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Dresden, den 17. Mai 99. Es macht mir große Freude, daß Du an der dramatischen Arbeit wieder soviel Geschmack gewonnen hast. In jedem neuen Stücke wird man wieder neue Fortschritte wahrnehmen, die Du in der Behandlung dieser Gattung gemacht hast. So wirst Du Dich gewiß hüten, wieder ein Stück in mehrere Theile abzusondern. Der Wallenstein gewinnt freilich, wenn man den Tag vorher die Piccolomini gesehen hat. Aber aus den Piccolomini wird jeder unbefriedigt nach Hause gehen, und es ist Schade um ihre Wirkung, die in einem Zeitraum von 20 Stunden, in denen man geschlafen, gegessen und seine prosaischen Geschäfte verrichtet hat, großentheils verschwunden ist. Nur Deine Behandlung des Wallenstein macht, daß man in den ersten Scenen gleich wieder zu Hause ist. Daß Du mir nichts von dem Stoff Deines neuen Trauerspiels schreibst, ist hart. Ich mag mir so gern vorher allerlei Hypothesen machen, wie Du ein Sujet bearbeiten wirst. Schicke mir nur den Wallenstein bald. Die Anzeige will ich gern machen, nur mußt Du nachher das, was die Vorstellung betrifft, hinzusetzen… Dein K. |
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