Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
            2. Teil
            3. Teil
               1.  Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
               10. Kapitel
                  Herausgabe pros. Schriften
                  Gedichtsammlung
                  Neue Gedichte
                  Redaktion von Schauspielen
                  Teilnahme an den Prophyläen
                  Das Jahr 1802
                  Turandot
                  Rätsel
                  Gedichte
                  Beabsichtigtes Schillerfest
                  Adelsverleihung
                  Wohnungskauf
                  Tod der Mutter
                  Plan des Warbeck
               11. Kapitel
               12. Kapitel
               13. Kapitel
               14. Kapitel

Adelsverleihung

   Im September dieses Jahres (1802) war es, wo Schiller in den Adelsstand erhoben wurde, und man könnte diese Standeserhöhung mit der beabsichtigten Festlichkeit in Verbindung bringen. Vielleicht hatten selbst die, welche eine öffentliche Gemüts- und Volkshuldigung von ihm abwehrten, sich jetzt für diese legitime Anerkennung verwandt. Der Herzog, der hierbei noch den besonderen Wunsch hatte, dass Schiller und seine Gattin bei jeder Gelegenheit am Hof erscheinen könnten, beauftragte den Geheimrat von Voigt, bei dem Wiener Hof um die Standeserhöhung Schillers einzukommen; und dieser machte in seinem Gesuch geltend, dass Schillers historische Schriften in der gelehrten Welt mit Beifall aufgenommen worden seien, und dass besonders seine Gedichte dem Geist der deutschen Sprache und dem deutschen Patriotismus einen neuen Schwung gegeben. Schiller, dem diese Personalien vor ihrer Absendung von Voigt mitgeteilt wurden, erwiderte am 18. Juli 1802: „Aufs Schönste danke ich Ihnen, verehrtester Freund, für das brillante diplomatische Testimonium, das Sie mir erteilen. Es ist freilich keine kleine Aufgabe, aus meinem Lebenslauf etwas herauszubringen, was sich zu einem Verdienst um Kaiser und Reich qualifizierte, und Sie haben es vortrefflich gemacht, sich zuletzt an dem Ast der deutschen Sprache festzuhalten.“

   Einen Auszug aus dem Adelsdiplom, d.d. Wien, 7. September 1802, welches Friedrich Cast ins einem historisch-genealogischen Adelsbuch des Königreiches Württemberg veröffentlicht hat, lassen wir hier, als ein interessantes Gegenstück zu dem früher mitgeteilten Bürgerdiplom, folgen:

   „Wir Franz der Andere, von Gottes Gnaden usw. usw. – Wann uns nun alleruntertänigst vorgetragen worden ist, dass der rühmlichst bekannte Gelehrte und Schriftsteller Johann Christoph Friedrich Schiller von ehrsamen deutschen Voreltern abstamme, wie denn sein Vater als Offizier in herzoglich Württembergischen Diensten angestellt war, auch im siebenjährigen Krieg unter den deutschen Reichstruppen gefochten hat und als Oberstwachtmeister gestorben ist, er selbst aber in der Militärakademie zu Stuttgart seine wissenschaftliche Bildung erhalten, und, als er zum ordentlichen Lehrer auf der Akademie zu Jena berufen worden, mit allgemeinem und seltsamem Beifall Vorlesungen, besonders über die Geschichte, gehalten habe; ferner, dass seine historischen sowohl, als die in den Umfang der schönen Wissenschaften gehörigen Schriften in der gelehrten Welt mit gleichem ungeteilten Wohlwollen aufgenommen worden seien, und unter diesen besonders seine vortrefflichen Gedichte selbst dem Geist der deutschen Sprache einen neuen Schwung gegeben hätten; auch im Ausland würden seine Talente hoch geschätzt, so dass er von mehrere ausländischen Gelehrten-Gesellschaften als Ehrenmitglied aufgenommen worden sei, seit einigen Jahren aber als herzoglich sächsischer Hofrat und mit einer Gattin aus gutem adeligen Haus verehelicht, sich in der Residenz Seiner des Herzogs zu Sachsen-Weimar Liebden aufhalte, es auch der lebhafte Wunsch Seiner Liebden sei, dass gedachter Hofrat sowohl wegen dessen in ganz Deutschland und im Ausland anerkannten ausgezeichneten Rufes, als auch sonst in verschiedenen auf die Gesellschaft, in welcher derselbe lebe, sich beziehenden Rücksichten, noch eine besondere Ehrenauszeichnung genieße; Wir daher gnädig geruhen möchten, denselben samt seinen ehelichen Nachkommen in des heil. röm. Reichs Adelstand mildest zu erheben, welche Gnade er lebenslang mit tiefschuldigstem Dank verehren werde, welches derselbe auch wohl tun kann, mag und soll:

   So haben wir demnach in gnädigster Rücksicht auf die ehrerbietigsten Wünsche Seiner des Herzogs zu Sachsen-Weimar Liebden, wie auch auf oben angeführte ausgezeichnete seltene Verdienste, mit wohl bedachtem Mut, gutem Rat und rechtem Wissen, ihm, Johann Christoph Friedrich Schiller, die kaiserliche Gnade getan, und ihn samt seinen ehelichen Leibeserben und derselben Erbeserben beiderlei Geschlechts, in gerader Linie absteigenden Stammes, in des heil. röm. Reichs Adelstand erhoben, eingesetzt und gewürdigt, auch der Schar, Gesell- und Gemeinschaft anderer adeliger Personen dergestalt zugeeignet, zugefügt und verglichen, als ob sie von ihren vier Ahnen, väterlicher und mütterlicher Seits, in solchem Stand hergekommen und geboren wären. Tun das, erheben, setzen und würdigen sie in des heil. röm. Reichs Adelstand aus römisch-kaiserlicher Machtvollkommenheit, meinen, setzen und wollen usw. usw.“

   So war also der Dichter des Posa, der Bürger der französischen Republik, ein deutscher Edelmann geworden! In den Augen der Welt blieb er derselbe, der er gewesen war; und wie er selbst über diese Würde urteilte und empfand, darüber ist uns zum Glück eine Stelle aufbewahrt, welche alles sagt. „Sie werden wohl“, schreibt er an W. von Humboldt, „gelacht haben, da Sie von unserer Standeserhöhung hörten; es war ein Einfall von unserem Herzog, und da er geschehen ist, so kann ich es mir um der Lolo und der Kinder willen auch gefallen lassen.“

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