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Dresden, 11. Februar 1791. Ich glaubte Dich schon über den Berg, und erstaunte über den letzten Brief von Deiner Frau. Mach’ uns ja nicht wieder so einen Streich. Schade für Deine ganze Professur und das corpus academicum dazu. Was kannst Du dafür, daß Du nicht mit solchen Stentor-Talenten begabt bist, als nöthig ist, um Dein Auditorium auszufüllen? Es mag mancherlei Dinge geben, mit denen Du mehr vermagst, als mit der Lunge. Also würde ich das Schreien anderen überlassen. Deine Feder ist laut genug. Und in Göttingen giebt es auch Professoren, die kein einziges öffentliches Collegium lesen. Daß Du in Jena wohnst, ist schon Vortheil für die Universität, der mit zweihundert Thalern wohlfeil bezahlt ist. Heute nichts weiter, bis ich weiß, daß Du ganz wieder wohl bist. Zur Unterhaltung für Dich als Reconvalescenten wollte ich vorschlagen: „Benjowskys Reisen.“ Der Mann ist äußerst interessant, ein Phänomen in dem jetzigen Zeitalter, und die Erzählung nicht romanhaft für den, der den Glauben an Menschenwerth noch nicht aufgegeben hat. – Auch in Thümmels Reisen wirst Du viel hübsche Stellen finden. – Von Jünger habe ich kürzlich ein neues Stück, die Entführung gesehen, das mir sehr gefallen hat. Er scheint sich zu heben. Lebe wohl und schone Dich. Viel Grüße von Minna und Dora. Dein K. 1)
Vgl. II, 230; 233, 239. Schillers Krankheit hatte sich wiederholt. Er gab
die Vorlesungen, mit Bewilligung des Herzogs, für den Winter und das
Sommersemester auf. Ein Brief Körners an Schillers Frau vom 11. Febr. 1792
in: Charlotte v. Schiller und ihre Freunde. 3, 51 f.
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