Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Briefe
            Christian Gottfried Körner
               Inhalt
               Vorwort
               1784
               1785
               1786
               1787
               1788
               1789
               1790
               1791
               1792
               1793
               1794
               1795
               1796
               1797
                  11.1.1797, an Schiller
                  21.1.1797, an Schiller
                  23.1.1797, an Körner
                  7.1.1797, an Körner
                  13.2.1797, an Körner
                  17.2.1797, an Schiller
                  18.2.1797, an Schiller
                  24.2.1797, an Körner
                  9.3.1797, an Körner
                  10.3.1797, an Schiller
                  14.3.1797, an Schiller
                  7.4.1797, an Körner
                  17.4.1797, an Schiller
                  ...
               1798
               1799
               1800
               1801
               1802
               1803
               1804
               1805

Jena, 7. Febr. 97.

Den Instrumentenmacher Otto, von dem Du schreibst, haben wir lange nicht ausfindig machen können, weil man ihn nicht erlaubt hat, sich hier niederzulassen. Endlich ist er wieder hier angekommen und hat sich beim dermaligen Prorector Grießbach abermals um den Schutz der Universität gemeldet; bei dieser Gelegenheit hab’ ich ihn aufgefunden und die Guitarre bestellt. Unter 10 Thalern läßt er sie aber nicht; er sagt, daß er für diesen Preis 2 nach Dresden geliefert habe, ich glaube, an Naumann und an die Brühl. In 14 Tagen verspricht er sie zu liefern.

Ich stehe jetzt in Handel wegen eines Gartens und Gartenhauses, werde es auch wahrscheinlich bekommen; das Haus ist sehr leidlich zu einer Sommerwohnung für eine Familie, wie die meinige, und wenn ich noch etwa zu den 1200 Thalern, die es mir kosten wird, 600 zulege, so wird es ein recht geräumiges und angenehmes Quartier auch für den Winter abgeben. Der Garten ist nicht klein und die Lage ist trefflich. Ich hoffe von dieser Acquisition einen glücklichen Erfolg für meine Gesundheit.

Wahrscheinlich wirst Du aber daraus auf eine Veränderung in Rücksicht auf die Dresdner Reise schließen. Diese wird auch nicht so früh im Sommer vor sich gehen können, als ich anfangs glaubte: aber nicht dieses Gartenhauses, sondern des Wallensteins wegen, wozu ich mich äußerst zusammen nehmen und jede große Zerstreuung mir versagen muß. Der Almanach kommt dazu, so daß ich jetzt in der That nicht weiß, wie ich bis auf den September mit allem dem fertig werden soll. Der Himmel wird helfen, denk’ ich. Ich denke jetzt vor der Hand an nichts, als an meine Arbeit. Ist diese erst gethan, und so ausgefallen, daß ich damit zufrieden sein kann, so werde ich unser Zusammenleben in Dresden noch einmal so gut genießen.

Wir befinden uns alle leidlich wohl; die Kinder sind ganz gesund, nur der Zahn will bei dem kleinen Pathchen noch nicht heraus und macht ihm viele Noth. Herzlich umarmen wir Euch alle.

               Dein

S.

Ü    Þ

© 1999 - 2005 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de