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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel Ankunft in Mannheim Bittschrift an den Herzog Vorlesung des Fiesco Fußreise nach Frankfurt Grundzüge Kabale und Liebe Abschlägige Antwort Dalbergs Rückreise nach Oggersheim Aufenthalt in Oggersheim Furcht vor Verhaftung Fiesco abgewiesen Druck des Fiesco Aufbruch nach Bauerbach 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Sechstes KapitelAnkunft in MannheimNachts gegen zwei Uhr hatten die Freunde die Station Enzweihingen erreicht. Während sie auf den bestellten Kaffee warteten, zog Schiller ein Heft ungedruckter Gedichte von Schubart hervor, und las seinem Gefährten unter anderem die „Fürstengruft“ vor, welche der unglückliche Gefangene, wie gesagt wird, mit einer Beinkleiderschnalle in die nasse Wand seines Kerkers eingegraben hatte1). Als die Reisenden um acht Uhr morgens den kurpfälzischen Boden betraten, schien alles Elend überstanden zu sein, und er gelobte es aufs Heiligste, sich dem bisher erduldeten harten Zwang nicht mehr zu unterwerfen. „Sehen Sie“, rief er seinem Freund erheitert zu, „sehen Sie, wie freundlich die Pfähle und Schranken mit Blau und Weiß angestrichen sind! Ebenso freundlich ist auch der Geist der Regierung.“ Diese Bemerkung führte ein lebhaftes politisches Gespräch herbei, welches den Weg nach Bretten verkürzte. Hier wurde der Stuttgarter Kutscher zurückgeschickt, und nach dem Mittagessen mit der Post über Waghäusel nach Schwetzingen gefahren, wo übernachtet werden musste, weil man die Tore Mannheims, damals noch einer Festung, vor dem Eintritt der Dunkelheit, nicht mehr erreichen konnte. Am anderen Morgen waren die Reisenden schon in der Frühe beschäftigt, die besten Kleidungsstücke aus den Koffern hervorzuholen, um in Mannheim nicht allzu dürftig aufzutreten. Schiller war auch bei schmalem Beutel voller Hoffnung. Er traute auf seinen, beinahe vollendeten Fiesco, der ihm sicherlich einen reichlichen Gewinn von der Mannheimer Theaterdirektion, wie vom Buchhändler, eintragen werde. 1) Wäre die Schillersche „Fürstengruft“ das Original der Schubartschen (siehe oben S. 65), so könnte diese letztere nicht „in den ersten Monaten der engen Gefangenschaft Schuberts“, also schon 1778 gedichtet sein, und Schiller würde jetzt diese Nachahmung nicht bewundernd vorlesen. |
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