Max Habicht @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Max Habicht
         1001 Nacht

            Vorgeschichte
            Der Esel, der Ochs
               und der Bauer
            Nächte

              ...
              974.
              975.
              976.
              977.
              978.
              979.
              980.
              981.
              982.
              983.
              984.
              985.
              986.
              987.
              988.
              989.
              990.
              ...
            Inhalt nach Titel
            Inhalt nach Nummer

982. Nacht

"Ich habe Dir dieses erzählt," fuhr der Wesir nach Beendigung dieser Geschichte fort, "um Dir zu zeigen, wie weit die List der Weiber gehen kann, und wie groß die Reue ist, wenn man ihren Versicherungen je Gehör gegeben hat." Der König wurde nun abgeneigt, seinen Sohn töten zu lassen. Sowie indessen die Nacht begann, kam die Frau zum König, und sprach: "O Herr, wie kann es Dir so gleichgültig sein, mich beleidigt zu sehen, und was wird die Welt sagen, wenn sie erfährt, dass Du einen Befehl gegeben hast, und dass Dein Wesir Dich davon abwenden konnte. Ich bitte, verschaffe mir Gerechtigkeit gegen Deinen Sohn, und habe zugleich die Güte, folgende Geschichte von mir anzuhören.

Geschichte des Walkers und seines Sohnes

Ein Walker musste wegen seiner Geschäfte sich alle Tage an das Ufer des Flusses begeben, um Tuch oder Zeug zu walken oder auszuwaschen. Sein Sohn, der ihn jedes mal zu begleiten pflegte, belustigte sich immer in dem Fluss mit Schwimmen. Eines Tages, als er untertauchte, wurde er matt, und sank. Sein Vater, der dies bemerkte, fürchtete, er möchte ertrinken, und eilte ihm zu Hilfe. Der Sohn hielt in seiner Angst sich fest an den Vater an, zog ihn mit sich hinab, und beide ertranken. - "So auch Du, o König," fuhr sie fort, "wenn Du nicht an Deinem Sohn Rache nimmst wegen der mir angetanen Schmach, so fürchte ich, dass Du mit ihm zu Grunde gehst, indem er von neuem Ränke gegen Dich schmiedet. Ich kann Dir noch eine Geschichte erzählen.

Geschichte des Bösewichts und der tugendhaften Frau

Ein schändlicher Mensch liebte eine sehr schöne Frau, welche ebenso tugendhaft und enthaltsam wie ich war. Sie hatte einen Mann, den sie sehr liebte, und widersetzte sich jedem Angriff, den jener auf ihre Tugend machen wollte.

Ü   Þ

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de