Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
                  Ankunft in Mannheim
                  Kontrakt mit Dalberg
                  Krankheit
                  Bekanntschaften
                  Besuch von Abel
                  Die „Lumpenfête“
                  Fiesco, Kabale/Liebe a. Bühne
                  Aufnahme deut. Gesellschaft
                  Reise nach Frankfurt
                  Bedrängnisse
                  Abhandlung über das Theater
                  Preisfragen
                  Plan einer dr. Monatsschrift
               9. Kapitel
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Reise nach Frankfurt

   Gegen Ende April 1784 reiste Schiller mit Iffland und Beil nach Frankfurt, welche bei der Schauspielergesellschaft Großmanns Gastrollen gaben. Verbrechen aus Ehrsucht und Kabale und Liebe wurden aufgeführt, und Iffland und Beil ragten, wie Schiller an Dalberg schrieb, unter den Frankfurter Schauspielern hervor, wie der Jupiter des Phidias unter Tüncherarbeiten. Iffland wurde unter stürmischen Händeklatschen herausgerufen, und Schiller sah sich von vielen Bewunderern, besonders von jungen Leuten umdrängt, die ihn beinahe vergötterten. „Wir werden von Fresserei zu Fresserei herumgerissen“, schrieb Schiller an den Theaterregisseur Rennschüb in Mannheim, „und kaum dass ich einen nüchternen Augenblick erwische, wo ich Ihnen, mein Bester ein paar Zeilen schreiben kann.“ In Frankfurt lernte er auch den Doktor Albrecht und seine Gattin kennen, beide Freunde Reinwalds, und schloss sich besonders an Frau Albrecht schnell mit ganzer Seele an. Alle Süße Liebesstimmung von Bauerbach her wurde in ihm wach. „Gleich in den ersten Stunden“, schreibt er an Reinwald, „ketteten wir uns fest und innig aneinander; unsere Seelen verstanden sich. Ein Herz, ganz zur Teilnahme geschaffen, über den Kleinigkeitsgeist der gewöhnlichen Zirkel erhaben, voll edeln, reinen Gefühls für Wahrheit und Tugend, und selbst da noch verehrenswert, wo man ihr Geschlecht sonst nicht findet; und dabei eine gefühlvolle Dichterin. Nur, mein Bester, schreiben Sie ihr, über ihre Lieblingsidee zu siegen und vom Theater zu gehen. Ich habe es schon getan, und unsere vereinigten Bitten retten der Menschheit vielleicht eine schöne Seele, wenn wir sie auch um eine große Aktrice bestehlen.“ Reinwald seinerseits hatte an diesem „leibenswürdigen Geschöpf“ doch einiges auszusetzen, was von seinem Frauen-Ideal abwich. „Sie empfindet zu viel“, antwortete er. „Ich nenne das Empfindelei, wenn einem dünkt, man empfinde was, wo man leer bleibt, oder wenn man sich zwingt, gewisse Dinge zu empfinden, sollt’ auch Leib und Seele zugrunde gehen, weil gerade das – empfunden werden muss. Auch ist in ihrem Charakter zu viel Roman, und solcher, der mich schreckt; nicht die heftige, unwillkürliche Naturleidenschaft, die endlich vom richtigen denken glücklich besiegt wird, und selbst der Überwindung und des heilsamen Joches sich freut, sondern die schwärmerische, unnatürliche, unheilbare, die sich und andere peinigt, und deren Ende der Tod ist.“ – Die Schauspielerin (denn sie war in Erfurt und Frankfurt schon auf der Bühne aufgetreten) war also eine Art Luise Millerin, und man sieht, mit welchen weiblichen Charakteren Schiller dazumal vorzüglich sympathisierte. Reinwald hoffte übrigens von seiner Beredsamkeit bei Frau Albrecht noch weniger, als von der Schillerschen; sie blieb dem Theater treu. Sophie Albrecht glänzte später, z.B. als Prinzessin Eboli im Don Carlos, auf den Bühnen von Leipzig und Hamburg, wo ihr Gatte im Anfang unseres Jahrhunderts eine zeitlang Schauspieldirektor war. Am letzteren Ort starb sie hoch betagt, im Jahre 1838, in drückender Armut.

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