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An Lotte von Lengefeld.

[Volkstädt d. 3 Juli Donnerstag 1788.]

Ich wünsche, daß Sie recht heiter erwacht seyn mögen und daß Ihnen der gestrige Abend so angenehm möchte verstrichen seyn als mir. Es fiel mir noch unterwegs ein, einen Spaziergang zu machen; da habe ich mich denn auf meinen Bergen herumgetrieben, und bin durch gerade und krumme Wege an das Dorf gekommen, wohin wir heute eine Parthie machen wollten, Schaalen, glaub ich, heißts. Ich hatte bey dieser Gelegenheit einige glückliche dichterische Augenblicke, wofür ich Ihnen danken muss, denn sie waren gewiß nur ein Nachhall des Vergnügens, das mir Ihr Umgang gestern gegeben hat. Ja ich muß Ihnen gestehen, daß Sie mir gestern überhaupt einen recht schönen Tag gemacht haben. Verlassen Sie Sich auch darauf, dass ich ihn Ihnen anschreiben werde, und mir Mühe geben will, ihn abzutragen. Wann ich Sie heute sehen werde, weiß ich noch nicht. Es dürfte doch etwas spät werden. Ligt Ihnen aber daran, die Partie nach dem Dorf zu machen und macht das Wetter keine Hinderung, so werde ich Sie halb 7 Uhr unterwegs treffen. Warten Sie also nicht auf mich sondern gehen Sie ohngefehr gegen ¾ auf 6 von Hause ab. Der Mama wünsche ich eine glückliche Operation.

Wäre Ihr Hr. Oncle noch da, so machen Sie noch recht viele Empfehlungen von mir.

S.

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