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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 442. 443. 444. 445. 446. 447. 448. 449. 450. 451. 452. 453. 454. 455. 456. 457. 458. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
450. Nacht"Herr," antwortete der Aufseher der Gärten, "ich bin von Eurer Majestät und von dem Sultan, eurem Vater, glückseligen Andenkens, mit Wohltaten überhäuft, dermaßen, dass mir nichts mehr zu wünschen übrig bleibt, als mit der Ehre eurer Wohlgewogenheit meine Tage zu beschließen." Er nahm Abschied vom Sultan Chosru-Schach, und bezog hierauf, mit den beiden Prinzen Bahman und Perwis und der Prinzessin Parisade, das Landhaus, welches er hatte bauen lassen. Seine Frau war schon vor etlichen Jahren gestorben. Er selber hatte hier mit den Kindern auch noch nicht fünf bis sechs Monate gelebt, als er von einem so schleunigen Tod überrascht wurde, dass dieser ihm nicht einmal Zeit ließ, ihnen ein Wort über ihre wahre Herkunft zu sagen. Was er allerdings beschlossen hatte zu tun, um sie zu nötigen, ihr bisheriges Leben fortzusetzen, ihrem Rang und Stand, und der Erziehung gemäß, welche er ihnen gegeben hatte, so wie der Neigung, welche sie selber dazu antrieb. Die Prinzen Bahman und Perwis und die Prinzessin Parisade, welche nur den Aufseher der Gärten als ihren Vater kannten, betrauerten ihn als solchen, und erwiesen ihm auch im Tod alle die Ehre, welche kindliche Liebe und Dankbarkeit von ihnen forderten. Zufrieden mit den großen Gütern, welche er ihnen hinterlassen hatte, fuhren sie fort, beisammen in derselben Eintracht zu leben, wie bisher, ohne dass die Prinzen den Ehrgeiz gefühlt hätten, sich am Hof zu zeigen, um nach den höchsten Ämtern und Würden zu trachten, deren Erlangung ihnen leicht gewesen wäre. Eines Tages, als die beiden Prinzen auf der Jagd waren und die Prinzessin zu Hause geblieben, erschien eine andächtige, sehr bejahrte Frau an der Türe, und bat um Einlass, um das Gebet zu verrichten, dessen Stunde gekommen war. Man ging hin und fragte die Prinzessin um Erlaubnis. Die Prinzessin befahl, sie einzulassen und ihr das Betzimmer zu zeigen, womit der Aufseher der Gärten des Sultans das Landhaus wohlbedächtig versehen hatte, weil keine Moschee in der Nachbarschaft war. Zugleich befahl sie, wenn die fromme Frau ihre Andacht verrichtet hätte, ihr das Haus und den Garten zu zeigen und sie darauf zu ihr zu führen. |
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