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Dresden, 24. August 1787. Dein letzter Brief hat mir wenig Freude gemacht. Aus dem unruhigen zerstreuten Tone, der darin herrscht, sehe ich ganz deutlich, daß Du etwas auf dem Herzen hast, was dich drückt, was Dir die Unbefangenheit raubt, mit der Du gewiss in Deiner jetzigen Lage zufrieden sein würdest. Sollte es nicht besser sein, wenn Du ohne Zurückhaltung darüber sprächst? Was treibt Dich denn auf einmal von Weimar fort? Willst Du den Herzog und Herrn v. Kalb nicht erwarten? Von Voigten schreibst Du gar nichts, und doch schien er Dir neulich sehr zu behagen. Auch die Frau von Stein, dächte ich, müßte Dir interessant sein. Wohl Dir, daß Du arbeiten kannst. Das wird Dir wieder Geschmack an Deiner Lage geben. Vielleicht hast Du Dich anfangs mit zu großen Erwartungen und mit Leidenschaft in die Gesellschaft gestürzt, und da musstest Du freilich oft getäuscht werden. Wartest Du aber die Laune ab, da Dir Gesellschaft Bedürfniß ist, so wirst Du gewiss weit eher Befriedigung finden. Auch in ihren Albernheiten müssen die dortigen Menschen doch wenigstens Stoff genug zur Beobachtung darbieten. Der Buchhändler Siedentopf ist mir ganz unbekannt. Ich habe den Namen nie gehört. Wenn’s nur kein Anfänger ist, der am Ende nicht Wort hätte. Zu einer Verbindung mit Meißnern möchte ich nie rathen. Wenn Du monathlich 4½ Bogen für die Thalia arbeitest, hast Du eben das Geld und bist Dein eigner Herr. Was ich hier beilege, ist alles, was ich jetzt entbehren kann. Göschen schreibt mir, daß ich diese Woche noch Geld von ihm bekomme. Alsdann schicke ich Dir gleich noch 4 Louisd’or. Wegen dieses Verzugs von ein Paar Tagen wollte ich nicht gern wo anders borgen. Von Kochen ist noch nichts angekommen. Minna ist wahrscheinlich schwanger. Sie grüßt Dich nebst den übrigen herzlich. Was macht Charlotte? Empfiehlt uns ihr bestens. Lebewohl. Körner. |
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