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Schiller, Friedrich
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Dritte Periode (3)
Kein Augustisch Alter blühte,
Keines Medicäers Güte
Lächelte der deutschen Kunst;
Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
Sie entfaltete die Blume
Nicht am Strahl der Fürstengunst.
Von dem größten deutschen Sohne,
Von des großen Friedrichs Throne
Ging sie schutzlos, ungeehrt.
Rühmend darf's der Deutsche sagen,
Höher darf das Herz ihm schlagen:
Selbst erschuf er sich den Wert.
Darum steigt in höherm Bogen,
Darum strömt in vollern Wogen
Deutscher Barden Hochgesang,
Und in eigner Fülle schwellend
Und aus Herzens Tiefen quellend,
Spottet er der Regeln Zwang.
Siehe, voll Hoffnung vertraust du der Erde den
goldenen Samen
Und erwartest im Lenz fröhlich die keimende Saat
Nur in die Furche der Zeit bedenkst du dich Taten zu streuen,
Die, von der Weisheit gesät, still für die Ewigkeit blühn?
Wohin segelt das Schiff? Es trägt sidonische Männer,
Die von dem frierenden Nord bringen den Bernstein, das Zinn.
Trag' es gnädig, Neptun, und wiegt es schonend, ihr Winde,
In bewirtender Bucht rausch' ihm ein trinkbarer Quell.
Euch, ihr Götter, gehört der Kaufmann. Güter zu suchen,
Geht er, doch an sein Schiff knüpfet das Gute sich an.
Alle Gewässer durchkreuzt, die Heimat zu finden,
Odysseus;
Durch der Scylla Gebell, durch der Charybde Gefahr,
Durch die Schrecken des feindlichen Meers, durch die Schrecken des
Landes;
Selber in Aides Reich führt ihn die irrende Fahrt.
Endlich trägt das Geschick ihn schlafend an Ithaka's Küste,
Er erwacht und erkennt jammernd das Vaterland nicht.
Ausgeartetes Kind der bessern menschlichen Mutter,
Das mit des Römers Gewalt paaret des Tyriers List!
Aber jener beherrschte mit Kraft die eroberte Erde,
Dieser belehrte die Welt, die er mit Klugheit bestahl.
Sprich! Was rühmt die Geschichte von dir? Wie der Römer erwirbst du
Mit dem Eisen, was du tyrisch mit Golde regierst.
Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare
Rüstung,
Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt,
Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet,
Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem heiligen Grab.
Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch, die Schürze des Wärters,1)
Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms,
Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet,
Und die niedrige2)
Pflicht christlicher Milde vollbringt.
Religion des Kreuzes, nur du verknüpftest, in einem
Kranze, der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!
Um den Zepter Germaniens stritt mit Ludwig dem Bayer
Friedrich aus Habsburgs Stamm, beide gerufen zum Thron;3)
Aber den Austrier führt, den Jüngling, das neidische Kriegsglück
In die Fesseln des Feindes, der ihn im Kampfe bezwingt.
Mit dem Throne kauft er sich los, sein Wort muss er geben,
Für den Sieger das Schwert gegen die Freunde zu ziehn;
Aber was er in Banden gelobt kann er frei nicht erfüllen;
Siehe, da stellt er aufs neu willig den Banden sich dar.
Tief gerührt umhalst ihn der Feind, sie wechseln von nun an,
Wie der Freund mit dem Freund, traulich die Becher des Mahls,
Arm in Arme schlummern auf einem Lager die Fürsten,
Da noch blutiger Hass grimmig die Völker zerfleischt.
Gegen Friedrichs Heer muss Ludwig ziehen. Zum Wächter
Bayerns lässt er den Feind, den er bestreitet, zurück.
"Wahrlich! So ist's! Es ist wirklich so! Man hat mir's geschrieben."
Rief der Pontifex aus, als er die Kunde vernahm.
Steure, mutiger Segler! Es mag der Witz dich
verhöhnen,
Und der Schiffer am Steu'r senken die lässige Hand.
Immer, immer nach West! Dort muss die Küste sich zeigen.
Liegt sie doch deutlich und liegt schimmernd vor deinem Verstand.
Traue dem leitenden Gott und folge dem schweigenden Weltmeer!
Wäre' sie noch nicht, sie stieg' jetzt aus den Fluten empor.
Mit dem Genius steht die Natur im ewigen Bunde;
Was der eine verspricht, leistet die andre gewiss.
Welches Wunder begibt sich? Wir flehten um trinkbare
Quellen,
Erde, dich an, und was sendet dein Schoß uns herauf!
Lebt es im Abgrund auch? Wohnt unter der Lava verborgen
Noch ein neues Geschlecht? Kehrt das entflohne zurück?
Griechen, Römer, o kommt! O seht, das alte Pompeji
Findet sich wieder, aufs neu bauet sich Hercules Stadt.
Giebel an Giebel steigt, der räumige Porticus öffnet
Seine Hallen, o eilt, ihn zu beleben, herbei!
Aufgetan ist das weite Theater, es stürze durch seine
Sieben Mündungen sich flutend die Menge herein.
Mimen, wo bleibt ihr? Hervor! Das bereitete Opfer vollende
Atreus Sohn, dem Orest folge der grausende Chor!
Wohin führet der Bogen des Siegs? Erkennt ihr das Forum?
Was für Gestalten sind das auf dem curulischen Stuhl?
Traget, Lictoren, die Beile voran! Den Sessel besteige
Richtend der Prätor, der Zeug' trete, der Kläger vor ihn.
Reinliche Gassen breiten sich aus, mit erhöhetem Pflaster
Zeihet der schmälere Weg neben den Häusern sich hin.
Schützend springen die Dächer hervor, die zierlichen Zimmer
Reihn um den einsamen Hof heimlich und traulich sich her.
Öffnet die Läden geschwind und die lange verschütteten Türen!
In die schaudrigte Nacht falle der lustige Tag!
Siehe, wie rings um den Rand die netten Bänke sich dehnen,
Wie von bunten Gestein schimmernd das Estrich sich hebt!
Frisch noch erglänzt die Wand von heiter brennenden Farben.
Wo ist der Künstler? Er warf eben den Pinselhinweg.
Schwellender Früchte voll und lieblich geordneter Blumen
Fasset der muntre Feston reizende Bildungen ein.
Mit beladenem Korb schlüpft hier ein Amor vorüber,
Emsige Genien dort keltern den purpurnen Wein;
Hoch auf springt die Bacchantin im Tanz, dort ruhet sie schlummernd,
Und der lauschende Faun hat sich nicht satt noch gesehen.
Flüchtig tummelt sie hier den raschen Centauren, auf einem
Knie nur schwebend, und treibt frisch mit dem Thyrsus ihn an.
Knaben! Was säumt ihr? Herbei! Da stehn noch die schönen Geschirre.
Frisch, ihr Mädchen, und schöpft in den etrurischen Krug!
Steht nicht der Dreifuß hier auf schön geflügelten Sphiuxen?
Schüret das Feuer! Geschwind, Sklaven, bestellet den Herd!
Kauft, hier geb' ich euch Münzen, vom mächtigen Titus gepräget;
Auch noch die Waage liegt hier, sehet, es fehlt kein Gewicht.
Stecket das brennende Licht auf den zierlich gebildeten Leuchter,
Und mit glänzendem Öl fülle die Lampe sich an!
Was verwahret dies Kästchen? O seht, was der Bräutigam sendet,
Mädchen! Spangen von Gold, glänzende Pasten zum Schmuck.
Führet die Braut in das duftende Bad, hier stehn noch die Salben.
Schminke find' ich noch hier in dem gehöhlten Kristall.
Aber wo bleiben die Männer? Die Alten? Im ernsten Museum
Liegt noch ein köstlicher Schatz seltener Rollen gehäuft.
Griffel findet ihr hier zum Schreiben, wächserne Tafeln;
Nichts ist verloren, getreu hat es die Erde bewahrt.
Auch die Penaten, sie stellen sich ein, es finden sich alle
Götter wieder; warum bleiben die Priester nur aus?
Den Caduceus schwingt der zierlich geschenkte Hermes,
Und die Victoria fliegt leicht aus der haltenden Hand.
Die Altäre, sie stehen noch da, o kommet, o zündet -
Lang schon entbehrte der Gott - zündet die Opfer ihm an!
Immer zerreißet den Kranz des Homer, und zählet die
Väter
Des vollendeten ewigen Werks!
Hat es doch eine Mutter nur und die Züge der Mutter,
Deine unsterblichen Züge, Natur!
Nicht aus meinem Nektar hast du dir Gottheit
getrunken;
Deine Götterkraft war's, die dir den Nektar errang.
Über Ströme hast du gesetzt und Meere durchschwommen,
Über der Alpen Gebirg trug dich der schwindlichte Steg.
Mich in der Nähe zu schaun und meine Schöne zu preisen,
Die der begeisterte Ruf rühmt durch die staunende Welt;
Und nun stehst du vor mir, du darfst mich Heil'ge berühren,
Aber bist du mir jetzt näher, und bin ich es dir?4)
Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find' ich
die Sänger,
Die mit dem lebenden Wort horchende Völker entzückt,
Die vom Himmel den Gott, zum Himmel den Menschen gesungen,
Und getragen den Geist hoch auf den Flügeln des Lieds?
Ach, noch leben die Sänger; nur fehlen die Taten, die Lyra
Freudig zu wecken, es fehlt, ach! Ein empfangendes Ohr.
Glückliche Dichter der glücklichen Welt! Von Munde zu Munde
Flog, von Geschlecht zu Geschlecht euer empfundenes Wort.
Wie man die Götter empfängt, so begrüßte Jeder mit Andacht,
Was der Genius ihm, redend und bildend, erschuf.
An der Glut des Gesangs entflammten des Hörers Gefühle,
An des Hörers Gefühl nährte der Sänger die Glut.
Nährt' und reinigte sie! Der Glückliche, dem in des Volkes
Stimme noch hell zurück tönte die Seele des Lieds,
Dem noch von außen erschien, im Leben, die himmlische Gottheit,
Die der Neuere kaum, kaum noch im Herzen vernimmt.5)
Was der Griechen Kunst erschaffen,
Mag der Franke mit den Waffen
Führen nach der Seine Strand,
Und in prangenden Museen
Zeig' er seine Siegstrophäen
Dem erstaunten Vaterland!
Ewig werden sie ihm schweigen,
Nie von den Gestellen steigen
In des Lebens frischen Reihn.
Der allein besitzt die Musen,
Der sie trägt im warmen Busen;
Dem Vandaleu sind sie Stein.
Eine Geisterstimme
Wo ich sei, und wo mich hingewendet,
Als mein flücht'ger Schatten dir entschwebt?
Hab' ich nicht beschlossen und geendet,
Hab' ich nicht geliebet und gelebt?
Willst du nach den Nachtigallen fragen,
Die mit seelenvoller Melodie
Dich entzückten in des Lenzes Tagen?
Nur solang sie liebten, waren sie.
Ob ich den Verlorenen gefunden?
Glaube mir, ich bin mit ihm vereint,
Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,
Dort, wo keine Träne wird geweint.
Dorten wirst auch du uns wieder finden,
Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht;
Dort ist auch der Vater frei von Sünden,
Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht.
Und er fühlt, dass ihn kein Wahn
betrogen,
Als er aufwärts zu den Sternen sah;
Denn wie Jeder wägt, wird ihm gewogen!
Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.
Wort gehalten wird in jenen Räumen
Jedem schönen, gläubigen Gefühl.
Wage du zu irren und zu träumen:
Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.
Das edle Bild der Menschheit zu
verhöhnen,
Im tiefsten Staube wälzte dich der Spott;
Krieg führt der Witz auf ewig mit dem Schönen,
Er glaubt nicht an den Engel und den Gott;
Dem Herzen will er seine Schätze rauben,
Den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben.
Doch, wie du selbst, aus kindlichem
Geschlechte,
Selbst eine fromme Schäferin, wie du,
Reicht ihr die Dichtkunst ihre Götterrechte,
Schwingt sich mit dir den ew'gen Sternen zu.
Mit einer Glorie hat sie dich umgeben,
Dich schuf das Herz, du wirst unsterblich leben.
Es liebt die Welt das Strahlende zu
schwärzen,
Und das Erhabne in den Staub zu ziehn;
Doch fürchte nicht! Es gibt noch schöne Herzen,
Die für das Hohe, Herrliche entglühn.
Den lauten Markt mag Momus unterhalten;
En edler Sinn liebt edlere Gestalten.
Auch das Schöne muss sterben, das Menschen und Götter
bezwinget!
Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,
Und an der schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.
Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,
Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,
Wenn er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,
Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.
Siehe, da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
Dass das Schöne vergeht, dass das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,
Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
Spiele, Kind, in der Mutter Schoß! Auf der heiligen
Insel
Findet der trübe Gram, findet die Sorge dich nicht,
Liebend halten die Arme der Mutter dich über dem Abgrund,
Und in das flutende Grab lächelst du schuldlos hinab.
Spiele, liebliche Unschuld! Noch ist Arkadien um dich,
Und die freie Natur folgt nur dem fröhlichen Trieb;
Noch erschafft sich die üppige Kraft erdichtete Schranken,
Und dem willigen Mut fehlt noch die Pflicht und der Zweck.
Spiele! Bald wird die Arbeit kommen, die hagre, die ernste,
Und der gebietenden Pflicht mangeln die Lust und der Mut.
Sieh in dem zarten Kind zwei liebliche Blumen
vereinigt,
Jungfrau und Jüngling, sie deckt beide die Knospe noch zu.
Liese löst sich das Band, es entzweien sich zart die Naturen,
Und von der holden Scham trennet sich feurig die Kraft.
Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben;
Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmut zurück.
Aus der Knospe beginnt die doppelte Blume zu streben,
Köstlich ist jede, doch stillt keine dein sehnendes Herz.
Reizende Fülle schwellt der Jungfrau blühende Glieder,
Aber der Stolz bewacht streng, wie der Gürtel, den Reiz.
Scheu, wie das zitternde Reh, das ihr Horn durch die Wälder verfolget,
Flieht sie im Mann nur den Feind, hasset noch, weil sie nicht
liebt.
Trotzig schauet und kühn aus finstern Wimpern der Jüngling,
Und, gehärtet zum Kampf, spannet die Sehen sich an.
Fern in der Speere Gewühl und auf die stäubende Rennbahn
Ruft ihn der lockende Ruhm, reißt ihn der brausende Mut.
Jetzt beschütze dein Werk, Natur! Auseinander auf immer
Fliehet, wenn du nicht vereinst, feindlich, was ewig sich sucht.
Aber da bist du, du Mächtige, schon: Aus dem wildesten Streite
Rufst du der Harmonie göttlichen frieden hervor.
Tief verstummet die lärmende Jagd, des rauschenden Tages
Tosen verhallet, und leis sinken die Sterne herab.
Seufzend flüstert das Rohr, sanft murmelnd gleiten die Bäche,
Und mit melodischem Lied füllt Philomela den Hain.
Was erreget zu Seufzern der Jungfrau steigenden Busen?
Jüngling, was füllet den Blick schwellend mit Tränen dir an?
Ach, sie suchet umsonst, was sie sanft anschmiegend umfasse,
Und die schwellende Frucht beuget zur Erde die Last.
Ruhelos strebend verzehrt sich in eigenen Flammen der Jüngling,
Ach, der brennenden Glut wehet kein lindernder Hauch.
Siehe, da finden sie sich, es führet sie Amor zusammen,
Und dem geflügelten Gott folgt der geflügelte Sieg,
Göttliche Liebe, du bist's, die der Menschheit Blumen vereinigt!
Ewig getrennt, sind sie doch ewig verbunden durch dich.
Mächtig seid ihr, ihr seid's durch der Gegenwart
ruhigen Zauber;
Was die stille nicht wirkt, wirket die rauschende nie.
Kraft erwart' ich vom Mann, des Gesetzes Würde behaupt' er;
Aber durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.
Manche zwar haben geherrscht durch des Geistes Macht und der Taten;
Aber dann haben sie dich, höchste der Kronen, entbehrt.
Wahre Königin ist nur des Weibes weibliche Schönheit,
Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet bloß, weil sie sich
zeigt.
Siehe, wie schwebenden Schritts im Wellenschwung sich
die Paare
Drehen! Den Boden berührt kaum der geflügelte Fuß.
Seh' ich flüchtige Schatten, befreit von der schwere des Leibes?
Schlingen im Mondlicht dort Elfen den lustigen Reihn?
Wie, vom Zephyr gewiegt, der leichte Rauch in die Luft fließt,
Wie sich leise der Kahn schaukelt auf silberner Flut,
Hüpft der gelehrige Fuß auf des Taktes melodischer Woge;
Säuselndes Saitengetön hebt den ätherischen Leib.
Jetzt, als wollt' es mit Macht durchreißen die Kette des Tanzes,
Schwingt sich ein mutiges Paar dort in den dichtesten Reihn.
Schnell vor ihm her entsteht ihm die Bahn, die hinter ihm schwindet,
Wie durch magische Hand öffnet und schließt sich der Weg.
Sieh! Jetzt schwand es dem Blick; in wildem Gewirr durcheinander
Stürzt der zierliche Bau dieser beweglichen Welt,
Nein, dort schwebt es frohlockend herauf, der Knoten entwirrt sich;
Nur mit verändertem Reiz stellet die Regel sich her.
Ewig zerstört, es erzeugt sich ewig die drehende Schöpfung,
Und ein stilles Gesetz lenkt der Verwandlungen Spiel.
Sprich, wie geschieht's, dass rastlos erneut die Bildungen schwanken
Und die Ruhe besteht in der bewegten Gestalt?
Jeder ein Herrscher, frei, nur dem eigenen Herzen gehorchet,
Und im eilenden Lauf findet die einzige Bahn?
Willst du es wissen? Es ist des Wohllautes mächtige Gottheit,
Die zum geselligen Tanz ordnet den tobenden Sprung,
Die der Nemesis gleich, an des Rhythmus goldenem Zügel,
Lenkt die brausende Lust und die verwilderte zähmt.
Und dir rauschen umsonst die Harmonien des Weltalls?
Dich ergreift nicht der Strom dieses erhabnen Gesangs?
Nicht der begeisternde Takt, den alle Wesen dir schlagen?
Nicht der wirbelnde Tanz, der durch den ewigen Raum
Leuchtende Sonnen schwingt in kühn gewundenen Bahnen?
Das du im Spiele doch ehrst, fliehst du im Handeln, das Maß.
Selig, welchen die Götter, die gnädigen, vor der
Geburt schon
Liebten, welchen als Kind Venus im Arme gewiegt,
Welchem Phöbus die Augen, die Lippen Hermes gelöset,
Und das Siegel der Macht Zeus auf die Stirne gedrückt!
Ein erhabenes Los, ein göttliches, ist ihm gefallen,
Schon vor des Kampfes Beginn sind ihm die Schläfe bekränzt.
Ihm ist, eh er es lebte, das volle Leben gerechnet,
Eh er die Mühe bestand, hat er die Charis erlangt.
Groß zwar nenn' ich den Mann, der, sein eigner Bildner und Schöpfer,
Durch der Tugend Gewalt selber die Parze bezwingt;
Aber nicht erzwingt er das Glück, und was ihm die Charis
Neidisch geweigert, erringt nimmer der strebende Mut.
Vor Unwürdigen kann dich der Wille, der ernste, bewahren,
Alles Höchste, es kommt frei von den Göttern herab.
Wie die Geliebte dich liebt, so kommen die himmlischen Gaben;
Oben in Jupiters Reich herrscht, wie in Amors, die Gunst.
Neigungen haben die Götter, sie lieben der grünenden Jugend
Lockige Scheitel, es zieht Freude die Fröhlichen an.
Nicht der Sehende wird von ihrer Erscheinung beseligt,
Ihrer Herrlichkeit Glanz hat nur der Blinde geschaut.
Gern erwählen sie sich der Einfalt kindliche Seele,
In das bescheidene Gefäß schließen sie Göttliches ein.
Ungehofft sind sie da und täuschen die stolze Erwartung,
Keines Bannes Gewalt zwinget die Freien herab.
Wem er geneigt, dem sendet der Vater der Menschen und Götter
Seinen Adler herab, trägt ihn zu himmlischen Höhn.
Unter der Menge greift er mit Eigenwillen, und welches
Haupt ihm gefället, um das flicht er mit liebender Hand
Jetzt den Lorbeer und jetzt die Herrschaft gebende Binde;
Krönte doch selber den Gott nur das gewogene Glück.
Vor dem Glücklichen her tritt Höbus, der pythische Sieger,
Und, der die Herzen bezwingt, Amor, der lächelnde Gott.
Vor ihm ebnet Poseidon das Meer, sanft gleitet des Schiffes
Kiel, das den Cäsar führt und sein allmächtiges Glück.
Ihm zu Füßen legt sich der Leu, das brausende Delphin6)
Steigt aus den Tiefen, und fromm beut es den Rücken ihm an.
Zürne dem Glücklichen nicht, dass den leichten Sieg ihm die Götter
Schenken, dass aus der Schlacht Venus den Liebling entrückt.
Ihn, den die Lächelnde rettet, den Göttergeliebten beneid' ich,
Jenen nicht, dem sie mit Nacht deckt den verdunkelten Blick.
War er weniger herrlich, Achilles, weil ihm Hephästos
Selbst geschmiedet den Schild und das verderbliche Schwert,
Weil um den sterblichen Mann der große Olymp sich beweget?
Das verherrlichet ihn, dass ihn die Götter geliebt,
Dass sie sein Zürnen geehrt und, Ruhm dem Liebling zu geben,
Hellas bestes Geschlecht stürzten zum Orkus hinab.7)
Zürne der Schönheit nicht, dass sie schön ist, dass sie verdienstlos,
Wie der Lilie Kelch, prangt durch der Venus Geschenk!
Lass sie die Glückliche sein; du schaust sie, du bist der Beglückte!
Wie sie ohne Verdienst glänzt, so entzücket sie dich.
Freue dich, dass die Gabe des Lieds vom Himmel herabkommt,
Dass der Sänger dir singt, was ihm die Muse gelehrt!
Weil der Gott ihn beseelt, so wird er dem Hörer zum Gotte;
Weil er der Glückliche ist, kannst du der Selige sein.
Auf dem geschäftigen Markt, da führe Themis die Waage,
Und es messe der Lohn streng an der Mühe sich ab;
Aber die Freude ruft nur ein Gott auf sterbliche Wangen,
Wo kein Wunder geschieht, ist kein Beglückter zu sein.
Alles Menschliche muss erst werden und wachsen und reifen,
Und von Gestalt zu Gestalt führt es die bildende Zeit;
Aber das Glückliche siehest du nicht, das Schöne nicht werden,
Fertig von Ewigkeit her steht es vollendet vor dir.
Jede irdische Venus ersteht, wie die erste des Himmels,
Eine dunkle Geburt aus dem unendlichen Meer;
Wie die erste Minerva, so tritt, mit der Ägis gerüstet,
Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.8)
"Glaub' ich," sprichst du, "dem Wort, das der
Weisheit Meister mich lehren
Das der Lehrlinge Schar sicher und fertig beschwört?
Kann die Wissenschaft nur zum wahren Frieden mich führen,
Nur des Systemes Gebälk stützen das Glück und das Recht?
Muss ich dem Trieb misstraun, der leise mich warnt, dem Gesetze,
Das du selber, Natur, mir in den Busen geprägt,
Bis auf die ewige Schrift die Schul' ihr Siegel gedrücket,
Und der Formel Gefäß bindet den flüchtigen Geist?
Sage du mir's! Du bist in diese Tiefen gestiegen,
Aus dem modrigten Grab kamst du erhalten zurück.
Dir ist bekannt, was die Ernst der dunkeln Wörter bewahret,
Ob der Lebenden Trost dort bei den Mumien wohnt?
Muss ich ihn wandeln, den nächtlichen Weg? Mir graut, ich bekenn' es!
Wandeln will ich ihn doch, führt er zu Wahrheit und Recht." -
Freund, du kennst doch die goldene Zeit? Es haben die Dichter
Manche Sage von ihr rührend und kindlich erzählt -
Jene Zeit, da das Heilige noch im Leben gewandelt,
Da jungfräulich und keusch noch das Gefühl sich bewahrt,
Da noch das große Gesetz, das oben im Sonnenlauf waltet,
Und, verborgen im Ei, reget den hüpfenden Punkt,
Noch der Notwendigkeit stilles Gesetz, das stetige, gleiche,
Auch der menschlichen Brust freiere Wellen bewegt,
Da nicht irrend der Sinn und treu, wie der Zeiger am Uhrwerk,
Auf das Wahrhaftige nur, nur auf das Ewige wies? -
Da war kein Profaner, kein Eingeweihter zu sehen,
Was man lebendig empfand, ward nicht bei Toten gesucht;
Gleich verständlich für jegliches Herz war die ewige Regel,
Gleich verborgen der Quell, dem sie belebend entfloss.
Aber die glücklichste Zeit ist dahin! Vermessene Willkür
Hat der getreuen Natur göttlichen Frieden gestört.10)
Das entweihte Gefühl ist nicht mehr Stimme der Götter,
Und das Orakel verstummt in der entadelten Brust.
Nur in dem stilleren Selbst vernimmt es der horchende Geist noch,
Und den heiligen Sinn hütet das mystische Wort.
Hier beschwört es der Forscher, der reines Herzens hinabsteigt,
Und die verlorene Natur gibt ihm die Weisheit zurück.
hast du, Glücklicher, nie den schützenden Engel verloren,
Nie des frommen Instinkts liebende Warnung verwirkt,
Malt in dem keuschen Auge noch treu und rein sich die Wahrheit,
Tönt ihr Rufen dir noch hell in der kindlichen Brust,
Schweigt noch in dem zufriednen Gemüt des Zweifels Empörung,
Wird sie, weißt du's gewiss, schweigen auf ewig, wie heut,
Wird der Empfindungen Streit nie eines Richters bedürfen,
Nie den hellen Verstand trüben das tückische Herz -
11)
O dann gehe du hin in deiner köstlichen Unschuld!
Dich kann die Wissenschaft nichts lehren. Sie lerne von dir!
Jenes Gesetz, das mit ehernem Stab den Sträubenden lenket,
Dir nichts gilt's. Was du tust, was dir gefällt, ist Gesetz,12)
Und an alle Geschlechter ergeht ein göttliches Machtwort.
Was du mit heiliger Hand bildest, mit heiligem Mund
Redest, wird den erstaunten Sinn allmächtig bewegen;
Du nur merkst nicht den Gott, der dir im Busen gebeut,
Nicht des Sieges Gewalt, das alle Geister dir beuget,
Einfach gehst du und still durch die eroberte Welt.
Redest, wird die Herzen der Menschen
allmächtig bewegen,
Du nur merkst nicht den Gott, der dir im Busen
gebeut,
Nicht des Siegels Gewalt, das alle Geister dir beuget,
Einfach gehst du und still durch die eroberte
Welt.
Aber blind erringst du, was wir im Lichte verfehlen,
Und dem spielenden Kind glückt, was dem Weisen
misslingt.
Hast du den Säugling gesehn, der, unbewusst noch der
Liebe,
Die ihn wärmet und wiegt, schlafend von Arme zu Arm
Wandert, bis bei der Leidenschaft Ruf der Jüngling erwachet,
Und des Bewussteins Blitz dämmernd die Welt ihm erhellt?
Hast du die Mutter gesehn, wenn die süßen Schlummer dem Liebling
Kauft mit dem eigenen Schlaf und für das Träumende sorgt,
Mit dem eigenen Leben ernährt die zitternde Flamme,
Und mit der Sorge selbst sich für die Sorge belohnt?
Und du lästerst die große Natur, die, bald Kind und bald Mutter,
Jetzt empfänget, jetzt gibt, nur durch Bedürfnis besteht?
Selbst genügsam willst du dem schönen Ring dich entziehen,
Der Geschöpf an Geschöpf reiht in vertraulichem Bund?
Willst du Armer stehen allein und allein durch dich selber,
Wenn durch der Kräfte Tausch selbst das Unendliche steht?
Drei Worte nenn' ich euch inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her;
Das Herz nur gibt davon Kunde.
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren.
Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Missbrauch rasender Thoren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt' er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben.
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob alles im ewigen Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Die drei Worte bewahret euch, inhaltsschwer,
Sie pflanzet vom Munde zu Munde,
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
Euer Innres gibt davon Kunde.
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,
Solang er noch an die drei Worte glaubt.
Drei Worte hört man, bedeutungsschwer,
Im Munde der Guten und Besten.
Sie schallen vergeblich, ihr Klang ist leer,
Sie können nicht helfen und trösten.
Verscherzt ist dem Menschen des Lebens Frucht,
Solang er die Schatten zu haschen sucht.
Solang er glaubt an die goldene Zeit,
Wo das Rechte, das Gute wird siegen -
Das Rechte, das Gute führt ewig Streit,
Nie wird der Feind ihm erliegen,
Und erstickst du ihn nicht in den Lüften frei,
Stets wächst ihm die Kraft auf der Erde neu.
Solang er glaubt, dass das buhlende Glück
Sich dem Edeln vereinigen werde -
Dem Schlechten folgt es mit Liebesblick;
Nicht dem Guten gehöret die Erde.
Er ist ein Fremdling, er wandert aus
Und suchet ein unvergänglich Haus.
Solang er glaubt, dass dem ird'schen Verstand
Die Wahrheit je wird erscheinen -
Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand;
Wir können nur raten und meinen.
Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort,
Doch der frei wandelt im Sturme fort.
Drum, edle Seele, entreiß dich dem Wahn,
Und den himmlischen Glauben bewahre!
Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn,
Es ist dennoch das Schöne, das Wahre!
Es ist nicht draußen, da sucht es der Thor;
Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.
1.
Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.
Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.
Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise?
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat
Wähle nicht die Fliehende zum Freund.
Nicht die Bleibende zum Feind.
2.
Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn' Unterlass
Strebt die Länge fort ins Weite,
Endlos gießet sich die Breite,
Grundlos senkt die Tiefe sich.
Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts musst du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
Musst ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten,
In die Tiefe musst du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.
Der bess're Mensch tritt in die Welt
Mit fröhlichem Vertrauen,
Er glaubt, was ihm die Seele schwellt,
Auch außer sich zu schauen,
Und weiht, von edlem Eifer warm,
Der Wahrheit seinen treuen Arm.
Doch alles ist so klein, so eng,
Hat er es erst erfahren;
Da sucht er in dem Weltgedräng
Sich selbst nur zu bewahren;
Das Herz, in kalter, stolzer Ruh,
Schließt endlich sich der Liebe zu.
Sie geben, ach! Nicht immer Glut,
Der Wahrheit helle Strahlen.
Wohl denen, die des Wissens Gut
Nicht mit dem Herzen zahlen.
Drum paart zu eurem schönsten Glück
Mit Schwärmers Ernst des Weltmanns Blick!
Es glänzen Viele in der Welt,
Sie wissen von allem zu sagen,
Und wo was reizet, und wo was gefällt,
Man kann es bei ihnen erfragen;
Man dächte, hört man sie reden laut,
Sie hätten wirklich erobert die Braut.
Doch gehn sie aus der Welt ganz still,
Ihr Leben war verloren.
Wer etwas Treffliches leisten will,
Hätt' gern was Großes geboren,
Der sammle still und unerschlafft
Im kleinsten Punkte die höchste Kraft.
Der Stamm erhebt sich in die Luft
Mit üppig prangenden Zweigen;
Die Blätter glänzen und hauchen Duft,
Doch können sie Früchte nicht zeugen;
Der Kern allein im schmalen Raum
Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum.
Zweierlei Genien sind's, die dich durchs Leben
geleiten;
Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!
Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,
Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.
Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,
Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.
Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,
Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.
Nimmer widme dich einem allein! Vertraue dem erstern
Deine Würde nicht an, nimmer dem andern dein Glück!
Zu Archimedes kam ein wissbegieriger Jüngling.
"Weihe mich," sprach er zu ihm, "ein in die göttliche Kunst,
Die so herrliche Frucht dem Vaterlande getragen,
Und die Mauern der Stadt vor der Sambuca14)
beschützt!"
"Göttlich nennst du die Kunst? Sie ist's," versetzte der Weise;
"Aber das war sie, mein Sohn, eh sie dem Staat noch gedient.
Willst du nur Früchte von ihr, die kann auch die Sterbliche zeugen
Wer um die Göttin freit, suche in ihr nicht das Weib."
Weil du liesest in ihr, was du selber in sie
geschrieben,
Weil du in Gruppen fürs Aug' ihre Erscheinungen reihst,
Deine Schnüre gezogen auf ihrem unendlichen Felde,
Wähnst du, es fasse dein Geist ahnend die große Natur.
So beschreibt mit Figuren der Astronome den Himmel,
Dass in dem ewigen Raum leichter sich finde der Blick,
Knüpft entlegene Sonnen, durch Siriusfernen geschieden,
Aneinander im Schwan und in den Hörnern des Stiers.
Aber versteht er darum der Sphären mystische Tänze,
Weil ihm das Sternengewölb sein Planiglobium zeigt?
Zwei sind der Wege, auf welchen der Mensch zur Tugend
emporstrebt;
Schließt sich der eine dir zu, tut sich der andre dir auf.
Handelnd erringt der Glückliche sie, der Leidende duldend.
Wohl ihm, den sein Geschick leibend auf beiden geführt!
Wie die Säule des Lichts auf des Baches Welle sich
spiegelt,
Hell, wie von eigener Glut, flammt der vergoldete Saum,
Aber die Well' entführet der Strom, durch die glänzendes Straße
Drängt eine andre sich schon, schnell, wie die erste, zu fliehn,
So beleuchtet der Würden Glanz den sterblichen Menschen;
Nicht er selbst, nur der Ort, den er durchwandelte, glänzt.
Wo du auch wandelst im Raum, es knüpft dein Zenith
und Nadir
An den Himmel dich an, dich an die Achse der Welt.
Wie du auch handelst in dir, es berühre den Himmel der Wille,
Durch die Achse der Welt gehe die Richtung der Tat.
Aus dem Leben heraus sind der Wege zwei dir geöffnet,
Zum Ideale führt einer, der andre zum Tod.
Siehe, wie du bei Zeit noch frei auf dem ersten entspringest,
Ehe die Parze mit Zwang dich auf dem andern entführt.
Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum
noch die Wiege.
Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt.
"Unaufhaltsam enteilet die Zeit." - Sie sucht das
Beständ'ge.
Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.
Zeigt sich der Glückliche mir, ich vergesse die
Götter des Himmels;
Aber sie stehn vor mir, wenn ich den Leidenden seh'.
Suchst du das Höchste, das Größte? Die Pflanze kann
es dich lehren.
Was sie willenlos ist, sei du es wollend - das ist's!
Vor dem Tod erschrickst du! Du wünschest unsterblich
zu leben?
Leb' im Ganzen! Wenn du lange dahin bist, es bleibt.
Was der Gott mich gelehrt, was mir durchs Leben
geholfen,
Häng' ich, dankbar und fromm, hier in dem Heiligtum auf.
Millionen beschäftigen sich, dass die Gattung
bestehe;
Aber durch Wenige nur pflanzet die Menschheit sich fort.
Tausend Keime zerstreuet der Herbst, doch bringet kaum einer
Früchte; zum Element kehren die meisten zurück.
Aber entfaltet sich auch nur einer, einer allein streut
Eine lebendige Welt ewiger Bildungen aus.
Nur an des Lebens Gipfel, der Blume, zündet sich
Neues
In der organischen Welt, in der empfindenden an.
Wirke Gutes, du nährst der Menschheit göttliche
Pflanze;
Bilde Schönes, du streust Keime der göttlichen aus.
Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen
Zahlen mit dem, was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
Hast du etwas, so teile mir's mit, und ich zahle, was
recht ist;
Bist du etwas, o dann tauschen die Seelen wir aus.
Kannst du nicht schön empfinden, dir bleibt doch,
vernünftig zu wollen,
Und als ein Geist zu tun, was du als Mensch nicht vermagst.
Aus der schlechtesten Hand kann Wahrheit mächtig noch
wirken;
Bei dem Schönen allein macht das Gefäß den Gehalt.
Teile mir mit, was du weißt, ich werd' es dankbar
empfangen.
Aber du gibst mir dich selbst; damit verschone mich, Freund!
Du willst Wahres mich lehren? Bemühe dich nicht!
Nicht die Sache
Will ich durch dich, ich will dich durch die Sache nur sehn.
Dich erwähl' ich zum Lehrer, zum Freund. Dein
lebendiges Bilden
Lehrt mich, dein lehrendes Wort rühret lebendig mein Herz.
War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht
begreifen.
Nur das Alter ist jung, ach! Und die Jugend ist alt.
Was ich ohne dich wäre, ich weiß es nicht; aber mir
grauet,
Seh' ich, was ohne dich Hundert' und Tausende sind.
Nimmer labt ihn des Baumes Frucht, den er mühsam
erziehet;
Nur der Geschmack genießt, was die Gelehrsamkeit pflanzt.
Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein
Ganzes
Werden, als dienendes Glied schließ' an ein Ganzes dich an!
Keiner sei gleich dem Andern, doch gleich sei Jeder
dem Höchsten!
Wie das zu machen? Es sei Jeder vollendet in sich.
Allen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was
du fühlest.
Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.
Das ist eben das wahre Geheimnis, das Allen vor Augen
Liegt, euch ewig umgibt, aber von Keinem gesehn.
Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die
Andern es treiben.
Willst du die Andern verstehn, blick' in dein eigenes Herz.
Strenge, wie mein Gewissen, bemerkst du, wo ich
gefehlet:
Darum hab' ich dich stets, wie - mein Gewissen, geliebt.
Willst du, Freund, die erhabensten Höhn der Weisheit
erfliegen,
Mag' es auf die Gefahr, dass dich die Klugheit verlacht.
Die Kurzsichtige sieht nur das Ufer, das dir zurück flieht,
Jenes nicht, wo dereinst landet dein mächtiger Flug.
Wahrheit suchen wir Beide, du außen im Leben, ich
innen
In dem Herzen, und so findet sie Jeder gewiss.
Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer;
Ist es das Herz, dann gewiss spiegelt es innen die Welt.
Alles sei recht, was du tust; doch dabei lass es
bewenden,
Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun.
Wahrem Eifer genügt, dass das Vorhandne vollkommen
Sei; der falsche will stets, dass das Vollkommene sei.
Majestät der Menschennatur! Dich soll ich beim Haufen
Suchen? Bei Wenigen nur hast du von jeher gewohnt.
Einzelne Wenige zählen, die übrigen Alle sind blinde
Nieten; ihr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur ein.
"Alles opfert' ich hin," sprichst du, "der Menschheit
zu helfen;
Eitel war der Erfolg, Hass und Verfolgung der Lohn."
Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
Traue dem Spruche! Noch nie hat mich der Führer getäuscht.
Von der Menschheit - du kannst von ihr nie groß genug denken;
Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus.
Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet,
Reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter
Lass du den Himmel, Freund, sorgen, wie gestern, so heut.
Herzlich ist mir das Laster zuwider, doppel zuwider
Ist mir's, weile s so viel schwatzen von Tugend gemacht.
"Wie, du hassest die Tugend?" - Ich wollte wir übten sie alle;
Und so spräche, will's Gott, ferner kein Mensch mehr davon.
Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und
Sonnen;
Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?
Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume;
Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht.
So unermesslich ist, so unendlich erhaben der Himmel!
Aber der Kleinigkeitsgeist zog auch den Himmel herab.
"Woran erkenn' ich den besten Staat?" Woran du die
beste
Frau kennst; daran, mein Freund, dass man von beiden nicht spricht.
Welche Religion ich bekenne? Keine von allen,
Die du mir nennst. - Und warum keine? Aus Religion.
"Gott nur siehet das Herz." - Drum eben, weil Gott
nur das Herz sieht,
Sorge, dass wir doch auch etwas Erträgliches sehn.
Teuer ist mir der Freund, doch auch den Feind kann
ich nützen;
Zeigt mir der Freund, was ich kann, lehrt mich der Feind, was ich
soll.
Wohne, du ewiglich Eines, dort bei dem ewiglich
Einen!
Farbe, du wechselnde, komm freundlich zum Menschen herab!
Einig sollst du zwar sein, doch Eines nicht mit dem
Ganzen.
Durch die Vernunft bist du Eins, einig mit ihm durch das Herz.
Stimme des Ganzen ist deine Vernunft, dein Herz bist du selber!
Wohl dir, wenn die Vernunft immer im Herzen dir wohnt.
Viele sind gut und verständig; doch zählen für Einen
nur Alle,
Denn sie regiert der Begriff, ach! Nicht das liebende Herz.
Traurig herrscht der Begriff, aus tausendfach wechselnden Formen
Bringet er dürftig und leer ewig nur eine hervor;
Aber von Leben rauscht es und Lust, wo bildend die Schönheit
Herrschet; das ewige Eins wandelt sie tausendfach neu.
Leben gab ihr die Fabel, die schule hat sie entseelet,
Schaffendes Leben aufs neu gibt die Vernunft ihr zurück.
Der Genius
Wiederholen kann zwar der Verstand, was da schon
gewesen;
Was die Natur gebaut, bauet er wählend ihr nach.
Über Natur hinaus baut die Vernunft, doch nur in das Leere,
Du nur, Genius, mehrst in der Natur die Natur.
Gutes aus Gutem, das kann jedweder Verständige
bilden;
Aber der Genisu ruft Gutes aus Schlechtem hervor.
An Gebildetem nur darfst du, Nachahmer, dich übern;
Selbst Gebildetes ist Stoff nur dem bildenden Geist.
Wodurch gibt sich der Genius kund? Wodurch sich der
Schöpfer
Kund gibt in der Natur, in dem unendlichen All.
Klar ist der Äther und doch von unermesslicher Tiefe;
Offen dem Aug', dem Verstand bleibt er doch ewig geheim.
Alles will jetzt den Menschen von innen, von außen
ergründen;
Wahrheit, wo rettest du dich hin vor der wütenden Jagd?
Dich zu fangen, ziehen sie aus mit Netzen und Stangen;
Aber mit Geistestritt schreitest du mitten hindurch.
Warum will sich Geschmack und Genie so selten
vereinen?
Jener fürchtet die Kraft, dieses verachtet den Zaum.
Frei von Tadel zu sein, ist der niedrigste Grad und
der höchste;
Denn nur die Ohnmacht führt oder die Größe dazu.
So war's immer, mein Freund, und so wird's bleiben:
Die Ohnmacht
Hat die Regel für sich, aber die Kraft den Erfolg.
Kannst du nicht Allen gefallen durch deine Tat und
dein Kunstwerk,
Mach' es Wenigen recht; Vielen gefallen, ist schlimm.
Leben athme die bildende Kunst, Geist fordr' ich vom
Dichter;
Aber die Seele spricht nur Polyhymnia aus.
Warum kann der lebendige Geist dem Geist nicht
erscheinen?
Spricht die Seele, so spricht, ach! Schon die Seele nicht mehr.
Lass die Sprache dir sein, was der Körper den
Liebenden. Er nur
Ist's, der die Wesen trennt, und der die Wesen vereint.
Jeden anderen Meister erkennt man an dem, was er
ausspricht;
Was er weise verschweigt, zeigt mir den Meister des Stils.
In dem Gürtel bewahrt Aphrodite der Reize Geheimnis;
Was ihr den Zauber verleiht, ist, was sie bindet, die Scham.
Weil ein Vers dir gelingt in einer gebildeten
Sprache,
Die für dich dichtet und denkt, glaubst du schon Dichter zu sein?
Gutes in Künsten verlangt ihr! Seid ihr denn würdig
des Guten,
Das nur der ewige Krieg gegen euch selber erzeugt?
Welche wohl bleibt von allen den Philosophien? Ich
weiß nicht.
Aber die Philosophie, hoff' ich, soll ewig bestehn.
Mit dem Philister stirbt auch sein Ruhm. Du,
himmlische Muse,
Trägst, die dich lieben, die du liebst, in Mnemosynens Schoß.
Treuer, alter Homer, dir vertrau' ich das zarte
Geheimnis;
Um der Liebenden Glück wisse der Sänger allein.
Diese nur kann ich dafür erkennen, die Jedem
erleichtert
Gut zu denken, doch nie, dass er so denke, bedarf.
Setzet immer voraus, dass der Mensch im Ganzen das
Rechte
Will; im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf.
Ehret ihr immer das Ganze; ich kann nur Einzelne
achten:
Immer in Einzelnen nur hab' ich das Ganze erblickt.
O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die
Seele,
Seh' ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt.
Glaubt mir, es ist kein Märchen, die Quelle der
Jugend, sie rinnet
Wirklich und immer. Ihr fragt, wo? In der dichtenden Kunst.
Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche: So
kehret
Auch zum Kinde der Greis kindisch und kindlich zurück.
Lieblich sieht er zwar aus mit seiner erloschenen
Fackel;
Aber, ihr Herren, der Tod ist so ästhetisch doch nicht.
Tugenden braucht der Mann, er stürzt sich wagend ins
Leben,
Tritt mit dem stärkeren Glück in den bedenklichen Kampf.
Eine Tugend genüget dem Weib: Sie ist da, sie erscheinet
Lieblich dem Herzen, dem Aug' lieblich erscheine sie stets!
Sahest du nie die Schönheit im Augenblicke des
Leidens,
Niemals hast du die Schönheit gesehn.
Sahst du die Freude nie in einem schönen Gesichte,
Niemals hast du die Freude gesehn.
Frauen, richtet mir nie des Mannes einzelne Taten;
Aber über den Mann sprechet das richtende Wort!
Männer richten nach Gründen; des Weibes Urteil ist
seine
Liebe; wo es nicht leibt, hat schon gerichtet das Weib.
An Amanda
Überall weichet das Weib dem Manne; nur in dem
Höchsten
Weichet dem weiblichsten Weib immer der männlichste Mann.
Was das Höchste mir sei? Des Sieges ruhige Klarheit,
Wie sie von deiner Stirn, holde Amanda, mir strahlt.
Schwimmt auch die Wolke des Grams um die heiter glänzende Scheibe,
Schöner nur macht sich das Bild auf dem vergoldeten Duft.
Dünke der Mann sich frei! Du bist es; denn ewig notwendig
Weißt du von keiner Wahl, keiner Notwendigkeit mehr.
Was du auch gibst, stets gibst du dich ganz; du bist ewig nur Eines,
Auch dien zartester Laut ist dein harmonisches Selbst.
Hier ist ewige Jugend bei niemals versiegender Fülle,
Und mit der Blume zugleich brichst du die goldene Frucht.
Ü
Þ
1)
Erste Lesart:
Aber schöner kleidet euch doch die Schürze des
Wärters.
2)
Im Musenalmanach von 1796 steht: ruhmlose Pflicht.
3)
Hier folgen in den Horen die beiden Verse:
Jenen schützte Luxemburgs Macht und die Mehrheit der
Wähler,
Diesen der Kirche Gewalt und des Geschlechtes Verdienst.
4)
In den Horen von 1795 folgen hierauf noch die Verse:
Hinter dir liegt zwar dein neblichter Pol und dein
eiserner Himmel;
Deine arkturische Nacht flieht vor Ausoniens Tag;
Aber hast du die Alpenwand des Jahrhunderts gespalten,
Die zwischen dir und mir finster und traurig sich türmt
Hast du von deinem Herzen gewälzt die Wolke des Nebels,
Die von dem wundernden Aug' wälzte der fröhliche Strahl?
Ewig umsonst umstrahlt dich in mir Ioniens Sonne,
Den verdüsterten Sinn bindet der nordische Fluch.
5)
Die erste Ausgabe in den Horen von 1795 enthält hier noch folgende
Stelle:
Weh ihm, wenn er von außen es jetzt noch glaubt zu
vernehmen,
Und ein betrogenes Ohr leiht dem verführenden Ruf!
Aus der Welt um ihn her sprach zu dem Alten die Muse;
Kaum noch erscheint sie dem Neu'n, wenn er die seine - vergisst.
6)
Erste Lesart:
Ihm gehorchen die wilden Gemüter, das brausende
Delphin
Steigt aus den Tiefen und fromm beut es den Rücken ihm dar.
Ein geborner Herrscher ist alles Schöne und sieget
Durch sein ruhiges Nahn, wie ein unsterblicher Gott.
7)
Die erste Ausgabe enthält noch folgende Stelle:
Um den heiligen Herd stritt Hektor, aber der Fromme
Sank dem Beglückten, denn ihm waren die Götter nicht hold.
8)
Die erste Ausgabe hat zum Schluss:
Aber du nennest es Glück, und deiner eigenen
Blindheit
Zeihst du verwegen den Gott, den dein Begriff nicht begreift.
9)
Die Überschrift dieses Gedichts in den Horen von 1795 war: Natur und
Schule.
10)
Die erste Ausgabe hat hier noch folgende Verse und Veränderung:
Wolkigt fließt der himmliche Strom in schuldigen
Herzen,
Lauter wird er und rein nur an dem Quell noch geschöpft.
Dieser Quell, tief unten im Schacht des reinen Verstandes,
Fern von der Leidenschaft Spur, rieselt er silbern und kühl
Aus der Sinne wildem Geräusch verschwand das Orakel,
Nur in dem stilleren Selbst hört es der horchende Geist.
Aber die Wissenschaft nur vermag den Zugang zu öffnen,
Und den heiligen Sinn hütet das mystische Wort.
11)
In der ersten Ausgabe folgten hier noch die Verse:
Nie der verschlagene Witz des Gewissens Einfalt
bestricken,
Niemals, weißt du's gewiss, wanken das ewige Steu'r -
12)
Die erste Ausgabe hat hier noch folgende Verse und Veränderung:
Herrschen wird durch die ewige Zeit, wie Polyklets
Regel,
Was du mitheiliger Hand bildest, mit heiligem Mund
13)
In den Horen von 1795 war dies Gedicht überschrieben: Schön und Erhaben.
14)
Anmerkung des Verfassers bei der ersten Ausgabe: Der Name einer
Belagerungsmaschine, deren sich Marcellus gegen Syrakus bediente.
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