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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 448. 449. 450. 451. 452. 453. 454. 455. 456. 457. 458. 459. 460. 461. 462. 463. 464. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
456. NachtDer Prinz Bahman beharrte aber in seinem Entschluss, und erwiderte dem Derwisch: "Ich will glauben, dass euer Rat aufrichtig ist, und ich bin euch für diesen Beweis eurer Freundschaft sehr verbunden. Aber wie groß auch die Gefahr sei, von welcher ihr mir sagt, so ist doch nichts im Stande, mich von meinem Vorhaben abzubringen. Wenn jemand mich angreift, so habe ich gute Waffen, und er wird nicht tapferer noch beherzter sein, als ich." "Wenn aber die, welche euch angreifen," wandte ihm der Derwisch ein, "sich nicht sehen lassen, wie wollt ihr euch gegen unsichtbare Feinde verteidigen?" "Immerhin," versetzt der Prinz, "was ihr mir auch sagen mögt, ihr werdet mich nie dahin bringen, gegen meine Pflicht zu handeln. Da ihr den Weg wisst, nach welchem ich euch frage, so beschwöre ich euch noch einmal, mir ihn zu zeigen, und mir diese Bitte nicht abzuschlagen." Als der Derwisch sah, dass er nichts über den Prinzen Bahman vermochte und derselbe hartnäckig in dem Entschluss beharrte, seine Fahrt fortzusetzen, ungeachtet des heilsamen Rats, welchen er ihm gab, so steckte er die Hand in einen Sack neben sich, zog eine Kugel daraus hervor, und überreichte sie ihm mit den Worten: "Da ich es nicht über euch gewinnen kann, dass ihr mir folgt, und meinen Rat benutzt, so nehmt diese Kugel, und wenn ihr wieder zu Pferde seid, so werft sie vor euch hin, und folgt ihr, bis an den Fuß eines Berges, wo sie stehen bleiben wird: Sobald sie still steht, steigt ab, und lasst eurem Ross den Zügel um den Hals. Es wird auf derselben Stelle bleiben, und eure Rückkehr erwarten. Indem ihr nun den Berg hinan steigt, werdet ihr zur Rechten und zur Linken eine große Menge dicker schwarzer Steine erblicken, und von allen Seiten ein verworrenes Getöse von Stimmen hören, welche euch tausend Schimpfreden zurufen, um euch zu entmutigen, und zu bewirken, dass ihr nicht den Gipfel erreicht. Aber hütet euch wohl, zu erschrecken, und vor allen Dingen, den Kopf zu drehen, um euch umzusehen: In einem Augenblick würdet ihr in einen schwarzen Stein verwandelt sein, gleich denen, welche ihr dort seht, und welche ebenso viel solche Herren waren, wie ihr seid, denen ihre Unternehmung missglückt ist, wie ich euch schon gesagt habe. Wenn ihr die Gefahr vermeidet, welche ich hier nur andeute, damit ihr wohl daran gedenkt, und nun wirklich den Gipfel des Berges erreicht, so werdet ihr dort einen Käfig finden, und in dem Käfig den Vogel, welchen ihr sucht. Da er sprechen kann, so fragt ihn: Wo der singende Baum und das tanzende Wasser sind. Er wird es euch anzeigen. Mehr habe ich euch nicht zu sagen: Ihr wisst nun alles, was ihr tun und meiden müsst. Aber wenn ihr auf mich hören wollt, so befolgt den Rat, welchen ich euch gegeben habe, und setzt euch nicht der Lebensgefahr aus. Noch einmal, da ihr noch Zeit habt zu überlegen, bedenkt, dass der Verlust des Lebens unwiederbringlich, und an eine Bedingung geknüpft ist, welche man leicht übertreten kann, selbst durch Achtlosigkeit, wie ihr wohl einsehen werdet." |
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