Friedrich
Schiller

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Fama

(Myth.), eig. das Gerücht, ist eine allegorische Gottheit; daher (Ged. 4. B. d. Aen. 33):

„Alsbald macht das Gerücht sich auf,
Die große Post durch Libyen zu tragen.“

und (4. B. d. Aen. 121):

„– – – – sogleich macht des Gerüchtes Mund
Die grauenvolle That mit tausendstimm’gem Heulen
Dem aufgedonnerten Karthago kund.“

Die Stelle (Ged. 4. Bd. d. Aen. 34):

„Die jüngste Schwester der Gigantenbrut.“

ist ein Zusatz Schiller’s. Virgil’s Schilderung zufolge ist sie geflügelt, ihr ganzer Leib mit Zungen bedeckt und unter jeder derselben ein Auge; daher (Ged. Semele 1):

„Ha! ist es wahr, was tausendzüngiges Gerücht
Vom Ida bis zum Hämus hat geplaudert?“

In der Hand führt sie eine Posaune. Sie spricht Wahrheit und Lüge durcheinander, verläumdet gern, und ist stets bemüht, Neues zu verbreiten; daher (Ged. Semele 1):

„Und auf Fama’s tausendfach rauschenden Flügeln
Wird’s von Meeren schallen und brausen von Hügeln.“

und bildl. (D. C. II, 2), wo Carlos sagt:

„Mich ruft die Weltgeschichte, Ahnenruhm
Und des Gerüchtes donnernde Posaune.“

desgl. (Mcb. I, 14):

„Daß wider diese schauderhafte That
Sich seine Tugenden wie Cherubim
Erheben werden mit Posaunenzungen.“

und ebendas. II, 9:

„Was giebt’s, daß solche gräßliche Trompete
Die Schläfer dieses Hauses weckt!“

 
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