| Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info | |
|
Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel Ankunft in Mannheim Kontrakt mit Dalberg Krankheit Bekanntschaften Besuch von Abel Die „Lumpenfête“ Fiesco, Kabale/Liebe a. Bühne Aufnahme deut. Gesellschaft Reise nach Frankfurt Bedrängnisse Abhandlung über das Theater Preisfragen Plan einer dr. Monatsschrift 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Achtes KapitelAnkunft in MannheimAbends am 27. Juli 1783 kam Schiller, nur von Meier und seiner Frau erwartet, von der Reise erschöpft, in Mannheim an. Seinem, über Dalberg erbitterten, Freunde Streicher war absichtlich von den Unterhandlungen nichts mitgeteilt worden, und es stand ihm jetzt eine angenehme Überraschung bevor. Als er zur gewöhnlichen Stunde zu Meier kam, wollte er seinen Augen kaum trauen, als ihm der in weiter Ferne geglaubte Schiller mit heiterer Miene und blühendem Aussehne entgegentrat. Meier hatte für billigen Preis neben dem Schlosshof Kost und Logis für Schiller ausgemacht; von seinem Zimmer hatte er eine schöne Aussicht. Aber Dalberg war von einer Reise nach Holland noch nicht zurück, Iffland war in Hannover, auch andere Schauspieler hatten Urlaub. Nur Alltagskomödien wurden gegeben, weil diese, wie Schiller schreibt, im Geschmack der Kurfürstin und des gerade anwesenden Herzogs von Zweibrücken waren. Eine schreckliche Hitze machte das Arbeiten unmöglich. Schnell sah sich Schiller in einen Strudel von Zerstreuungen gerissen, welche eine solche Sehnsucht nach dem Stillleben in Bauerbach erweckten, dass er schreibt: „Unter dem entsetzlichen Gewühl von Menschen, fällt mir unsere Hütte im Garten ein – wäre ich doch schon wieder dort! Ich will mich oft aus dem Zirkel der Gesellschaft losreißen und auf meinem Zimmer schwermütig nach Ihnen mich hinträumen und weinen.“ Es war die später oft poetisch ausgebeutete Sehnsucht „aus des Lebens Mühen und ewiger Qual“ – nach einem dolce far niente. Denn viel und süß geträumt hatte Schiller in Bauerbach, aber wenig gearbeitet. |
|
© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle |
|