Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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            Christian Gottfried Körner
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                  9.3.1790, an Schiller
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Dresden, 26. Januar 1790.

Nur einen fröhlichen Zuruf aus der Ferne bei einer neuen Epoche Deines Lebens. Nach meiner Rechnung ist in diesen Tagen Deine Hochzeit, wenn sie nicht schon vorbei ist. Ich bin oft in Gedanken bei Dir und sehe Dich in mancherlei Situationen.

Deine jetzige Stimmung muß sehr glücklich sein. Du hast gefunden, was Du gesucht hattest; hast manche Schwierigkeit überwunden, die Deinen Wünschen entgegenstand und siehst eine heitere Zukunft vor Deinen Augen.

Ich freue mich Deiner jetzigen Freude; aber ich glaube auch Grund zu haben, von dieser Verbindung viel für Dein künftiges Leben zu hoffen. Du hast nach Deinen individuellen Bedürfnissen ohne ärmliche Rücksichten eine Gattin gewählt, und auf keinem anderen Wege war es Dir möglich, den Schatz von häuslicher Glückseligkeit zu finden, dessen Du bedarfst. Du bist nicht fähig, als ein isolirtes Wesen bloß für selbstsüchtigen Genuß zu leben. Irgend eine lebhafte Idee, durch die ein berauschendes Gefühl Deiner Überlegenheit bei Dir entsteht, verdrängt zwar zuweilen eine Zeitlang alle persönliche Anhänglichkeit; aber das Bedürfniß zu lieben und geliebt zu werden kehrt bald bei Dir zurück. Ich kenne die aussetzenden Pulse Deiner Freundschaft; aber ich begreife sie, und sie entfernen mich nicht von Dir. Sie sind in Deinem Charakter nothwendig und mit anderen Dingen verbunden, die ich nicht anders wünschte. Mit Deiner Liebe wird es nicht anders sein; und Deiner Gattin, wenn ich vertraut genug mit ihr wäre, um eine solche Äußerung wagen zu dürfen, würde ich nichts besseres an ihrem Vermählungtstage wünschen können, als das Talent, Dich in solchen Momenten nicht zu verkennen.

Lebe wohl, und such’s Deiner Gattin anschaulich zu machen, was ich ihr sein muß, sobald ich Deinen Namen führt. Tausend Glückwünsche von M. und D.

               Dein

Körner.

Ü    Þ

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