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Dresden, den 26. März 98. Deine gute Aufnahme meiner Kritiken hat mich aufgemuntert, Dich auf den Rest nicht länger warten zu lassen. Der Ton ist in diesem Transporte hier und da etwas entscheidend ausgefallen. Aber das öftere: es scheint, mich dünkt etc. war mir langweilig. Du weißt doch, wie ich’s meine, und daß ich mein Urtheil niemandem aufdringe. Daß unsere Forderungen an ein Kunstwerk seit 11 Jahren sehr gestiegen sind, finde ich auch, und wir können uns dazu Glück wünschen. Wehe dem, der sich eines Stillstands bewußt ist! Unsere Fortschritte bürgen uns für die unverwelkte Jugend des Geistes, ohne die es keinen höheren Lebensgenuß giebt. – Strenger werde ich aber gewiß nicht gegen den Wallenstein sein, als Du selbst gegen Deine Arbeiten zu sein pflegst, wenn Du sie einige Zeit aus dem Gesicht verloren hast. Die Pariser Ehrenbezeigung will zur Zeit nicht viel bedeuten. Das Komödiantenwesen dieser Menschen ist mir widerlich. Nur für ihre Generale muß man Respect haben. Den Brief von Roland wäre ich indessen doch neugierig zu lesen. Bei dem neuen Professortitel ist doch wenigstens ehrlicher deutscher guter Wille, der immer seinen Werth hat. Daß Du die Horen eingehen lassen würdest, habe ich erwartet. Aber hast Du nicht Lust zu einer andern periodischen Schrift, die nicht monatsweise herauskäme, sondern zu unbestimmten Zeiten, und wo Du mit Goethen die Resultate Eurer Untersuchungen über Gegenstände der Natur und Kunst aufbewahrtest; da ihr doch beide manchmal in Zwischenzeiten Euch mehr zum Betrachten, als zum hervorbringen gestimmt fühlt? Humboldt und vielleicht auch ich, oder andere könnten etwa einzelne Beiträge liefern. Das Geld für die Bordüren habe ich gefunden. Dein Körner. |
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