Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
            2. Teil
               1. Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
                  Überdruss an der Spekulation
                  Fichte
                  Rückkehr zur Poesie
                  Der Musenalmanach
                  Schiller begr. Dichtweise...
                  Über naive und sent. Dichtung
                  Über den Gebrauch...
               10. Kapitel
                  Schiller als phil. Schriftsteller
                  Rückblick
            3. Teil

Schiller begründet seine Dichtweise neben der antiken

   Indessen konnte er sich hierbei nicht ganz beruhigen. Der Abstand seiner Poesie von der antiken war nichts desto weniger vorhanden, wenn er auch nur aus äußeren Verhältnissen hervorgegangen war; und nur eine gänzliche Umänderung seiner jetzigen Geistesform hätte jenen Abstand aufheben können. Aber wie? Ist denn die alte Dichtung die ausschließliche echte Form aller Dichtung? War es nicht möglich, seiner Dichtweise neben der griechischen ihre rechtmäßige Stelle zu verschaffen? Er wurde in diesem Gedanken durch die Bemerkung bestärkt, dass nicht nur er, sondern alle modernen Dichter mehr oder weniger von den Griechen abwichen. „Es ist etwas in allen Dichtern“, schreibt er an Humboldt, „was sie, als moderne, miteinander gemein haben, was ganz und gar nicht griechischer Art ist und wodurch sie große Dinge ausrichten. Es ist eine Realität und keine Schranke, und die Neueren haben sie vor den Griechen voraus. Mit dieser modernen Realität verbinden einige, z.B. Goethe, eine größere oder kleinere Portion griechischen Geistes, die aber (wo sie nicht ganz und gar, wie bei Voß, auf homerischen Stamm gepfropft ist) dem griechischen immer nicht beikommt. Ich habe zugleich bemerkt, dass diese Annäherung an den griechischen Geist, die doch nie Erreichung wird, immer etwas von jener modernen Realität annimmt, gerade herausgesagt, dass ein Produkt immer ärmer an Geist ist, je mehr es Natur ist. Und nun fragt sich, sollte der moderne Dichter nicht Recht haben, lieber auf seinem, ihm ausschließend eigenen Gebiet sich einheimisch und vollkommen zu machen, als in einem fremden, wo ihm die Welt, seine Sprache und seine Kultur selbst ewig widersteht, sich von den Griechen übertreffen zu lassen? Sollten, mit einem Wort, neuere Dichter nicht besser tun, das Ideal, als die Wirklichkeit zu bearbeiten?“

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