen konnte. Übrigens wurde - dies einzige abgerechnet - die Treue, zu der sie gegen den Kalifen verpflichtet war, sorgfältig darin beobachtet. Der Imbiss dauerte sehr lange, und die Nacht war schon sehr weit vorgerückt, ehe sie daran dachten, sich zu trennen. Zuletzt zog sich jedoch Ganem auf sein Zimmer zurück, und ließ die schöne Herzenspein in dem ihrigen, in welches die neu gekauften Sklavinnen sofort eintraten und sie auskleideten. So lebten sie miteinander mehrere Tage lang. Der junge Kaufmann ging bloß aus, wenn ihn Geschäfte von der äußersten Wichtigkeit fort riefen. Außerdem benutzte er auch noch die Zeit, wo die schöne Frau schlummerte, denn er konnte es nicht über das Herz bringen, auch nur einen einzigen von den Augenblicken zu verlieren, die er bei ihr zubringen durfte. Er war stets bloß mit seiner leibenden Herzenspein beschäftigt, welche ihrerseits, von ihrer Neigung fortgerissen, ihm gestand, dass sie nicht geringere Leibe für ihn empfinde, als er für sie. Indessen, wie sehr sie auch ineinander verliebt waren, so war doch der bloße Gedanke an den Kalifen im Stande, sie in den gehörigen Schranken zu halten, was denn ihre Leidenschaft noch mehr erregte. Während Herzenspein, so zu sagen, aus den Händen des Todes entrissen worden war, und ihre Zeit bei Ganem so angenehm hinbrachte, war Sobeïde im Palast Harun Arreschyds nicht ohne einige Verlegenheit. Die drei Sklaven, welche sie zu Werkzeugen ihrer Rache gebrauchte, hatten kaum den Kasten - ohne zu wissen, was darin sei, und ohne sich auch nur darum zu kümmern - als Leute, die blindlings ihre Befehle zu erfüllen gewohnt waren, fort getragen, als sie auch schon von der grausamsten Unruhe ergriffen wurde. Tausend ängstliche Gedanken störten ihre Ruhe. Sie konnte auch nicht einen Augenblick des Schlummers genießen, und die ganze Nacht dachte sie nur auf Mittel und Wege, ihr Verbrechen zu verbergen. "Mein Gemahl," sagte sie bei sich selbst, "liebt die Herzenspein mehr, als er jemals eine seiner Favoritinnen geliebt hat. Was soll ich ihm nun bei seiner Rückkehr antworten, wenn er sich bei mir nach ihr erkundigt?" Zwar fielen ihr mehrere listige Auswege ein, doch keiner genügte ihr. Immer fand sie einige Schwierigkeiten dabei, und so wusste sie nicht, wozu sie sich entscheiden sollte. Sie hatte in ihrer Umgebung eine bejahrte Frau, die sie von früher Kindheit an erzogen hatte. Diese ließ sie bei Tagesanbruch zu sich kommen, entdeckte ihr das Geheimnis und sagte dann zu ihr: "Meine gute Mutter, du hast mich immer mit deinen guten Ratschlägen unterstützt. Doch jetzt in diesem Fall bedarf ich derselben gerade am meisten, da es hier darauf ankommt, meinen Geist, der von einer tödlichen Unruhe erfüllt ist, zu beruhigen, und mir ein Mittel an die Hand zu geben, wie ich den Kalifen zufrieden stellen soll." "Meine teure Gebieterin," erwiderte die alte Dame, "es wäre viel besser gewesen, wenn du dich in diese Verlegenheit gar nicht erst gesetzt hättest. Doch da die Sache einmal geschehen ist, so ist darüber weiter nichts zu sagen. Man muss jetzt bloß darauf denken, wie wir den Beherrscher der Gläubigen täuschen können, und mein Rat ist, dass du ein Stück Holz in Gestalt eines Leichnams ausschnitzen lässt. Wir hüllen dies dann in alte Leinwand ein, legen es in einen Sarg, und lassen es an irgend einer Stelle im Palast begraben. Sodann musst du unverzüglich ein kuppelförmiges Grabdenkmal aus Marmor über die Begräbnisstätte erbauen, und ein Leichengerüst erreichten lassen, das mit schwarzem Tuch überhangen und mit großen Leuchtern und dicken Wachskerzen rings umstellt sein muss. Auch musst du nicht vergessen," fuhr die bejahrte Frau fort, "sowohl selber Trauer anzulegen, als auch deine Frauen und die der Favoritin, so wie auch deine Verschnittenen und alle Palastbeamten Trauerkleider anlegen zu lassen. Wenn dann der Kalif zurückkehren und seinen ganzen Palast, sowie auch dich, in Trauer sehen wird, wird er nicht unterlassen, nach der Ursache davon zu fragen. Dann wirst du eine gute Gelegenheit haben, dir bei ihm ein Verdienst zu erwerben, wenn du ihm sagst, dass du um seinetwillen der schönen Herzenspein, die eines plötzlichen Todes gestorben, diesen letzten Dienst erwiesen. du musst ihm dann erzählen, dass du der Favoritin hättest ein Grabmal erbauen und ihr alle die Ehre erzeigen lassen, die er ihr selbst, wäre er zugegen gewesen, nur irgend hätte antun können. Da seine Liebe zu ihr so groß gewesen ist, so wird er gewiss hingehen, und an ihrem Grab Tränen vergießen. Vielleicht auch wird er gar nicht glauben wollen, dass sie wirklich gestorben sei, sondern wohl gar argwöhnen, du hättest sie aus Eifersucht aus dem Palast fortgeschafft, und diese Trauer sei ein bloßer Kunstgriff, um ihn zu täuschen und an allen Nachforschungen zu hindern. Es ist sogar wahrscheinlich, dass er sie aufgraben und den Sarg öffnen lassen wird. Wenn er dann aber das hölzerne Leichenbild erblickt, so wird er von ihrem Tod sicher überzeugt zu sein glauben, und dir zugleich für alles das, was du getan, großen Dank wissen. Was das Holzbild betrifft, so nehme ich es auf mich, ein solches durch einen Bildhauer hiesiger Stadt, der nie erfahren soll, zu welchem Zweck, ausschnitzen zu lassen. Du aber musst der Dienerin, welche gestern Abend der Herzenspein das Zitronenwasser gereicht hat, anbefehlen, dass sie ihren Mitdienerinnen melde, sie habe soeben ihre Gebieterin tot im Bett gefunden, sie habe dir bereits davon Anzeige gemacht, und du hättest bereits an Mesrur die nötigen Befehle zu ihrer Ankleidung und Beerdigung erlassen." Als die alte Dame ihren Vortrag geendigt, zog Sobeïde aus ihrem Schmuckkästchen einen kostbaren Diamantring, steckte ihn derselben an den Finger, umarmte sie, und sagte voll Freude zu ihr: "Ach, meine gute Mutter, wie vielen Dank bin ich dir schuldig: Mir wäre ein so sinnreiches Auskunftsmittel nie eingefallen. Es muss dies durchaus gelingen, und ich fühle, dass ich mich wieder zu beruhigen anfange. Ich verlasse mich also wegen der Bestellung des Holzbildes ganz auf dich, und das übrige werde ich selber jetzt sogleich anordnen." Das Holzbild wurde mit aller nur möglichen Sorgfalt fertig gemacht, und hierauf von der alten Dame selber in Herzenspeins Zimmer getragen, wo sie es wie einen Toten einhüllte und in einen Sarg legte. Hierauf ließ Mesrur, welcher selber im Irrtum war, den Sarg mit der Scheinleiche aufheben, und diese wurde sodann mit allen üblichen Zeremonien beerdigt, und zwar unter lautem Weinen der Frauen der Favoritin, unter denen gerade die, welche ihr das Zitronenwasser gereicht, die übrigen durch ihr Geschrei und ihr Wehklagen noch mehr anfeuerte. Noch an demselben Tag ließ Sobeïde den Hofbaumeister des Kalifen kommen, und den Befehlen zufolge, die sie ihm erteilte, wurde das Grabdenkmal in sehr kurzer Zeit fertig. Fürstinnen von solcher Macht, wie die Gemahlin des Fürsten, dessen Herrschaft von Osten bis nach Westen reichte, finden stets in Hinsicht der Vollziehung ihrer Befehle pünktlichen Gehorsam. Auch hatte sie sogleich nebst ihrem ganzen Hof Trauer angelegt, was denn bewirkte, dass die Nachricht von ihrem Tod sich in der ganzen Stadt verbreitete. Ganem war einer der letzten, der es erfuhr. Er ging, wie schon gesagt, fast gar nicht aus. Indessen erfuhr er es dennoch eines Tages. "Edle Frau," sagte er zu der schönen Favoritin des Kalifen, "man hält euch in ganz Bagdad für tot, und ich zweifle nicht, dass Sobeïde selber es glaubt. Ich preise den Himmel, dass ich die Ursache und der glückliche Augenzeuge davon bin, dass ihr noch lebt. Wollte Gott, dass ihr dies falsche Gerücht benutzen, euer Los an das meinige knüpfen, und euch mit mir weit von hier weg entfernen möchtet, um hinfort über mein Herz zu herrschen! Doch, wohin führt mich mein süßer Phantasietraum? Ich vergesse, dass ihr dazu geboren seid, um das Glück des mächtigsten Fürsten der Erde auszumachen, und dass Harun Arreschyd allein euer würdig ist. Selbst, wenn ihr ihn mir zum Opfer bringen, wenn ihr folgen wolltet, dürfte ich dies Opfer annehmen? Nein, ich muss vielmehr stets daran denken, dass was dem Herrn gehört, dem Sklaven verwehrt ist." Obwohl die liebenswürdige Herzenspein gegen die zärtlichen Regungen, die sie selber geweckt hatte, nicht unempfindlich war, so gewann sie es doch über sich, dieselben nicht zu erwidern. "Herr," sagte sie zu ihm, "wir können Sobeïdes Triumph nicht hindern. Indessen lassen wir sie nur machen, ich hoffe, auf diesen Triumph wird bald große Betrübnis folgen. Der Kalif wird zurückkehren, und wir werden Mittel und Wege finden, ihn insgeheim von allem, was vorgefallen, zu unterrichten. Gleichwohl wollen wir größere Vorsichtsmaßregeln, als je, anwenden, dass sie nicht erfährt, dass ich am Leben bin. Was dann die Folgen sein würden, habe ich euch schon gesagt." Nach Verlauf von drei Monaten kehrte der Kalif glorreich und als Sieger nach Bagdad zurück. Voll Sehnsucht, Herzenspein zu sehen und ihr seine neuen Lorbeeren darzubringen, tritt er in seinen Palast. Er wunderte sich, alle seine Hausbeamten, die er da zurückgelassen, in Trauerkleidern zu sehen. Er erschrickt, ohne zu wissen warum, und seine Unruhe verdoppelt sich, als er zu den Zimmern Sobeïdes kommt, und diese Fürstin mit allen Frauen ihres Gefolges in Trauerkleidern sich entgegen kommen sieht. Er fragte sehr ängstlich nach dem Anlass dieser Trauer, und Sobeïde erwiderte: "Beherrscher der Gläubigen, ich habe sie für eure Sklavin Herzenspein angelegt, die so plötzlich gestorben, dass kein Heilmittel gegen ihr Übel angewendet werden konnte." Sie wollte weiter sprechen, doch der Kalif ließ ihr keine Zeit dazu. Er wurde von dieser Nachricht so ergriffen, dass er einen lauten Schrei ausstieß, und ohnmächtig in die Arme Giafars, seines Wesirs fiel, welcher ihn begleitete. Endlich erholte er sich von dieser Ohnmacht wieder, und fragte mit einer Stimme, welche seine tiefe Betrübnis ausdrückte, wo seine geliebte Herzenspein denn begraben worden sei. "Herr," sagte Sobeïde zu ihm, "ich selber habe ihre Leichenfeier besorgt, und nichts gespart, um sie so prächtig als möglich zu machen. Auch habe ich über ihrer Begräbnisstätte ein marmornes Grabdenkmal errichten lassen, und werde euch, wenn ihr es wünscht, hinführen." Der Kalif wollte nicht, dass Sobeïde sich selber damit bemühen möchte, sondern ließ sich durch Mesrur hinführen. Er ging hin, so wie er war, das heißt in seinem Kriegskleid. Als er das mit schwarzem Tuch überhangene Leichengerüst, und die umher gestellten Wachskerzen, und die ganze Pracht des Grabdenkmals sah, wunderte er sich, dass Sobeïde die Totenfeier ihrer Nebenbuhlerin mit so viel Pomp hatte begehen lassen, und da er von Natur sehr argwöhnisch war, so traute er dieser Großmut seiner Gemahlin nicht, und dachte, seine Geliebte möge wohl nicht tot sein, sondern Sobeïde habe vielleicht seine lange Abwesenheit benutzt, und sie aus dem Palast verwiesen, und denen, welche sie abführen sollten, anbefohlen, sie so weit hinweg zu bringen, dass man nie mehr von ihr das geringste hörte. Weiter hatte er keinen Verdacht. Denn er glaubte nicht, dass Sobeïde so bösartig sei, dass sie auf das Leben seiner Favoritin einen Anschlag gemacht haben sollte. Um sich über den wahren Bestand der Sache Aufschluss zu verschaffen, ließ der Fürst das Leichengerüst wegnehmen, und das Grab und den Sarg in seiner Gegenwart öffnen. Doch als er das Linnentuch erblickte, worin das Holzbild gehüllt war, so wagte er nicht weiter vorzudringen. Der religiöse Kalif fürchtete die Vorschriften der Religion zu verletzen, wenn er es zugäbe, dass man den Körper der Verstorbenen anrührte, und diese gewissenhafte Bedenklichkeit überwog bei ihm die Liebe und die Neugierde. Er zweifelte jetzt nicht mehr an Herzenspeins Tod, er ließ den Sarg verschließen, das Grab wieder zuschütten, und das Leichengerüst wieder in den vorigen Zustand setzen. Der Kalif, welcher dem Grab seiner Favoritin einige Aufmerksamkeit schenken zu müssen glaubte, schickte nach den Dienern der Religion, nach den Palastbeamten und den Vorlesern des Korans, und während man sie zusammenholte, blieb er im Grabdenkmal, und benetzte mit seinen Tränen die Erde, welche das Scheinbild seiner Geliebten bedeckte. Als die sämtlichen Diener, die er hatte berufen lassen, versammelt waren, trat er an ihre Spitze. Sie reihten sich um ihn her, und sagten lange Gebete, worauf die Vorleser mehrere Kapitel des Korans vorlasen. Diese Feierlichkeit wurde einen ganzen Monat hindurch tagtäglich des Morgens und des Nachmittags wiederholt, und zwar immer in Gegenwart des Kalifen, des Großwesirs Giafar und der Oberhofbeamten, die sämtlich in Trauer erschienen, so wie der Kalif, der während dieser Zeit nicht aufhörte, das Andenken seiner Favoritin mit Tränen zu ehren, und der von nichts anderem etwas hören wollte. |
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