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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 828. 829. 830. 831. 832. 833. 834. 835. 836. 837. 838. 839. 840. 841. 842. 843. 844. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
836. Nacht Achmed Komakom, der die Menschenfreundlichkeit des Wesirs Giafar kannte und wohl wusste, dass seine Verwendung bei dem Kalifen niemals fruchtlos wäre, ließ ihn anflehen, sich gütig für ihn zu verwenden. Als der Wesir mit dem Kalifen davon redete, sagte dieser zu ihm: "Kann ich der menschlichen Gesellschaft eine solche Plage antun und so argen Räubereien freien Lauf lassen?" "Herr," sagte der Wesir, "verurteilt ihn zum ewigen Gefängnis: Das ist ein Grab, worin diejenigen lebendig begraben werden, welche das öffentliche Wohl von der menschlichen Gesellschaft abzuschneiden gebietet." Der Kalif gab der Vorstellung seines Wesirs nach. Er verwandelte die gegen Achmed Komakom ausgesprochene Todesstrafe in lebenslängliches Gefängnis und ließ auf seine Kette eingraben: In die Eisen verurteilt bis zum Tod. Achmed Komakom war also für seine übrige Lebenszeit eingesperrt, und seine Mutter, welche infolge des Mitleids, welches sie einflößte, freien Eintritt in dem Haus des Emirs Chaled, Walis von Bagdad, hatte, versorgte ihren Sohn in seinem Gefängnis mit Essen, welches sie ihm brachte, wobei sie ihm oft vorwarf, dass er die Ermahnungen, welche sie ihm vormals gegeben, nicht befolgt hätte. "Meine Mutter," sagte er eines Tages zu ihr, "niemand kann seiner Vorbestimmung entgehen, aber weil Ihr bei dem Wali aus- und eingeht, so sucht seine Frau zu bereden, bei ihm ein gutes Wort für mich einzulegen." Als die Alte hierauf wieder zu der Frau des Walis gekommen war und sie in Trauer gekleidet und in die tiefste Betrübnis versunken fand, fragte sie nach der Ursache davon. "Ach, gute Mutter," rief diese aus, "ich werde meinen geliebten Sohn Habdalum Besasa verlieren!" Als nun die Alte sich nach der Ursache seiner Krankheit erkundigte, erzählte ihr die Frau des Walis, was dem Besasa begegnet war. Die Alte erkannte hier eine günstige Gelegenheit, die Freiheit ihres Sohnes zu bewirken, und beschloss, dieselbe zu benutzen. "Gnädige Frau," sagte sie zu der Frau des Walis, "ich kenne ein sicheres Mittel, Eurem Sohne das Leben wiederzugeben. Achmed Komakom ist imstande, die Sklavin Jasmin zu entführen und sie seinen Händen zu überliefern. Aber unglücklicherweise ist er zu einem lebenslänglichen Gefängnis verurteilt. Bemüht Euch, ihm die Freiheit wiederzuverschaffen. Gebraucht dazu allen Euren Einfluss auf das Gemüt Eures Mannes, und ich verspreche Euch, dass Euer Sohn alsbald befriedigt werden soll." Die Frau des Walis dankte der Alten und versprach ihr, alles Mögliche anzuwenden, um für Komakom die Freiheit zu erlangen. In der Tat sprach sie noch denselben Tag mit ihrem Mann davon, bezeugte ihm, dass Komakom von der aufrichtigsten Reue durchdrungen wäre, beweinte das Schicksal seiner unglücklichen Mutter und schloss mit diesen Worten: "Wenn es Euch gelingt, diesem Gefangenen die Freiheit wiederzugeben, so werdet Ihr ein gutes Werk tun, welches auch, wie ich nicht zweifle, auf uns die Segnungen des Himmels herabziehen und meinem geliebten Besasa die Gesundheit wiedergeben wird." Der Wali ließ sich durch die Bitten und Tränen seiner Gattin erweichen. Er begab sich den folgenden Morgen in Achmed Komakoms Gefängnis und fragte ihn, ob er sein voriges Leben aufrichtig bereute und den festen Entschluss gefasst hätte, sich künftighin besser aufzuführen. Achmed Komakom antwortete mit heuchlerischen Worten, dass Gott schon seit langer Zeit sein Herz gerührt hätte; dass er, wenn man ihn der Gesellschaft wiedergäbe, durch die Regelmäßigkeit seiner Aufführung, durch seinen Eifer in Verfolgung der Bösen und durch die unverbrüchliche Erfüllung seiner Pflichten sich bemühen würde, die begangenen Fehltritte wieder gut zu machen und die üble Meinung zu vertilgen, welche man von ihm gefasst haben möchte. Auf diese Versicherung hin entließ ihn der Wali aus dem Gefängnis und führte ihn vor den Diwan; denn er wagte es doch nicht auf sich zu nehmen, seine Ketten zu brechen. Als der Wali so in den Saal trat, warf er sich mit dem Antlitz auf die Erde und führte sodann den Achmed Komakom herein, der mit seinen Ketten rasselte, indem er vortrat. "Wie, Elender," redete der Kalif ihn mit Unwillen an, "Du atmest noch?" |
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