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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 673. 674. 675. 676. 677. 678. 679. 680. 681. 682. 683. 684. 685. 686. 687. 688. 689. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
681. NachtIndessen schreitet er vergeblich vorwärts. Der Gegenstand, welchen er erreichen will, scheint mit jedem schritt vor ihm zurückzuweichen. Auf einmal sieht er über seinem Haupt ein Gewölk schweben, welches schleunig herabsinkt: Bald unterscheidet das Auge eine Gestalt, und Habib erkennt, dass, was er für ein Gewölk gehalten hat, ein Vogel von wunderbarer Größe ist. In der Lage, worin er sich befand, verschmähte er nicht das Mittel der Rettung, welches die Vorsehung ihm darbot; und da er sah, dass die Füße des Vogels so dick waren wie Palmstämme, so band er sich daran fest. Der Vogel säumte nicht, wieder aufzufliegen, und nahm gerade seien Richtung nach dem schwarzen Fleck, welchen Habib vergeblich zu erreichen gesucht hatte. Dieser Fleck war ein unermessliches Gebirge, welches seine Entfernung so klein erscheinen ließ. Der Vogel ließ sich auf dem Berg nieder, und Habib band sich sogleich von seinem Fuß los. Er durchlief den Ort, wo er sich nun befand, und gelangte an den Eingang einer geräumigen Höhle, deren wilder Anblick Grauen erregte. Der junge Prinz ließ sich aber nicht abschrecken, und der Erfolg krönte seine Anstrengung. Er schritt mit festem Fuß vorwärts, und kaum war er eingetreten, als er den Geist Al-Abus ihn rufen hörte und sich nahe bei ihm befand. Dieser Geist hielt in der einen Hand einen köstlichen, von den Geistern geschmiedeten Säbel, und mit der andern reichte er Habib in einer prächtigen goldenen Schale ein Wasser, welches seine erschöpften Kräfte wieder beleben sollte. Nachdem der junge Prinz es mit einem einzigen Zug ausgeschlürft hatte, bezeigte er seinem alten Lehrmeister sein großes Vergnügen, ihn wieder zu sehen. Er erzählte ihm von seiner Zusammenkunft mit Dorrat-al-Gawas und von dem Glück, welches er sich verhieß, wenn er seine Vielgeliebte wieder sähe. "Ach, mein Sohn," erwiderte ihm der Geist, "Du bist noch weit von dem Ziel, wonach Du strebst. Wie viel ist Dir noch übrig zu tun! Du musst unermessliche Meere durchfahren, furchtbare Ungeheuer besiegen, gefahren aller Art überstehen. Ich möchte Dir gern durch meine Macht die Schwierigkeiten beseitigen helfen. Aber dieselbe erstreckt sich nicht bis dahin: Ich kann Dir nicht anders nützlich sein, als dass ich Dich zu Dienen Eltern zurücktrage, wenn Du diesen Ausweg ergreifen willst." Bei diesem beleidigenden Antrag unterbrach Habib hastig den Geist. "Wie?", sprach er, "ich hätte also die Meinigen verlassen, ich hätte dem Tod getrotzt, um schmachvoll wieder heimzukehren? Nein, einer solchen Nichtswürdigkeit bin ich unfähig, und mein Entschluss ist unwiderruflich gefasst: Ich will umkommen oder diejenige erringen, die ich liebe." Als der Geist seinen jungen Zögling so fest entschlossen sah, gab er ihm noch seine Lehren und sprach also zu ihm: |
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