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Here, Hera oder Juno(Myth.) od. Hera, war die Tochter des Kronos (Saturnus) und der Rhea. Nach ihrem Vater hieß sie auch Saturnia (Iph. V, 4), wie sie sich (Ged. Semele 1) selbst nennt; die Römer nannten sie Juno. Arkadien, Argos und Samos stritten sich um die Ehre, ihre Geburtsländer zu sein; nach Homer wurde sie von Okeanos und der Thetis auf der Insel Euböa erzogen, von welcher sie Zeus, ihr Bruder, der sie zur Gemahlin begehrte, nach dem Cithäron (s. d.) entführte, wo sich ihnen eine Höhle zum Brautlager darbot. Dieser Sage zufolge wurde der genannte Berg oft als Juno’s Wohnsitz betrachtet, wie (Phön.), wo von „Juno’s Au“ die Rede ist, „die den Gipfel Cithärons schmückt“. Nach einer anderen Sage feierte Zeus seine Vermählung mit Here auf der Insel Kreta. Alle Götter nahmen an dieser Festlichkeit Theil, bei welcher Gelegenheit Juno die Erde mit dem Baume beschenkte, welcher die von den Hesperiden (s. d.) bewachten goldenen Aepfel trug. Das eigenthümliche Wesen der Here ist die kalte Würde und Züchtigkeit einer Gemahlin und Matrone, das Bild einer griechischen Hausfrau, die sich die Untreue gegen ihren Gatten als Verbrechen anrechnen würde. Dagegen bricht ihr Zeus (vergl. Semele u. Latona) sehr oft die Treue, woher ihre Eifersucht und vielfacher ehelicher Zwist entspringt, der sich sogar bis zur Verfolgung der Söhne des Zeus (vergl. Bacchus u. Herakles) steigert. Here wurde durch ganz Griechenland als „der Götter hohe Mutter“ (2. Bd. d. Aen. 132) verehrt; auch war sie der besondere Schutzgeist der Griechen vor Troja. Und obgleich Zeus sämmtlichen Göttern die Theilnahme am Kampfe untersagt hatte, so erschien sie doch bei dem Untergange Iliums als die erklärte Feindin der Trojaner; daher (Ged. 2. Bd. d. Aen. 105):
Zu Athen verehrte man sie besonders als die Stifterin der Ehen; daher (Ged. D. Eleusische Fest, Str. 24):
Eben so sagt Klytämnestra (Iph. III, 4), als sie der Vermählung ihrer Tochter Iphigenia beiwohnen will, zu ihrem Gemahl:
Zugleich aber war sie auch (Ged. 4. Bd. d. Aen. 11) „der Ehen Schützerin“, als welcher man ihr Gelübde zu thun pflegte, wie Hippolyt, welcher (Ph. V, 1) „die erhabne Juno“ anruft, als er Aricia auffordert, mit ihm zu den Gräbern seiner Ahnen zu wandern:
Daß Juno auf ihre Schönheit hohen Werth legte, beweist der Umstand, daß sie (Iph. I, Zw.-H.) mit Athene und Aphrodite um den Preis der Schönheit rang (vergl. Eris). Auch hat die bildende Kunst durch Polyklet ein Ideal der Juno-Regina geschaffen, ein Bildwerk, das sich vor Allem durch sein weit geöffnetes, aber erhabenes und bedeutungsvolles Auge auszeichnet. Homer nennt sie dieses Blickes wegen die Ochsenäugige, und auch Semele nennt Juno im Gespräch mit der vermeintlichen Beroë (Ged. Semele 1) „die Häßliche mit ihren Ochsenaugen“. – Wie dem Zeus als Attribut der Adler beigegeben wurde, so war Here’s Attribut der Pfau (vergl. Argus), der auf seinem Schweife einen ganzen Sternenhimmel trägt, und der zugleich, da er durch sein Geschrei die Veränderungen der Luft vorher verkündet, als weissagender Vogel betrachtet wurde. Sie fährt also auch auf einem von Pfauen gezogenen Wagen, daher (Ged. Semele 1):
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