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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 815. 816. 817. 818. 819. 820. 821. 822. 823. 824. 825. 826. 827. 828. 829. 830. 831. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
823. Nacht Zugleich spornte er sein Pferd und sprengte mit verhängten Zügeln hinter Alaeddin drein. Alaeddin bemerkte jetzt vor sich ein Wasserbecken, bei welchem eine Zisterne war: Er kletterte schnell die Mauer dieser Zisterne hinan, streckte sich darauf aus und lag, als wenn er schliefe: Er empfahl sich Gott und bat ihn, ihn allen Blicken zu entziehen. Als der Beduine sich ihm genaht und in seinen Steigbügeln emporgehoben hatte, um ihn zu ergreifen, tat Alaeddin abermals ein Gebet, wie er eben getan hatte, alsbald schlüpfte ein Skorpion aus seinem Loch und stach den Beduinen so heftig in die Hand, dass er sogleich seinen Kameraden rief und ihnen zuschrie, er wäre des Todes. Die Räuber rannten herbei, und da sie ihn auf der Erde hingestreckt fanden, setzten sie ihn wieder auf sein Pferd und erkundigten sich nach dem Unfall, der ihm zugestoßen wäre. Als sie vernahmen, dass er von einem Skorpion gestochen worden, fürchteten sie, die Gegen wäre ganz voll davon, und warne nur auf ihre Flucht bedacht. Sie führten schleunig ihren Spießgesellen mit sich hinweg und begaben sich wieder zu der übrigen Bande, welche alsbald verschwand. Alaeddin aber, der ganz erschöpft von der Anstrengung war, schlief auf der Mauer des Wasserbehälters fest ein. Unterdessen hatte Mahmud Albalchy nach dem ungestümen Ausbruch Alaeddins auch sein Gepäck aufladen lassen und seinen Weg nach Bagdad fortgesetzt. Angelangt in dem Löwenwald, empfand er eine gewisse Freude bei dem Anblick der Leichname, womit er die Erde bedeckt sah. Als er sich dem Wasserbecken nahte, beugte sein Maultier sich hinab, seinen Durst zu stillen. Aber plötzlich, als es den Schatten Alaeddins darin erblickte, fuhr es zurück. Mahmud schlug die Augen auf und erblickte Alaeddin in Hemd und Unterhosen auf dem Rand der Zisterne schlafend. Er weckte ihn auf und fragte ihn, wer ihn doch in einen so traurigen Zustand versetzt hätte. Als Alaeddin ihm gesagt hatte, es wären die Beduinenaraber gewesen, tröstete ihn der alte Kaumann, bat ihn herabzukommen und ließ ihn eins seiner Maultiere besteigen. Sie setzten so mitsammen den Weg nach Bagdad fort, wo sie bei guter Zeit anlangten. Mahmud führte Alaeddin in sein Haus und ließ ihm ein Bad bereiten. Nach dem Bad führte er ihn in ein Zimmer, welches überall von Gold strahlte und mit prächtigem Gerät versehen war. "Die Araber haben Euch alles geraubt," sagte er zu ihm, "Ihr habt Eure Reichtümer und Euer Gepäck verloren: Aber wenn Ihr gelehrig sein wollt, so will ich Euch mehr Reichtum wiedergeben, als Ihr besaßt." Man trug ein köstliches Abendessen auf. Mahmud und Alaeddin setzten sich zu Tisch. Nach der Mahlzeit näherte sich der alte Kaufmann dem Jüngling und wollte ihn umarmen: Dieser aber stieß ihn zurück und sprach zu ihm mit Festigkeit: "Ich glaubte, Euch schon hinlänglich den Abscheu zu erkennen gegeben zu haben, welchen solche Zumutungen mir einflößen, um Euch zu nötigen, davon abzustehen." Mahmud, ohne sich schon abschrecken zu lassen, wähnte noch, die unglückliche Lage Alaeddins benutzen zu können, und gab ihm zu verstehen, dass die Kleidung, das Maultier und die Waren, welche er ihm geben würde, wohl eine Gegengefälligkeit verdienten. "Behalte Deine Kleider, Dein Maultier und Deine Waren," antwortete Alaeddin stolz, "und lass mir Deine Türe öffnen, damit ich mich für immer aus Deiner Gegenwart entferne." Mahmud, durch Alaeddins Entschlossenheit außer Fassung gebracht, ließ ihm die Türe öffnen. Als Alaeddin einige Schritte in der Straße getan hatte, befand er sich bei einer Moschee und trat unter ihre Vorhalle. Nach einiger Zeit erblickte er in der Ferne ein Licht, welches sich gegen seinen Zufluchtsort hin zu bewegen schien. Bald erkannte er, dass dieses Licht von zwei Leuchten herrührte, welche zwei Kaufleuten vorgetragen wurden, von denen der eine ein Greis von würdiger Gestalt und der andere ein Jüngling war. "Mein teurer Oheim," sagte der junge Mann, "gebt mir meine Nichte wieder!" |
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