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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 657. 658. 659. 660. 661. 662. 663. 664. 665. 666. 667. 668. 669. 670. 671. 672. 673. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
665. NachtDer Vorschlag wurde mit Entzücken angenommen. Sie kam bald ihrer Lehrerin gleich und spielte ihr einige Streiche, die diese erzürnten. Nach vielen Streitigkeiten trennten sich die beiden Zauberinnen, indem sie sich einen ewigen Hass zuschworen, der sich noch, wie sie sagten, im Feuer der Hölle beleben würde. Diese neue Wissenschaft, weit entfernt, meine Schwester zu bereichern, hatte sie im Gegenteil zu vielen Ausgaben verführt, in welchen die Trümmer ihres Vermögens draufgegangen waren. Aber sie tröstete sich mit dem Gedanken, viel Böses stiften zu können. Nachdem sie lange Zeit die Arbeit verrichtet hatte, Holz in die öffentlichen Öfen zu werfen, zwang sie die Härte ihres Herrn, etwas anderes zu ergreifen. Durch ihre Zaubereien erfuhr sie, dass mein Gatte von Zeit zu Zeit aufs Land ging. Sie beschloss, während seiner Abwesenheit zu mir zu kommen, und durch die magischen Künste, welche sie von ihrer alten Lehrerin gelernt hatte, versetzte sie sich in einem Augenblick zu mir. Ob sie gleich in einem noch viel schlechteren Aufzug kam als nach ihrer ersten Reise, erkannte ich sie doch leicht, weil ich nicht erwartet hatte, sie wohlhabender zu sehen. Sie kam mit sehr übellaunigem Gesicht und antwortete gar nicht auf meine Freundschaftsversicherungen. Ja, sie stieß mich sogar mit Härte zurück, als ich auf sie zuging, um sie zu umarmen. "Sie hat nur zu viel Ursache, bei übler Laune zu sein. Man muss den Kummer der Unglücklichen mit Schonung behandeln," sagte ich zu mir selbst, und als ich sah, dass sie halsstarrig stillschwieg, wagte ich es, sie anzureden. "Meine Schwester," sagte ich zu ihr, "es würde unstreitig unbescheiden sein, Nachrichten von Deiner Reise von Dir zu verlangen. Aber ich würde mich auf gewisse Weise über die Dir zugestoßenen Unfälle trösten, wenn sie Dich dazu bestimmten, bei uns zu bleiben. Wenn du jetzt noch die Ratschläge meines Mannes befolgen wolltest, so könntest Du noch glücklich werden und dadurch alle unsere Wünsche erfüllen." "Könntest Du," sagte sie mit verschlossener Wut, "zu meinem Elend noch Vorwürfe fügen, und hast Du Eile, mich aus Deinem Haus entfernt zu sehen? Ohne Zweifel ist dies der Zweck Deiner Vorstellungen, die eine jüngere Schwester ihrer älteren niemals machen sollte. Um jedoch allen Deinen Deklamationen gegen das Reisen zu begegnen, so wisse, dass ich weit mehr Kenntnisse erworben als Reichtümer verloren habe; und das werde ich Dir bei der ersten Veranlassung beweisen." Alle ihre Kenntnisse brachten ihr jedoch kein Geld ein, und ich musste sie damit versehen. Eines Tages verlangte sie eine beträchtliche Summe von mir. Ich gab ihr zur Antwort, dass ich die Rückkehr meines Gatten abwarten müsste, weil ich nur für den täglichen Bedarf zu sorgen hätte. "Meine Schwester," fügte ich hinzu, "glaubst Du, dass ich Deine Entwürfe nicht durchschaue? Steh von ihnen ab, ich beschwöre Dich. Deine Wissenschaft und Deine Kenntnisse haben Dich klüger gemacht, suche nur Deinen guten Ruf herzustellen." Diese Vorwürfe entflammten ihren Zorn, Wut blitzte aus ihren Augen, und nachdem sie mich mit Beleidigungen überhäuft hatte, ergriff sie eine Schale mit Wasser, wovon sie mit einem Zypressenzweig einige Tropfen auf mein Haupt und auf das meines Sohnes sprengte, indem sie einige barbarische Worte sprach. In demselben Augenblick erfolgte die traurige Verwandlung, in welcher Ihr uns gesehen und von welcher Ihr uns befreit habt. Ihr könnt Euch wohl denken, liebenswürdiger Fremdling, dass ich Euch nichts weiter zu erzählen habe; denn man jagte uns augenblicks in einen nahen Stall, in welchem wir selten Besuch erhielten." "Es kommt nun mir zu," sagte der Mann, "Euch zu erzählen, was sich seitdem eben berichteten traurigen Abenteuer ereignet hat. |
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