Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
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            Christian Gottfried Körner
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                  ...
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                  26.8.1787, an Körner
                  28.8.1787, an Huber
                  29.8.1787, an Körner
                  4.9.1787, an Körner
                  7.9.1787, an Schiller
                  10.9.1787, an Körner
                  14.9.1787, an Schiller
                  18.9.1787, an Schiller
                  22.9.1787, an Körner
                  5.10.1787, an Schiller
                  6.10.1787, an Körner
                  14.10.1787, an Körner
                  15.10.1787, an Schiller
                  19.10.1787, an Schiller
                  19.10.1787, an Körner
                  26.10.1787, an Schiller
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Dresden, 18. September 1787.

Endlich bist Du auf dem Punkte, wo ich dich schon seit einigen Wochen gewünscht hätte, mehr in Dir, als außer Dir zu leben. Du hast lange Zeit gebraucht, um Deine Erwartungen von der dortigen Welt herabzustimmen, und eher war es doch nicht möglich, daß Du ruhig und unbefangen sein konntest. Der Wirbel von Zerstreuungen, worin ich Dich wußte, hat auch einen Einfluß auf meine Briefe gehabt. Ich unterdrückte manches, weil ich eine bessere Stimmung bei dir abwarten wollte. Übrigens wünschen wir denn doch nunmehr zu wissen, wann Du zurückzukommen denkst; ob Du noch nach Meiningen oder auf die Leipziger Messe gehst. Von allem diesem schweigst Du ganz, und es bleiben uns nichts als Vermuthungen, die wir aus dem Briefe von Charlotten zusammensetzen müßten.

Wenn ich in Weimar wäre, so würde mein Enthusiasmus für einzelne Menschen zwar bald aufhören, aber ich würde sie als Ideenbehälter ansehen, wo man doch manche nicht ungenießbare Nahrung des Geistes finden kann, wenn man eine Zeitlang an sich selbst gezehrt hat. Es sind doch Kräfte da, woran man sich reiben kann, wenn sie auch gleich eine verschobene Richtung haben – Kenntnisse und Meinungen, die den Vorrath von eigenen Begriffen bereichern und zum Nachdenken auffordern – erkünsteltes Interesse, das man sich für wahres ertauschen kann, und das einem wenigstens Lust macht, seine eigenen Ideen zu entwickeln – und alles dies ist doch besser, als Leerheit und Erschlaffung. – Deine jetzige Lebensart hat meinen ganzen Beifall. Woran arbeitest Du denn jetzt?

Bode scheint Dir eine ziemlich einseitige Schilderung von Frankreich gemacht zu haben. Er war zu kurze Zeit in Paris, um mehr als eine Partei gehört zu haben; und daß dort alles Partie macht, kannst Du leicht denken. Sein hauptsächlicher Umgang war vermuthlich ein gewisser Savalete de Langes, Chef von der Loge, die Bode besucht hat. Frage ihn doch nach diesem Mann. Vielleicht hat er auch von Duchenteau gehört.

Bodes Glaube an Magnetismus befremdet mich, sowie die Äußerung, daß er in Ansehung des Magnetismus [Maçonismus?] aus Paris etwas Erhebliches mitgebracht habe. Er hat im Orden eine wichtige Rolle gespielt, als das Hundsche System in den vereinigten Logen eingeführt wurde. Seit einigen Jahren, besonders seit dem Wilhelmsbader Convente, ist er als Bestreiter des Jesuitismus im Orden bekannt. Wenn er Dich zum Proselyten machen will, so ist es für die Illuminaten, welche einige Freimaurerlogen in Besitz genommen haben. Wenn er aber wider Anarchie der Aufklärung eifert, so möchte man ihn fragen: ob denn durch Despotismus der Aufklärung viel mehr gewonnen sein würde. Der edelste Zweck in den Händen einer Gesellschaft, die durch Subordination verknüpft ist, kann nie vor einem Mißbrauch gesichert werden, der den Vortheil weit überwiegt.

Weishaupts Geschichte ist mir noch nicht weiter bekannt, als aus dem, was wir in den Illuminatenpapieren gefunden haben, die die Münchner Regierung hat drucken lassen. Den Illuminaten mag es wohl ärgerlich sein, daß er ihren Verfolgern eine solche Blöße gegeben hat. Ihr Eifer gegen ihn soll vermuthlich ihre eigene Moralität verbürgen. Ist denn Weishaupt noch in Gotha? Was hast Du denn sonst von ihm erfahren?

Wielands Charakter wird mir nun immer anschaulicher, und ich wundere mich nicht mehr über Eure Entfernung von einander. Ein solcher Mensch war der Erzieher eines Fürsten! Wie mag er sich wohl dabei genommen haben?

Wir ziehen morgen in die Stadt. Das Wetter ist nicht mehr schön genug, um für die Beschwerlichkeit der Entfernung von der Stadt zu entschädigen; besonders da jetzt oft zweimal die Woche Sessionen in der Commercedeputation sind. Über die Hofrathstelle ist alles beruhigt, wir denken nicht mehr daran.

Zu meiner Befriedigung habe ich noch erfahren, daß einer der ältesten und angesehensten Hofräthe, Krebel, sehr zu meinem Vortheil gesprochen und meine Arbeiten, die ich ihm vorgelegt hatte, gerühmt hat.

Ferguson ist vorgestern an der Schwindsucht gestorben. Er wohnte diesen Sommer in der Nähe unsers Weinbergs. Es war traurig mit anzusehen, wie er täglich an Geist und Körper sich verzehrte.

Albrecht hat uns erzählt, daß Jünger sich auf eine fürchterliche Art in die Seconda verliebt hat, und nicht von Prag fortzubringen gewesen ist, bis ihn Brockmann bei einer Durchreise beinahe mit Gewalt nach Wien geschleppt hat. Huber erinnert sich, daß Jünger schon in Dresden viel Geschmack an der Seconda geäußert hat. Das Theater hat sehr über Dich geklagt, weil Du ihnen die Abänderung des Carlos nicht geschickt hast. Sie haben die Aufführung in Prag dadurch eingebüßt. In Leipzig hat er diese Woche gegeben werden sollen. Reinekes Sohn ist als Hamlet und im Mönch von Carmel aufgetreten. Zum Lustspiel soll er nicht taugen. – Meine Briefe wirst Du nun wohl erhalten haben. Huber sieht Deiner Antwort wegen München und Mannheim entgegen. Alles grüßt.

K.

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