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An Wilhelm Reinwald.

Jena d. 24. Jun. [Montag] 93.

Eben liebster Bruder erhalte ich Deinen Brief, nachdem ich schon seit gestern Dich selbst erwartet hatte. Deiner Ersten Angabe nach mußte ich entweder schon vor 3 Tagen Deinen Avisbrief oder am 23t. Dich selbst hier vermuthen. Wir werden einander Dienstag Abend, wenn ihr von der Assemblée zurückkehrt, noch einen guten Abend sagen, und dann, wenn es euch so recht ist, den Mittwoch, biß etwa gegen ½ vier Uhr in Erfurt zubringen, alsdann hieher fahren. Meine Gesundheit erlaubt nicht, daß ich Morgen Abend in die Assemblee gehe, daher werde ich auch erst gegen 12 Uhr hier abreisen, um etwa nach 7 Uhr in E. einzutreffen. Ohnehin möchte ich gern unsern Herrn Coadjutor nicht in gar zu großer Gesellschaft sprechen. Wir werden also wahrscheinlich Mittwoch Mittag bei ihm zubringen. Willst Du so gut seyn, lieber Bruder und mich vorläufig auf Mittwoch Vormittag bey ihm anmelden.

Schwester Louise kommt gar nicht. Die ganze Reise ist rückgängig. Weil ich nicht viel Zeit habe, so lege ich den Brief vom Papa bey, der die Ursachen enthält.

Meiner lieben Schwester von uns beiden die herzlichste Umarmung. Du lieber Bruder lebewohl biß auf frohes Wiedersehen. Ganz

                                                                                Der Deinige
                                                                                     Schiller.

Wir werden im Schleedorn abtreten. Sind wir um 9 Uhr abends nicht da, so ist ein Hinderniß vorgefallen, daß wir gar nicht kommen.

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