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Jena, 15. Sept. 97. Heute nur zwei Worte, lieber Körner, um Dir wieder ein Lebenszeichen zu geben. Seit meinem letzten Briefe an Dich habe ich mich noch recht übel befunden und glaubte ernstlich krank zu werden, bis mich ein Vomitiv wieder erleichterte. Aber von einem starken Katarrh, der mich sehr angriff, habe ich noch immer einen übeln Husten übrig, der mich bei dem öfteren Wechsel von kalter und warmer Witterung in die Stube bannt. Meine Arbeiten haben beinahe 6 Wochen ganz gestockt; alle Stimmung war weg, weil mir der Kopf so angegriffen war. Jetzt, da dieser wieder frei ist, finde ich so viel Versäumtes einzuholen, und die Besorgung des Almanachs, der hier gedruckt wird, macht mir auch so viel zu thun, daß ich mich kaum besinnen kann. In spätestens 10 Tagen hoffe ich Dir den gedruckten Almanach zu schicken, wo Du noch mancherlei von mir, und von Goethe sehr viel schönes finden wirst. Meine mir vorgesetzten Lieder kann ich erst nächstes Jahr liefern, diesmal hat meine Unpäßlichkeit die Ausführung unmöglich gemacht. Humboldt schreibt mir, daß es ihm in Wien nicht sehr gefalle, daß er es Anfang Octobers gewiß verlassen werde, aber die italienische Reise so gut als aufgegeben habe. Er habe aber große Lust, gleich im nächsten Monat nach – Paris zu gehen. Goethe schreibt mir fleißig, und seine gehaltvollen geistreichen Briefe, die ich Dir auch einmal mittheilen will, lassen mich seinen ganzen Gang begleiten und geben mir vielen Stoff zum Denken. Er war 8 Tage in Stuttgart, wo er sich sehr wohl gefiel. Jetzt wird er in Zürich bei Meier sein. Wie es mit der italienischen Reise sein wird, weiß ich noch nicht, und er möchte es wohl selbst noch nicht wissen. Dein Sch. xxx |
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