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828. Nacht

An ebendiesem Tag war Sobeïdes Vetter zu dem Vater dieser jungen Frau gekommen und hatte ihn aufgefordert, mit ihm zu Alaeddin zu gehen, um ihn zu zwingen, seine Frau zu verstoßen. Indem sie sich nun beide dahin begaben, bemerkten sie einen Sklaven auf einem Maultier, der fünfzig andere mit reichen und kostbaren Warenballen beladene Maultiere führte. Auf ihre Frage, wem diese Ballen gehörten, antwortete er, sie gehörten seinem Herrn Alaeddin Abulschamat, und sogleich fügte er hinzu:

"Der Vater meines Herrn hatte ihm Waren gegeben und ihn damit nach Bagdad geschickt; aber arabische Räuber haben ihn im Löwenwald angefallen und ihm alles genommen, was er hatte. Nachdem diese traurige Botschaft zu seinem Vater gekommen, hat er mich mit diesen fünfzig Maultieren zu ihm geschickt und mir überdies aufgetragen, ihm eine Summe von fünfzigtausend Goldstücken, ein Packt mit einem vollständigen und ebenso reichen Kleid, als die Räuber ihm geraubt haben, einen Zobelpelz und ein goldenes Waschbecken nebst Gießkanne einzuhändigen."

Der Vater der jungen Frau, erstaunt über diese Begebnis und verwundert über die Herzählung so vieler Reichtümer, beeilte sich, dem Sklaven zu sagen, er wäre der Schwiegervater Alaeddins, und erbot sich, ihn nach dem Hause desselben zu führen.

In diesem Augenblick war Alaeddin daheim mit seiner Gattin den traurigsten Betrachtungen hingegeben und ein Raub der höchsten Verzweiflung. Als er nun plötzlich einen großen Lärm an der Straßentüre hörte, rief er aus:

"Meine geliebte Sobeïde, das ist gewiss Dein Vater, der die Gerichtsdiener herschickt, um mich mit Gewalt von Dir zu trennen!"

"Sieh hin," sagte ihm Sobeïde, "wer diese Leute sind."

Alaeddin stieg mit langsamen Schritten die Stufen hinab und öffnete traurig die Türe. Er war erstaunt, da seinen Schwiegervater zu Fuß zu erblicken in Begleitung eines abessinischen Sklaven auf einem Maultier; aber er erstaunte bald noch weit mehr, als dieser Sklave, dessen Erscheinung, obwohl er schwarz war, dennoch etwas Angenehmes hatte, hurtig auf die Erde sprang und ihm die Hand zu küssen kam.

"Was willst Du?", fragte ihn Alaeddin.

"Herr," antwortete der Sklave, "ich bin der Knecht meines Herrn Alaeddin Abulschamat, des Sohnes Schemseddins, Vorstehers der Kaufleute zu Kairo. Sein Vater hat mich mit diesem Beglaubigungsschreiben hergesandt."

Zugleich überreichte er Alaeddin einen Brief, der ihn hastig ergriff, ihn öffnete und las, wie folgt:

"Schemseddin, Vorsteher der Kaufleute zu Kairo, an seinen vielgeliebten Sohn Alaeddin Abulschamat.

Gruß zuvor!

Soeben vernehme ich, mein lieber Sohn, die traurige Nachricht von dem Überfall, worin all Deine Leute umgekommen und dir alles geraubt worden, was Du hattest; aber tröste Dich, ich schicke Dir fünfzig andere Ballen der reichsten Stoffe meines Warenlagers, ein Maultier, einen Zobelpelz und ein goldenes Becken nebst Gießkanne. Verbanne also aus Deinem herzen die Besorgnisse, welche Du haben magst. Die Reichtümer, welche man Dir geraubt hat, haben für Dich selbst zum Lösegeld gedient. Deine Mutter und alle Genossen des Hauses erfreuen sich einer vollkommenen Gesundheit und lassen Dich herzlich grüßen. Ich habe auch erfahren, mein lieber Sohn, dass man Dich mit einer jungen Frau namens Sobeïde, die sehr geschickt in der Musik ist, verheiratet hat unter der Bedingung, sie zu verstoßen, und dass man, bloß um Dich dazu zu zwingen, Dich eine Verschreibung von fünfzigtausend Goldstücken zu ihrem Brautschatz hat ausstellen lassen. Ich habe diese Summe Deinem getreuen Sklaven Selin anvertraut, welcher sie Dir einhändigen wird, ebenso wie die fünfzig Warenballen.

Schemseddin."

Nachdem Alaeddin diesen Brief gelesen hatte, wandte er sich zu seinem Schwiegervater und sagte zu ihm:

"Empfangt diese zum Brautschatz Sobeïdes bedungenen fünfzigtausend Goldstücke und verhandelt zu Eurem Vorteil die fünfzig Warenballen und hebt mir nur das Kapital auf."

Sobeïdes Vater, erkenntlich für Alaeddins Großmut, wollte sie gleichwohl nicht benutzen.

"Ich kann nichts von Euren Erbietungen annehmen," antwortete er ihm. "Was den Brautschatz betrifft, so gehört er meiner Tochter, und ihr beide könnt damit machen, was Euch beliebt."

Ü   Þ

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