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            Christian Gottfried Körner
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                  17.9.1804, an Schiller
                  11.10.1804, an Körner
                  17.10.1804, an Schiller
                  20.11.1804, an Körner
                  2.12.1804, an Schiller
                  10.12.1804, an Körner
                  18.12.1804, an Schiller
               1805

Weimar, 10. Dec. 1804.

Ein heftiger Katarrh, den ich mir bei den letzten Festivitäten geholt, hat mich schon mehrere Wochen hart mitgenommen; leider ist meine Gesundheit so hinfällig, daß ich jeden freien Lebensgenuß gleich mit wochenlangem Leiden büßen muß. Und so stockt denn auch meine Thätigkeit, trotz meinem besten Willen! In Ermangelung wichtigerer Sachen schicke ich Dir mein kleines Vorspiel; Du wirst doch gern wissen wollen, wie ich mich bei einer solchen Gelegenheit aus dem Handel gezogen.

Wenn man in Dresden den Wilh. Tell zu geben denkt, so wäre es doch wohl anständiger, dieses Stück nach derjenigen Bearbeitung, die ich für’s hiesige Theater davon gemacht habe, zu geben. Sie ist sehr wesentlich verkürzt, und z. B. der ganze fünfte Act weggelassen, weil wir des Kaisermords nicht erwähnen wollten. Auch sind viele Personen in wenige verwandelt, viele schwierige und bedenkliche Stellen weggelassen. Wenn ich mit Opitzen nichts zu thun bekomme, von dem ich nichts mehr hören mag, so soll man eine Abschrift des Manuscripts für 10 Ld’ors haben; denn ich sehe nicht ein, warum ich dem Herrn Seconda etwas schenken soll. Kannst Du diese Sache negotiiren, versteht sich, ohne mich anzubieten, so ist mir’s lieb, und Ihr entgeht doch wenigstens einer verstümmelten Vorstellung des Stücks.

Richters Ästhetik habe ich noch nicht zu Gesicht bekommen. Meine lange Entwöhnung von allen theoretischen Kunstansichten und allem Raisonnement hat mich ordentlich dagegen stumpf gemacht, auch hat mir das leere metaphysische Geschwätz der Kunstphilosophen alles Theoretisiren verleidet. In der That verträgt sich diese Geistesoperation nicht mit der Ausübung, denn da muß man die Gesetze aus dem Gegenstande schöpfen, und findet sich mit keiner allgemeinen Formel gefördert.

Wolzogens grüßen Euch schönstens. Er hat jetzt sehr viel Arbeit mit den Angelegenheiten der Erbprinzessin, da er allein Alles unter sich hat.

Geßlern unsere freundlichsten Grüße. Wir umarmen Euch alle von Herzen.

Sch.

Das Mscpt sende mir zurück, ich habe keine Abschrift davon.

Ü    Þ

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