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      Schiller, Friedrich
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            Christian Gottfried Körner
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               1784
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               1804
                  ...
                  27.7.1804, an Schiller
                  6.8.1804, an Schiller
                  4.9.1804, an Körner
                  17.9.1804, an Schiller
                  11.10.1804, an Körner
                  17.10.1804, an Schiller
                  20.11.1804, an Körner
                  2.12.1804, an Schiller
                  10.12.1804, an Körner
                  18.12.1804, an Schiller
               1805

Dresden, den 18. Dec. 1804.

Dein Vorspiel hat uns allen viel Freude gemacht. Du erhältst es hierbei zurück. Ein Product dieser Art gehört eigentlich mehr zur oratorischen Classe, und hat nur eine poetische Außenseite. Es fodert schlechterdings eine gewisse Wärme, und überhaupt alles das Subjective, wodurch der Redner zu seinem Vortheil erscheint. Ich zweifle, ob Goethe hier so in seinem Elemente gewesen wäre. In dem, was die Künste sagen, sind besonders treffliche Stellen und es freute mich, daß Du auch der Musik ihr Recht widerfahren läßt. Im Ganzen finde ich auch den Ton gut gehalten, was unter diesen besondern Verhältnissen nicht leicht war.

Deinen Auftrag wegen des Tell zu besorgen, habe ich wenig Hoffnung. Ich darf Dich nicht compromitiren, kann also die Sache nur gelegentlich gegen jemand fallen lassen, der mit dem Director in Verbindung ist. Seconda wird schwer daran gehen, für ein schon gedrucktes Stück Geld auszugeben. Das Abkürzen, wird er meinen, sollte doch auch Opitz verstehen. Opitz wird es sich auch nicht gern nehmen lassen. Der Director hat bloß die Eitelkeit, alle bedeutenden Stücke geben zu lassen, auch solche, woran sich seine Vorfahren nicht gewagt haben. Wie sie gegeben werden müssen, versteht er nicht.

Daß Du Dich durch theoretische Grübeleien nicht in der Production stören läßt, ist sehr gut. Richters Buch besteht indessen mehr aus einzelnen, zum Theil guten Einfällen, als aus einem theoretischen System. Auch kannst Du es füglich ungelesen lassen, nur interessirte es mich als ein Beweis von Richters nicht gemeinen Talenten.

Hoffentlich bist Du nun wieder ganz hergestellt und in voller Arbeit. Ich bin sehr neugierig, wofür Du Dich jetzt bestimmen wirst. Mit jedem Deiner neuen Producte steigt Deine Kunstfertigkeit, aber auch die Ansprüche des Publicums und Deine eigenen Foderungen an Dich selbst. Mancher Stoff, der Dir sonst genügt hätte, wird gerade nach Deinem letzten Werke Dich nicht anziehen können.

Bei uns ist alles wohl, und es wird viel Musik getrieben. Ich wünschte, daß Du jetzt meine Mädchen singen hörtest. Seitdem Deine Schwägerin hier war, haben sie beträchtliche Fortschritte gemacht.

Geßler ist noch hier und es geht besser mit ihm.

              Dein

Körner.

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