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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 2. Teil 1. Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel Philosophische Schriften Über den Grund des Verg... Über die tragische Kunst Über Anmut und Würde Über das Pathetische Zerstreute Betrachtungen... Briefe über die ästhetische... Über das Erhabene Über die notw.Grenzen... Über den moralischen Wert... 9. Kapitel 10. Kapitel 3. Teil |
Über die tragische KunstDer bald nachher geschriebene Aufsatz „Über die tragische Kunst“ ist ein Versuch, den Begriff der wahren Tragödie aus ihren Elmenten zu konstruieren. Er geht von der bekannten Erfahrung aus, dass das Spiel der Affekte immer etwas Angenehmes für uns hat, wenn wir uns nur in einer freien Gemütsverfassung befinden. In diesem Fall ergötzen uns sogar, und zwar in hohem Grad, schmerzhafte Empfindungen. Schiller findet nun, in Übereinstimmung mit dem vorigen Aufsatz, die Ursache dieser Tatsachen in der sittlichen Natur des Menschen. In dem Grad nämlich, als der Mensch sein sittliches Vermögen ausgebildet habe, sei er imstande, die aus der sinnlichen Natur stammenden schmerzhaften Affekte zu beherrschen und in Schranken zu halten. Hiernach erklärt er dann das Vergnügen des Mitleids. Nämlich gerade durch den Angriff, den das Mitleid auf unsere Sinnlichkeit mache, werde die sittliche Selbsttätigkeit unserer Vernunft aufgeregt und also der Zustand in uns herbeigeführt, welcher für uns der zweckmäßigste und somit der erfreulichste ist. Die tragische Kunst aber habe ich dieses Vergnügen des Mitleids insbesondere zum Zweck gesetzt. Nach dieser Grundlegung untersucht der Verfasser, wie das Vergnügen des sympathetischen Leidens geschwächt werde. Hier hebt er nun unter anderem hervor, dass das Mitleid auch dann gestört werde, wenn das Unglück des Leidenden von einem blinden Schicksal ausgehend gedacht werde, weshalb er, merkwürdiger Weise, in der neueren Tragödie das Schicksal der Alten durch die Vorsehung verdrängt wissen will. Weiter wird dann die Frage besprochen, wodurch das Vergnügen des Mitleids am unfehlbarsten und stärksten geweckt werden könne. Schiller antwortet: Dadurch, dass uns fremdes Leiden vorgestellt und nicht bloß erzählt wird, dass die sympathetischen Eindrücke wahr, d.h. den allgemeinen und notwendigen Bedingungen der menschlichen Natur angemessen sind, dass die dargestellte Handlung vollständig charakterisiert ist und als solche aufgefasst wird, und dass sie eine Dauer hat. Und aus diesen Elementen erbaut er sich dann die Idee und den Begriff der tragischen Kunst, nur dass er die Begriffe der dichterischen Nachahmung leidender Menschen noch mit hinzunimmt. Der Zweck der Tragödie besteht darin, unser Mitleid zu erwecken, uns zu rühren. Die Mittel, die der Dichter bei der Behandlung seines Gegenstandes anwendet, um ihn rührend zu machen, machen die Form der Tragödie aus. – Schiller versuchte hier die Theorie des Dramas mittelst einiger von Aristoteles entlehnten Gedanken weiter auszubilden. Aber so viel Geistreiches und Vortreffliches diese Abhandlung auch enthält, so vermag sie dennoch nicht, wie in dem größeren Werk über Schiller dargetan worden, die Ansprüche der Wissenschaft zu befriedigen. |
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