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An Gottfried Körner.

Jena, den 11. Jan. [Freitag] 1793.

Tausend gute Wünsche zum neuen Jahr, lieber Körner, und uns allen viel frohen Muth und Gesundheit. Mit mir geht es jetzt beim Eintritt der gefährlichen Zeit noch ganz erträglich, und eine Beschäftigung, die mich äußerst interessirt, erhebt mich über alle körperliche Bedrückungen. Oft wünsche ich, daß mir meine Gesundheit auch nur solang bleiben möchte, bis dieser Kallias geendigt ist. Du wirst Deine Freude daran erleben, denn es wird in mir heller mit jedem Schritt. Noch ist gar nichts Schriftliches geordnet, sonst hätte ich Dir schon etwas daraus vorgelegt. Besitzest oder weißt Du wichtige Schriften über die Kunst, so theile sie mir doch mit: Burke, Sulzer, Webb, Mengs, Winkelmann, Home, Batteux, Wood, Mendelssohn, nebst 5 oder 6 schlechten Compendien besitze ich schon. Aber über einzelne Künste und besondre Fächer aus derselben möchte ich gerne noch mehrere Schriften nachlesen.

Besonders aber wünschte ich eine oder einige Sammlungen der besten Kupfer von Raphael, Correggio’s u. a. Stücken, wenn sie nicht zu hoch kämen. Weißt Du mir vielleicht einige zu nennen? Auch über Architektur möchte ich gar zu gern ein gutes Buch.

An musikalischen Einsichten verzweifle ich, denn mein Ohr ist schon zu alt; doch bin ich gar nicht bange, daß meine Theorie der Schönheit an der Tonkunst scheitern werde, und vielleicht gibt es einen Stoff für Dich, sie auf die Musik anzuwenden.

Wenn wir uns auf Ostern in Leipzig zusammenfinden sollten, so will ich Dich damit bekannt machen.

Die Post geht. Tausend Grüße an Dich, Minna, Dorchen und Emma von uns allen, inclusive meiner Schwägerin.

               Dein

S.

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